Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 18 (29.4.1927)
- Date
- 1927-04-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3062972-3064299-3064317--15373-3088154- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 10 lilllM^ DIE WAHRHE11 e IS 6x: (ffkeatex, Kunst u. Xitcratuw MMIIMHIMIHM i sph f -..X Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Bei dem am 28. März d. J. vom Verein für jüdische Geschichte und Literatur veranstalteten Vortrage sprach Herr Otto Lang über „Das Judentum vom Standpunkte der neuzeitlichen Wissenschaft". Der Vortragende stellte es sich zur Aufgabe, die Tatsache des Bestehens des Judentums philosophisch zu erklären. In äußerst geistvoller Weise entwickelte er die beiden Grundlagen wissenschaftlicher Forschung, die so alt sind wie die Menschheit; die eine bestehe darin, durch Experimente die Erscheinungen und Vorgänge der Natur zu erklären und zu begreifen; sie wäre fälschlich erst der modernen Physik zugeschrieben worden, tatsächlich aber nur mit viel primitiveren Mitteln, bereits in der Urzeit angewendet worden. Der andere Weg wieder mache es sich zur Aufgabe, die Einordnung des Menschen in die Gesamtheit des Weltalls zu erklären und zu erkennen; dies sei der Weg der Religion, doch auch der Philosophie. Im ganzen seien beide Wege von allen Völkern beschritten worden, das jüdische Volk habe aber viel mehr den Weg der Erklärung der Einordnung des Menschen in das Weltall beschritten als den der Beobachtung der Naturerscheinungen; so sei es zum Monotheismus gekommen, während die anderen Völker durch ihre Naturbeobachtung zum Polytheismus gelangt seien. Aus der Verschiedenheit dieser beiden Wege sei der Gegensatz zwischen dem Judentum und den anderen Völkern, der durch die Geschichte geht, zu erklären und nur so sei die Geschichte des Judentums zu begreifen. Der Vortrag zeigt von tiefem und geschultem philosophischen Denken und fand auch das größte Interesse bei den Zuhörern, die in einer eingehenden und sach- Jichen Diskussion zum Ausdruck kam. Dr. Paul Steiner. Maimonides-Institut Wien. (Hebräische Literaturkurse an der Universität, Hörsaal 17, der philos. Fak., im Sommersemester 1927.) Die mit Genehmigung des Rektorates vom Dozenten am Maimonides-Institut, Herrn Rabbiner Dr. A. Kaminka, abzuhaltenden Kurse werden am 3. Mai eröffnet und sollen jeden Dienstag von 6 bis 7 Uhr und 7 bis 8 Uhr im Hörsaal 17 stattfinden. In Aussicht genommen ist: 1. Eine Stunde biblische Literatur unter Berücksichtigung der Septuaginta und der modernen bibelkritischen Hypothesen. 2. Eine Stunde neuhebräische Literatur (entweder eine Einführung in Mischna und Talmud oder neuhebräische Dichtung). Die Festsetzung der zu behandelnden Texte soll unter Berücksichtigung der Vorkenntnisse der Zuhörer geschehen. Als solche sind in Aussicht genommen: 1. Immatrikulierte Studierende aller Hochschulen. 2. Freunde der biblischen und der neuhebräischen Studien, die sich beim Kursleiter anmelden. Die Kurse sind unentgeltlich. Freiwillige Beiträge können dem Maimonides-Institut, 3. Bez., Obere Weißgärberstraße 24, zugeführt werden. Schewach KnöbU. Toldoth G'dole Horaah, Wien 5687. Dieses Buch enthält 10 Biographien, und zwar die R a s c h i, Rambam (Maimonides), Ascheri, R. Jakob (Verfasser der Turim), R. Josef Karo (Beth Josef), R'm a (Moses Isseries), Türe Zahab, Schach, Magen Abraham, P'r i M'g a d i m. Man sieht, daß der Verfasser die Namen gebraucht, die im rabbinischen Schulleben gebräuchlich sind; die Namen R. Jakob und R. Josef sind von mir der Deutlichkeit wegen hinzugefügt worden. Mit Recht nennt der Verfasser diese zehn Männer „die Größe des Entscheides"; nach ihren Aussprüchen und Werken richtet sich das rabbinische Judentum. Warum er gerade diese zehn behandelt hat? Diese Frage beantwortet K n ö b i 1 dahin, daß ihr Wort die endgültige Halacha bedeutet. Aber zwischen den Zeilen bemerkt der Leser, daß unser Verfasser auch die anderen Größen der Halacha behandelt hätte, wenn ihm die Mittel zu einem größeren Buche bereit stünden; er mag auch schon den Stoff dazu gesammelt haben, wie denn außer den Genannten auch schon hier eine Reihe anderer Größen mit behandelt werden. Unser Verfasser hat entschieden Sinn für geschichtliche Untersuchungen, und was er in diesem Buche uns gibt, kann als geglückt bezeichnet und ihm als Verdienst angerechnet werden. Früher schon hat er die Biographie des Meschulam Eger aus T i s m e n i t z geschrieben, und auch eine Haggada-Bearbeitung liegt von ihm vor. Wir hoffen, ihm noch oft auf dem Felde der jüdischen Literatur zu begegnen. S. Krauß. „Die jüdische Frau". Berlin. Soeben liegt Heft 3/4 des dritten Jahrganges dieser Monatsschrift vor. Man kann an dieser Zeitschrift, die mit ihrer Beilage „Das jüdische Kind" ein Unikum auf dem Gebiete des jüdischen Pressewesens darstellt, deutlich ein langsames, aber stetiges Fortschreiten zu dem selbstgesteckten Ziele, das Blatt für Haus und Familie, Erziehung und Bildung in unserer Gemeinschaft zu werden, anmerken. Daß Politik aus diesen auch äußerlich repräsentativen Heften verbannt ist, kann ihnen nur zum Vorteil gereichen, und so kann jede jüdische Frau in der „Jüdischen Frau" das Blatt finden, das sie mit ihren Glaubens- und Stammesschwestürn auf dorn ganzen Erdenrund verbindet. Vor allem unseren Frauenvereinen müßte empfohlen werden, das Abonnement der „Jüdischen Frau" bei ihren Mitgliedern reichlich zu propagieren, zumal der Bezugspreis (jährlich 6 Mark) sehr mäßig genannt werden muß. Verlag Berlin NO., 18, Elbinger Straße 16. Jüdische Telegraphenagentur. Unter den Institutionen, die das moderne jüdische Leben geschaffen hat, nimmt die Jüdische Telegraphenagentur eine hervorragende Stellung ein. Die Jüdische Telegraphenagentur stellt ein Bindeglied zwischen den über die ganze Welt zerstreuten Gemeinden dar. Für ein Volk, das über keine Armeen verfügt, um sich zu verteidigen, ist das Vorhandensein einer Institution, die Juden und Nichtjuden in gleicher Weise über alle Tatsachen des jüdischen Lebens aufklärt, unentbehrlich. Durch die wahrheitsgemäße Darstellung des jüdischen Lebens ist heute die Jüdische Telegraphenagentur die wichtigste Institution, die das jüdische Volk besitzt in der Bekämpfung antisemitischer Vorurteile. Die Jüdische Telegraphenagentur ist mit ihren Intentionen weder apologetisch noch homiletisch, sie beschränkt sich auf eine objektive Darstellung aller Tatsachen und bemüht sich, alle Ereignisse in den Proportionen, die sie verdienen, zu berichten. Heute kann kein Ereignis in keinem noch so entfernten Punkte der Welt sich vollziehen, ohne daß in wenigen Stunden die jüdische Oeffentlichkeit in allen Teilen der Welt vermittelst der Jüdischen Telegraphenagentur davon erfährt. Die Jüdische Telegraphenagentur wurde vor etwa sieben Jahren von den Herren Jacob Landau und Meer-Großmann gegründet. Im ersten Jahre wurden zwei Büros, das eine in London, das andere in New York gegründet, im zweiten Jahre ihrer Existenz besaß die Agentur 3 Büros und beschäftigte 7 Korllygicnisdies Pnlgslicht a a B a a B a ■ b B B fl a a a a r*i Seit vielen Jahren das aneikannt beste Irzeitli M^-TOM Man achte auf die ges. gesch. Marke ,Hyglen. Königslicht1 und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhlrschengassa 3 Telephon 83-1-87