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Die Wahrheit · 1927-05-06 · Heft 19 (6.5.1927) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 19 (6.5.1927)
Date
1927-05-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 DIE WAHRHEIT jammert Herr Artur Trebitsch. „In der Verzweiflung dieser furchtbaren Notlage trete ich" — erklärt das Opfer des Judenhasses — „mit dieser Veröffentlichung hervor, wissend, daß nur Flucht in die Oeffentlichkeit gegen Zions geheime Manöver helfen kann. Ich setze einen Preis von 2000 Schilling für denjenigen aus, der mir ein tadellos und dauerhaft mit Wismut imprägniertes Wäschestück herstellen kann." Ich glaube nicht, daß sich ein Jude finden könnte, der den Mut hätte, nach diesem getreulich dem Bekenntnisse des Herrn Artur Trebitsch folgenden Bericht auch nur das Geringste an seiner Rassentheorie auszusetzen. Man begreift jetzt, wie dieser Mann der Mitarbeiter Fritsch's wurde. * * * Interessant und höchst beachtenswert sind auch die Bemerkungen, die das noch immer in Wien erscheinende Antisemitenblatt „Der Volkskampf" an den Herzenserguß des Herrn Artur Trebitsch knüpft. Es schreibt buchstäblich: „Mag an der Sache vielleicht manches unglaublich, zu weit hergeholt erscheinen, man muß dabei immer im Auge behalten, daß ein Volk, das einen .Talmud' als sein Gesetzbuch anerkennt, dem die .Protokolle der Weisen von Zion' zu verdanken sind, daß so eine Rasse auch vom blutigen zum unblutigen Ritualmord fortzuschreiten imstande ist." Dieses Antisemitenblatt benützt also die Expektorationen des Herrn Artur Trebitsch, um eine blutrünstige Anklage gegen die Juden zu schleudern. Was denkt wohl der Herr Staatsanwalt: Wäre auch für die Schreiber des „Volkskampfes" nur eine Kur mit Bleiplatten und mit Wismut imprägnierter Wäsche zu empfehlen? Fände sich in dem in Oesterreich noch immer geltenden Strafgesetze nicht vielleicht ein anderes, wirksameres Rezept zur Sanierung tückischer Volksverhetzer? * * * Fast an dem Tag, an dem das Preisausschreiben des Herrn Artur Trebitsch bekannt wurde, hätte in Budapest die Schlußverhandlung über die Gültigkeit eines Testamentes stattfinden sollen, in welchem sich die Mentalität des Professors Barsonyi, eines echten ungarischen Rassenfanatikers ausgetobt hatte. Dieser Mann hatte bekanntlich seine Tochter Eva als Universalerbin eingesetzt, jedoch nur für den Fall, daß sie einen Gatten wählt, der keinen Tropfen jüdischen Blutes in seinen Adern hat. Daß dieser Gelehrte der Rektor der Budapester Universität gewesen, wird niemanden überraschen, der das Walten seines Nachfolgers in dieser hohen wissenschaftlichen Würde kennt. Das geistig ganz normale Töchterchen des Erwachenden, der nunmehr den ewigen Schlaf schläft, kalkulierte ganz richtig, - daß man bei einer solchen Prüfung, auch wenn man nicht bis zu den Zeiten Adams und Evas zurückginge, auch ohne Blutprobe vor furchtbaren Ueberraschungen nicht sicher sei, und focht das Testament ihres Vaters mit der Begründung an, daß diese Bedingung überhaupt Unmögliches fordere. Der gegnerische Advokat wollte angeblich den Standpunkt vertreten, man könne heute bereits auf chemischem Wege eine solche Sicherheit über die Beschaffung des Blutes gewinnen. Die Richter wären jedenfalls vor eine schwere Frage gestellt gewesen und waren sicherlich froh, daß ein inzwischen unter den Erben des Testators getroffener Ausgleich den Urteilsspruch erspart. * * * Eine Spende des Automobilmagnaten Henry Ford hat in den Kreisen ungarischer Erwachender ungemein sympathische Zustimmung hervorgerufen. Nicht wegen der Höhe des Betrages — was bedeuten 3000 Dollar für den Multimillionär? — sondern wegen der Person des Beschenkten, der sich' in einem Gesuch an den Krösus um eine Unterstützung gewandt hatte. Es ist dies der Herr Karl Vannay, der bekanntlich ein ebenso tückisches als feiges Attentat auf Wilhelm Vazsonyi, einen der edelsten Männer Ungarns, verübt und also redlich zur Verkürzung der Lebensdauer des schwer kranken Mannes beigetragen hatte. Die Erinnerung an diese Heldentat hätte vielleicht genügt, das werktätige Interesse des großen Philantropen zu erregen. Aber Herr Vannay hatte offenbar die Aufforderung Fords, er möge Dokumente zur Unterstützung seines Gesuches beibringen, mißverstanden und er übersandte dem Krösus eine Sammlung von ungarischen Zeitungsausschnitten, die Schilderungen der Greueltaten enthielten, die er nach dem Sturze der Räteregierung begangen. Auch die Kopie des Antrages, in welchem die Staatsanwaltschaft seinerzeit die Einleitung des Strafverfahrens gegen Vannay wegen Mordversuches forderte, fehlte nicht unter diesen empfehlenden Dokumenten. Ob Ford dem Petenten wegen oder trotz dieser Antezedentien 3000 Dollar schenkte, mag ja manchem Europäer zweifelhaft bleiben, aber es verlautet mit Bestimmtheit, daß eine stattliche Anzahl von Hejjas-Leuten bereits ihre gut begründeten Gesuche an Hern Ford abgesendet haben. Ego. 1 HOBELHAUS I S OSKAR OBLATT 2 Wien H.v PraterstraBe Nr. 52 2 2 Telephon Nr. 46-1-34 und 47-0-34 J* S Kompl. Brautausstattungen, 2 S Hotelu. Villeneinrichtungen 2 2 Sehr wgftlge Preise 2 eVMMMMIINMOIMMMMMMIMIIHB FLEISCH HAUEREI^ SIEGMUNP KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE i XVIII., WÄHRINGERSTRASSE NR. 97 Telephon Nr. 17-3-99 und 16-9-34 Lieferant für Hellanstalten Abteilung für Koscherfleisch IX., BtrggassB IS und XVIII., Sibringerstraße 97 unter Aufsicht lies ehr«. 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