Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 19 (6.5.1927)
- Date
- 1927-05-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT ll!ll!!ll!;lllll!lllllll!ll[lll!llltlllllllllll numnujuiiiiimijiiini Seit«» 3 brauchen und bekommen müssen wie in Ungarn, die diese Judenfrechlinge niedergerungen und hoffentlich für immer unschädlich gemacht hat. Wir werden von jetzt an nicht nur mit parlamentarischen Mitteln, sondern mit Gewalt und rücksichtsloser Wucht unser Recht herstellen. Die bisherige Schlappheit des feigen und vom Judengezücht beherrschten Bürgertums muß endlich aufhören, es muß endlich damit begonnen werden, in Oesterreich gehörig auszumisten. Sie müssen ferner von Ihren Nationalräten verlangen, daß die künftige Regierung nur solche Bewerber für den Staatsdienst aufnehmen dürfe, die sich darüber ausweisen können, daß sie Bodenständige sind und mindestens zwei Jahre lang Mitglieder eines christlichnationalen Turnvereines oder der Frontkämpfervereinigung sind!" Dr. Riehl kam im Verlaufe seiner Rede auch auf den Anschluß an das Deutsche Reich zu sprechen, und was er seinen Wählern, bzw. NichtWählern darüber zu sagen hatte, war folgendes: „Noch bevor es zu dem Anschluß an Deutschland kommt, muß in Oesterreich mit dem eisernen Besen ausgemistet werden, damit wir uns nicht vor den Preußen wegen der vielen Juden, die hier kommandieren, schämen müssen." Dr. Riehl kann unbesorgt sein. Es wird in Oesterreich gründlich ausgemistet werden und die fortschrittlichen und freiheitlichen Elemente in unserem Staate, die bei diesen Wahlen abermals Erfolge zu verzeichnen hatten, werden dafür sorgen, daß mit einem eisernen Besen all der Schmutz ausgekehrt wird, mit dem ein erbärmlicher Antisemitismus unser schönes Land besudelt hat. Das vorläufige Ergebnis dieser zwar mühevollen, aber leider notwendigen Arbeit kann Dr. Riehl an seiner eigenen Verlangen sie Oberau "1 Original- Plrehtion Um: Platz des 12. November Nr. 11 Fernsprecher 25-17 und 60-60 Drahtanschrift: Thermag Linz Bffidgaslelner Thermalwasser A^>& Depot Wien: I., Helferstorferstraße Nfi 9 Fernsprecher 62-0-42 Drahtanschrift: Thermag Wien L der Name spricht nr sich! Person verspüren; doch es wird dafür gesorgt werden, daß bei uns noch gründlicher Ordnung gemacht wird. Wir werden uns für den Fall eines Eintrittes in das Reich keiner kulturellen oder moralischen Rückständigkeit zu schämen brauchen .... Dan, von dem sie mütterlicherseits herstammen. Obwohl sie mit Gott und Glauben gebrochen haben, behagt ihnen ihr Platz außerhalb der Gläubigen und Glaubenstreuen nicht. Mit aller Macht und allen Mitteln streben sie zu denen, deren Heiligtum ihr Zweifel angetastet, ihr Hohn beleidigt hat. Immer wieder suchen sie in die Kreise einzudringen, von denen sie sich selbst vorher losgelöst haben. Aber sie tun es nicht, um sich zu versöhnen oder reumütig zurückzukehren, sondern was sie wollen, ist: „Sie streiten im Lager." Sie entfachen Streit bei denen, die sie eigentlich nichts mehr anangehen, sorgen dafür, daß sich Parteien für und wider bilden, Frieden, Ruhe und Ordnung dahin sei. Das Ende des Streites ist aber, daß man Gott lästert und flucht, das Heilige geschändet wird. Es ist eine traurige, aber nicht wegzuleugnende Tatsache: Verhängnisvollen Streit in Sachen der Religion haben nie die wahrhaft Frommen, die ehrlich Ueberzeugten, aber auch nicht die Lauen und Gleichgültigen in das Lager Israels hineingetragen. Die Religionsdispute entfacht, den Talmud und die Schriften des Judentums verlästert und geschmäht, die giftigen Pfeile des Hasses und der Verleumdung gegen den Gott unseres Volkes und das Volk unseres Gottes abgeschossen haben fast immer diejenigen, die das richtige Maß des Glaubens verloren und vom Gotte der Väter abgefallen, die Gemeinschaft Israels verlassen hatten — die Renegaten und Abtrünnigen. Sie, die mit sich selbst zerfallen, innerlich zerrissen die Stimme des anklagenden und vorwurfsvollen eigenen Gewissens zum Schweigen bringen wollten, haben dies erreichen wollen, indem sie fluchten und lästerten, anklagten und verleumdeten das, was ihnen selbst einst heilig galt. Es ist kein Zufall, daß jener erste „Flucher Gottes" Kind einer Mischehe einer jüdischen Mutter und eines ägyptischen Vaters war. Denn wo das Elternhaus den Gegensatz des Glaubens in sich trägt, vererbt sich der Streit um Gott und Glauben allzuleicht auf die Kinder, wachsen Menschen heran, denen Ehrfurcht vor dem Heiligen fehlt. Kommt es dann zum Streit, vergessen sie sich in Aerger und Verdruß und lästern Gott, der ihnen nichts gilt und nichts gelten kann, weil er schon der Mutter nicht heilig war, die sein Gesetz verletzte. Die Rückkehr zum Stamme Dan ist die Stimme des Blutes. Eine jüdische Mutter hatte ihn geboren und ihr Erbteil kann er nicht preisgeben. Wohl hat er es verscherzt, verworfen und besitzt nach keinem Rechte mehr Anspruch darauf, aber die Stimme des Blutes quält und drängt, läßt sich nicht zum Schweigen bringen. Der Gerichtshof Moses — die Stimme des göttlichen und menschlichen Rechtes — hat ihn abgewiesen. Der Schuldspruch, den er als gerecht erkennen sollte, aber als gerecht nicht anerkennen will, entfacht sein eigenes Schuldbewußtsein zur Wut, und die Wut über verfehltes Leben, verfehltes Ziel öffnet den Mund zu unseligem Fluche. Er flucht Gott, aber verflucht sich eigentlich selber. Sein Fluch trifft nicht den Glauben, sondern die Glaubenslosigkeit. Was er als Heilslehren sich selbst zurechtgelegt hat, hat ihm Heil und Frieden im Leben und unter den Menschen nicht gebracht. Er wollte Streit entfachen und ist selbst im Streite mit sich selbst geblieben. Denn hätte ihn sein Unglaube, sein Hohn und seine Absonderung Heil und Segen gebracht, er hätte sein Glück hinausgerufen in die Welt, seinen Sieg laut verkündet, den vermeintlichen Irrtum von früher still und selig belächelt. Er hat aber gekämpft, gestritten und — geflucht! Der Fluch von seinen Lippen ist der Zeuge seiner Niederlage. Es ist und bleibt wahr: „Wer seinen Gott verflucht, hat seine Sünde zu tragen" — selber, aber nicht auf andere die Schuld zu schieben.