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Die Wahrheit · 1927-04-08 · Heft 15 (8.4.1927) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 15 (8.4.1927)
Date
1927-04-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DDE WAHRHEIT Seite 13 t«HHWU»M«HmMHlMllMIHtHH»MII«IMIMM«>.m»MHM»»l.lHUI......IIIIIMIMWWI^^ 6\ y°n 1^o«fic «" Worte Oberkantor M. B. Kaufmann. '. Im letzten Augenblick trifft uns die erschütternde Nachricht vom plötzlichen Ableben des allgemein geschätzten und beliebten Oberkantors M. B. Kaufmann, der im Alter von 49 Jahren durch ein tückisches Leiden mitten aus seiner dem Judentum gewidmeten Tätigkeit herausgerissen wurde. Außerstande, in dieser vorgerückten Stunde all die schmerzlichen Gefühle in Worte zu fassen, die uns bei dem Gedanken an den Verlust eines so guten und edlen Menschen befallen, wollen wir heute nur unserem Empfinden dahingehend Ausdruck geben, daß der österreichische Kantorenstand in dem Verstorbenen eines seiner würdigsten Mitglieder verloren hat. Wir werden dem Dahingeschiedenen, mit dem uns langjährige, aufrichtige Freundschaft verbunden hat, in der nächsten Nummer unseres Blattes den ihm gebührenden Nachruf widmen. — Mit Rücksicht darauf, daß die Familienangehörigen aus dem Auslande erwartet werden, wird die feierliche Beisetzung erst am Sonntag, den 10. d. M., um 12 Uhr mittags vom Zentralfriedhof (1. Tor) erfolgen. Enthüllungsfeier. Sonntag, den 3. d. M. wurden die Gedenk- und Stiftertafeln des Vereines „Wohlfahrt" in der Israelitischen Kinderbewahränstalt in Wien in Gegenwart eines zahlreichen Publikums enthüllt. Die Feier wurde mit einem Chor der Zöglinge der Anstalt eingeleitet, worauf Oberkantor Heinrich Fischer, begleitet von dem unter der Leitung des Chordirigenten Heimann stehenden Tempelchors, „Gepriesen sei die Stunde", zum Vortrage brachte. Sodann begrüßte Herr Präsident Rabbiner Dr. Max G r u n w a 1 d die Anwesenden auf das herzlichste, insbesondere die Angehörigen derjenigen, die Gegenstand der Feier waren. Aus seiner schönen Gedenkrede entnehmen wir folgende Stellen: „Grillparzer hat bei" der Eröffnung unserer Anstalt ihm Jahre 1843 folgende denkwürdige Worte gesprochen: „Was man den Kindern tut, Ist doppelt gut; Weil mit dem Erfolg, den jeder sieht, Man die Eltern selbst erzieht." In der Tat, wenn man armen Eltern die Sorge um ihre Kinder wenigstens zum Teil abnimmt und diese zu anständigen Menschen und zur Dankbarkeit und Liebe zu Gott erzieht, dann erweckt man auch in den Herzen ihrer Eltern den Glauben an die Menschheit, an Menschenliebe und Menschengüte. Wer aber den Glauben an Menschengüte besitzt, der gewinnt auch den Glauben an Gott und schöpft daraus Lebensmut, Lebenskraft und Lebensfreude . . . Auch wir haben trotz aller Not und Entbehrung keinen Grund, den Glauben an die Menschheit aufzugeben, so lange diese Menschheit in wahrhaft guten und edlen Menschen Werke der Güte und Barmherzigkeit schafft. Solcher guter und edler Menschen, deren wir allen Grund haben stolz zu sein, wollen wir jetzt gedenken, indem wir an die Enthüllung von vier Gedenk- und Stiftertafeln herantreten. Die erste der vier Tafeln hat den Inhalt: „Diesem edlen Institute in Dankbarkeit und dem ewigen Gedächtnis unserer Eltern Moriz M. Fischer und Karoline Fischer gewidmet von Emil S. Fischer, Charlotte Fischer - P r a g e r, Olga Fischer, Karoline Prager, Julius Fischer, Ida Fischer, Alice Krebs, Louis Fische r." Wir haben es hier also mit der Familie Fischer zu tun, deren Name mit der Geschichte unserer Anstalt auf das innigste verbunden ist. Diejenigen, welche hier ihren Eltern diese schöne Gedächtnistafel gewidmet haben, sind selbst einst Zöglinge dieser Anstalt gewesen und sorgen nun dafür — ein echt jüdischer Zug! —, daß der Segen, den sie selbst genossen haben, den Kindern unserer Zeit ebenfalls in reichstem Maße zuteil werde. Die meisten der Wohltäter unserer Anstalt, welche wir auf der Tafel genannt finden, sind nicht in Wien; die Mehrzahl lebt jenseits des großen Wassers, einer im fernen Ostasien. Darum bitten wir diejenigen, welche als ihre Vertreter bei unserer Feier erschienen sind, diesen edlen Menschen unseren Dank zu überbringen und die innige Bitte, die Herzen und Hände auch fernerhin offen zu behalten .... Der Text der zweiten Tafel lautet: „Zum Andenken an unsere unvergeßlichen Eltern Dezsö und Anna Herbst von ihren Kindern Isidor und Renee Herbst, David und Lisi H e r b s t." Ich brauche die Brüder Herbst wohl nicht vorzustellen. Jeder von Ihnen weiß, was sie für unseren Verein und für diese Anstalt geleistet haben und noch leisten. Wenn es in den „Vier Jahreszeiten" heißt: „Komm lieber Lenz!", dann können wir hier rufen: „Komm lieber Herbst" und wir dürfen überzeugt sein, daß unser Ruf nicht ungehört verhallen wird; und darum wird er es mir nicht übelnehmen, wenn ich ihm, der bereits hier 15 Kinder erhält, zurufe: „Bis zu Hundert!" — Die dritte Tafel lautet: „Zum Andenken an meine verewigten Eltern Bernhard und Charlotte Goldmann, gewidmet von ihrem Sohne David Goldmann, Vizepräsident des Vereines „Wohlfahrt". Herr G o 1 d m a n n gehört als Vizepräsident unserem Vorstande an und hat sich große Verdienste um unseren Verein erworben. Ich bin davon überzeugt, daß er jetzt, da diese Tafel hier hängt, sich unserem Verein noch inniger verbunden fühlen wird. Ich benütze die Gelegenheit, um ihm für das zu danken, was er unserem Vereine geleistet hat in schweren Tagen und bitte ihn, weiter für unseren Verein zu arbeiten. Die vierte Tafel ist vom Vereine „W o h 1 f a h r t" selbst gewidmet. Sie trägt die Namen der Stifter: „Fanni und Bernhard Markus, Baruch und Rifke Münz anläßlich des zwanzigsten Hochzeitstages, Dr. Siegfried G o 1 d s t e i n. Gewidmet vom Verein „Wohlfahrt" seinen Gönnern." Auch diesen Wohltätern unseres Vereines spreche ich im Namen des Vereines den herzlichsten Dank aus. Mögen die Tafeln, welche zur Enthüllung gelangen, uns ebenso wie die Gesetzestafeln Mosis an unsere Pflichten erinnern! Möge unser Wunsch, daß diese Anstalt wachse, blühe und gedeihe, in Erfüllung gehen! In diesem Sinne bitte ich nunmehr die Enthüllung der Tafeln vorzunehmen." — Nachdem Oberkantor Fischer mit Chor- und Harmoniumbegleitung das „Schiwissi" und ein „El mole rachamim" vorgetragen und Dr. G r u n w a 1 d allen, die zum Gelingen der Feier beigetragen haben, gedankt hatte, ergriff Frau Ida Fischer, welche zu dieser Feier aus Amerika gekommen war, das Wort, um im Namen ihrer Geschwister für die schöne Ehrung ihrer Familie zu danken. Sie sagte: „Geehrter Herr Rabbiner! Meine lieben Freunde und Verwandten! Mein Bruder Ludwig sandte mich hierher, um in seinem Namen und in dem unserer Familie zu sprechen. Diese Bandagen, Bruchbänder, ratschen, Gummistrample, Schiupter, olle Gommlwaren kaufen Sie zu Verblüffend billigen Preisen bei Solidester Qualität im SANITATSHAUS FISCHER Wien II., Taborstraße 24a — Telephon 40-5-95 SpezialOfferte schriftlich, telephonisch und mündlich bereitwiUigst gratis! // Fixangestellte Teilzahlungen PIÜIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMIIW Nur Qualitätsware s nach Maß und m fertig lagernd Ü ohne UBPü 1 |l Billigste Preise. — Langfristige Zahlungserleichterungen, g H Samstag geschlossen. 2] 1 Unser, liBn II., Taborstrelle Hr. 83, Tel. K-7-2I | Sederabend Angenehme, echt jüdische S€d€rab€Bd€ können Sie verbringen im ReStaUTaflt J.NAGEL (Botel N€WYork> Wien Ii., Kleine Sperlgasse s Großes Lager bester HOfi Qualitätsweine

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