Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 14 (1.4.1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT iiiliiiillM Seite 13 Die Wissenschaft des Judentums an der Wiener Universität. Das Rektorat der Wiener Universität hat, nachdem die vom Leiter des Maimonides-Institutes, Rabbiner Dr. A. Kaminka, während des verflossenen Wintersemesters in einem großen Hörsaal der philosophischen Fakultät gehaltenen öffentlichen Vorträge ein starkes Interesse gefunden haben, dem Institut die Genehmigung zur Abhaltung regelmäßiger Kurse an der Universität aus den verschiedenen Gebieten der jüdischen Wissenschaft (Biblische Studien, Talmud, mittelalterliche Religionsphilosophie, neuhebräische Literatur) erteilt. Es werden dementsprechend schon im bevorstehenden Sommersemester von Herrn Dr. Kaminka zwei Kurse wöchentlich (Hörsaal 17, Dienstag, von 6—7, und 7—8) abgehalten werden. Damit ist ein weiterer erfreulicher Schritt zur Einfügung der jüdischen Studien in den Universitätsbetrieb geschehen. — Die Vorlesungen werden außer von Studierenden aller Hochschulen auch von sonstigen entsprechend vorgebildeten Zuhörern besucht werden können, welche sich bei der Institutsleitung (III., Ob. Weißgärberstraße 24, Tel. 94-9-03) anmelden mögen, und sind unentgeltlich. Elisabeth-Heim. Donnerstag, den 17. d. M., fand in sämtlichen Sälen des Hotel Continental der diesjährige Ball des Elisabeth-Heimes statt. Den Abend eröffnete eine erstklassige Salonkapelle, die unter persönlicher Leitung von Kapellmeister J. Geiger stand. Daran schloß sich eine Akademie, der sich prominente Wiener Künstler zur Verfügung stellten. Tanz und Vorträge in allen Sälen trugen sehr zur Hebung der Stimmung bei, der Wintergarten war durch herrliche Dekorationen und Effektbeleuchtung in eine Heurigenschenke verwandelt worden. Den Höhepunkt des Abends bildete die Schönheitskonkurrenz. Die Jury nahm die Wahl der Miß Elisabeth 1927 vor, die die ungeteilte Anerkennung des Publikums fand. Die zahlreiche erstklassige Gesellschaft, deren sich das Elisabeth-Heim bei seinen Veranstaltungen stets erfreute, blieb bis in die frühen Morgenstunden in animiertester Stimmung beisammen und alles gab der Meinung Ausdruck, der schönsten Veranstaltung der Saison beigewohnt zu haben. Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums (Berlin). Das soeben erschienene Februarheft der von obgenannter Gesellschaft herausgegebenen „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft" widmet der Erinnerung Spinozas anläßlich der 250. Wiederkehr seines Todestages einen Aufsatz über „Den Spinozismus in der Philosophie der Gegenwart" nebst einem Bericht über neuere Spinoza- Literatur von A. Lewkowitz. B. Heller weist in seinem Bericht zur jüdischen Sagenkunde auf außerordentlich interessante Parallelen zwischen jüdischen Sagen und Erzählungen und denen anderer Völker hin. Gleichzeitig beginnt eine größere Aufsatzreihe über die „Neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien" von Professor M. Weißberg, einem greisen polnischen Gelehrten, der mit der Lebendigkeit des unmittelbar von den Haskala-Kämpfen berührten Mitstreiters, zugleich mit der Objektivität des Historikers diesen wichtigen Zusammenstoß des Ostjudentums mit der modernen Kultur schildert. Feinsinnig und treffend weiß Lotte Barschak eine Reihe neuer Erscheinungen aus dem Gebiete der schönen Literatur zu kennzeichnen. Neben diesen gemeinverständlichen Aufsätzen enthält das Heft eine Reihe streng wissenschaftlicher Beiträge aus der Feder von A. Schwarz, H. Brody, J. Krengel und anderen führenden Gelehrten. Die nächsten Hefte werden u. a. die Weiterführung der Weißbergschen Aufsätze bringen, sowie eine Reihe von Sammelbesprechungen zur Bibelwissenschaft, Mystik und Geschichte. Der überaus billige Bezugspreis der Monatsschrift, 10 Mark für den sechs starke Hefte umfassenden Jahrgang, wird sicherlich für Gelehrte wie für Laien ein Anreiz sein, sie beziehen zu wollen. Man abonniert sie, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von 10 Mark an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7030) oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in jedem Hefte der Monatsschrift aufgezählt sind. Stephan List: „Probleme und Erkenntnisse der Naturwissenschaft im Wechsel der Jahrhunderte." Oldenbourg-Verlag, München. — Dieses Büchlein vortrefflicher Proben naturwissenschaftlicher Forschungen an Hand von vielfach erst verdeutschten Originalbriefen von Hippokrates bis Ostwald erschien als Band 19 der billigen Dreiturmbücherei. Es wird dem Forscher und dem Schüler eine gewiß willkommene Gabe sein! Z—fs. Ewald Bause: „Abendland und Morgenland." Westermann. Braunschweig, 1926. Mk. 25.—. Als Kenner weiter Gebiete des Abend- und des Morgenlandes darf ich sagen: Dieses Buch des hervorragenden Orientforschers ist eine Glanzleistung. In künstlerisch unübertrefflichen Aufnahmen führt es uns die typischen Bilder der einzelnen Landschaften, Rassen, Kulturen zweier so ganz verschiedener Welten vor Augen! Dadurch erhalten wir eine tiefere Kenntnis des Okzidents und des Orients, als dickleibige Bücher sie uns vermitteln könnten. Einzig die „Ostjüdin mongolischer Rasse" und das (einmal in vielen Jahren!) „verschneite Jerusalem" scheinen mär nicht gerade charakteristisch, resp. unverständlich. Gerade Judentypen gehörten in größerer Zahl, richtig gewählt, in das Buch. Und auch aus Palästina, dem aJtfoeiligen und dem neuen, gäbe es manch ein treffliches Bild gerade für dieses Prachtwerk. R. S. Der jüdische Frauenverein Leopoldstadt veranstaltet Sonntag, den 3. April, präzise 4 Uhr nachm.. im großen Saale des Hotels Continental (IL, Praterstraße 7) eine g emütliche Zusammenkunft mit Vorträgen und Tanz. Der Reingewinn dieser Veranstaltung (die letzte in dieser Saison) wird zum Ankauf von Mazzes, die an die Armen verteilt werden, verwendet. Es wird um recht zahlreichen Besuch gebeten. Karten zum Regiepreise von S 1.— bei den Vorstandsdamen und in der Redaktion der „Wahrheit" erhältlich. Von der Rabbinischen Lehranstalt (Jeschlwoh) Frankfurt a. M. Das Sommersemester an der Rabbinischen Lehranstalt (Jescbiwoh) beginnt s. G. w. am Rausch Chaudesch Ijar (3. Mai 1927). Anmeldungen werden schon jetzt für alle drei Abteilungen entgegengenommen. (Ober-, Mittel- und Unterstufe.) Der Unterricht erstreckt sich auf Bibel, hebräische Grammatik, Talmud mit Kommentatoren und Schulchan Aruch. Den Schülern ist überdies Gelegenheit geboten, sich auch in profanen Fächern unter fachgemäßer Leitung fortzubilden. Für den Lehrgang in der Unterstufe werden schulentwachsene Knaben und Jünglinge aufgenommen, düe schon einige Kenntnisse in Bibel und Talmud besitzen. Anmeldungen sind zu richten an den Leiter, Herrn Rabbiner Dr. J. Hoffmami, Frankfurt a, Main, Börseplatz 16, welcher zu jeder näheren Auskunft bereit ist. Bandagen, Brachbänder, ratschen, Gommlsfrumpfe, Schlüpfer, alle Gmamtwareii kaufen Sie zu verblüffend billigen Preisen bei solidester Qualität im SANITÄISHAUS FISCHER Wien II., Taborstraße 24a — Telephon 40-5-95 SpezialOfferte schriftlich, telephonisch and mündlich bereitwilligst gratis! // Fixangestellte Teilzahlungen Scdcraftenfl ■BaVHHMnBaaHBl