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Die Wahrheit · 1927-04-01 · Heft 14 (1.4.1927) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 14 (1.4.1927)
Date
1927-04-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 DIE WAHRHEIT scher Kandidat bewerben will, kann es natürlich nicht wünschen. Angriffe gegen die jüdische Bevölkerung Amerikas verteidigen zu müssen. Demgegenüber will der Kläger eine ausführliche Auseinandersetzung über Ford als Führer des internationalen Antisemitismus unbedingt herbeiführen. Die Sorce um den Rabbiner-Nachwuchs in Deutschland. Die schwache Frequenz der deutschen Rabbinerseminare seitens reichsdeutscher Studierender erfüllt schon seit längerer Zeit weitschauendere und vorausblickendere Juden im Deutschen Reiche mit berechtigter Besorgnis. So z. B. schreibt die „Jüdische Zeitung für Ostdeutschland" über den „Mangel an Rabbiner-Nachwuchs in Deutschland" unter anderem folgendes: „Uns liegt der Bericht des jüdisch-theologischen Seminars für das Jahr 1926 vor . . . Es sind in der letzten Zeit immer wieder Nachrichten über einen Mangel an Rabbiner-Nachwuchs verbreitet worden. Angesichts der 40 Hörer, die dieser Jahresbericht aufzählt, scheint die Verbreitung solcher Art Nachrichten nicht verantwortlich zu sein. Ein näherer Blick auf die Liste der Hörer zeigt allerdings sofort, wie groß der Mangel an Rabbiner-Nachwuchs ist. Von den aufgezählten 40 Hörern sind 21 Ausländer. Nach diesen Ausländern kommen für deutsche Rabbinnate hoch gerechnet 4 Hörer für Deutschland in Frage. Von den übrigen 19 Hörern befinden sich bereits 3 in festen Stellungen, während 1 das theologische Studium' nicht zur Erreichung eines Rabbinerpostens betreibt Es bleiben also noch 15 deutsche Hörer, von denen etwa 7 sich in den allerersten Semestern befinden, also erst in etwa 4 bis 5 Jahren für ein Rabbinat in Frage kommen. Man ersieht aus diesen Feststellungen, bei denen wir uns zuverlässig haben unterrichten lassen, daß es bei der Not des deutschen Rabbinerstandes bestehen bleibt und daß der Ruf nach geeignetem Rabbiner-Nachwuchs immer noch zu Recht erhoben wird." Das jüdische Gesamtarchiv für das Deutsche Reich. Das Gesamtarchiv der deutschen Juden, diese Schöpfung von unschätzbarem historischen und rechtspolitischen Werte, hat durch den Abschluß einer umfassenden Aktion zur Sicherstellung der Akten der jüdischen Gemeinden in den deutschen Grenzmarken eine wesentliche Bereicherung und Vervollständigung empfangen: Es ist gelungen, aus einer Reihe der wichtigsten, bzw. der am meisten gefährdeten Gemeinden dieser Grenzgebiete die Gemeindeakten zu erlangen. Die neuen Bestände gehen mit ihren Nachrichten mehrfach bis in das 18. Jahrhundert zurück. Die Neuerwerbungen bilden eine Ergänzung zu den im Gesamtarchiv bereits vorhandenen Aktenmassen aus den jüdischen Gemeinden der jetzt polnisch gewordenen Teile von Posen, Westpreußen und Oberschlesien. Neben diesen Dokumenten besitzt das Gesamtarchiv aus fast allen Teilen Deutschlands zahlreiche und vielfach sehr weit hinaufreichende Aktendepots, die ein umfassendes Bild von dem Werden, Wachsen und vielgestaltigen Leben der jüdischen Gemeinden des Deutschen Reiches vermitteln. Herabsetzung der Berliner Kultussteuer. In seiner letzten Sitzung hat der Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde den Beschluß gefaßt, die Steuern für das Jahr 1927 von 15 auf 10 Prozent der Reichseinkommensteuer herabzusetzen. Iwbßt nbonnsfltBn für „Die Wahrheit"! yllllMIHHMMHHIIttltHUHMltlllUHHHIIIMlMtMtlHHMHHHIHHHHmHMMIIMIM^ V""V (Theater, Jfunstu. Xitetatur )M *•...• **•...........................................,.„...........„■•«,„•••••„.....mimmmMiii/ \? Die Pessach-Haggadah. übersetzt und erklärt von Doktor Philipp Schlesinger und Josef Güns. Mit zahlreichen farbigen Bildern. (Wien 1927, Verlag Josef Schlesinger. Preis S 10.—.) Gerade zur rechten Zeit hat uns die bekannte jüdische Verlagsbuchhandlung eine künstlerisch ausgestattete Haggadah beschert, welche, was Inhalt und Bebildung anbelangt, nichts zu wünschen übrig läßt. Die ubersichtliche Anordnung des Urtextes, der uns in klarem Zweifarbendruck entgegentritt, übt auf das Auge auch eines auf künstlerischen Ausdruck besonders Wert legenden Menschen eine große Wirkung aus. Diese Wirkung wird durch den Buchschmuck, die wunderbare alte Darstellungsweise mit moderner künstlerischer Form verbindenden Bilder und die äußere Ausstattung des Werkes noch erhöht. 100 Exemplare der Haggadah, die für die Freunde der „Talmud-Thora, Volks- und Bürgerschule, Wien" auf feinstem Büttenpapier gedruckt wurden, können geradezu als Musterwerke der Buchkunst angesehen werden. Dem Verständnis des Textes kommt die klare und schöne deutsche — auf dieses Wort muß besondere Betonung gelegt werden — Uebersetzung und die leichtfaßlichen und sachlichen exegetischen Randbemerkungen sehr entgegen. Alles in allem verdient das Werk in allen jüdischen Familien und insbesonders dort, wo Kinder im Hause sind, die weiteste Verbreitung und wir hoffen, daß es bereits in diesem Jahre zur Erhöhung der Festesfreude des Sederabends in zahlreichen jüdischen Familien beitragen wird. Hd. Hebräisch in lateinischen Lettern. Wie aus Jerusalem berichtet wird, hat der hebräische Publizist Ben Awi, ein Sohn des hervorragenden Sprachforschers Ben Jehuda, mit der Herausgabe einer ganzen Serie hebräischer Schriften in lateinischen Lettern begonnen. Schon in ganz kurzer Zeit wird das Buch „Schir Haschirim" (Das Hohe Lied) in einer Luxus-Ausgabe mit lateinischen Lettern erscheinen. Auch wird Ben Awi demnächst mit der Herausgabe einer illustrierten Wochenschrift in hebräischer Sprache mit lateinischen Lettern beginnen. Das Experiment des Publizisten Ben Awi, denn nur als solches kann sein eigenartiges Vorhaben angesehen werden, muß wohl vom jüdischen Stundpunkte aus als nicht besonders glücklich bezeichnet werden. Moses Rath: Lehrbuch der hebräischen Sprache für Schul- und Selbstunterricht ist jüngst im Selbstverlag des Verfassers in Wien neu erschienen. Das ausgezeichnete Buch, das bisher in deutscher, polnischer, englischer, ungarischer, rumänischer, serbo-kroatischer und jiddischer Sprache erschienen und in ganz Europa und Amerika verbreitet ist, stellt eine ungemein praktische Methode zum Selbststudium der hebräischen Sprache dar, mittels welcher Anfänger wie auch solche, welche schon einige Vorkenntnisse besitzen, die hebräische Sprache vollständig erlernen können. Es zerfällt in ein Unterrichtsbuch, ein alphabetisches Wörterverzeichnis und ein hebräisches Uebungs- und Lesebuch mit sorgfältig ausgewähltem Text. Das Buch ist durch die dem Verfasser gehörende Buchhandlung M. Rath, Wien II., Taborstraße 20a, zu beziehen. Dp. w. Die hier besprochenen Bücher sind durch die Buchhandlung Otto Hugo Weinberg. DL, Taborstraße 17 (Hirschenhaus) zu beziehen. FLEISCH HAUEREIk SIEGMUND KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE XVIII., WÄHRINGERSTRASSE NR. 97 Telephon Nr. 17-3-99 and 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilung für Koscherfleisch II.. Iffigasst 15 md XVIII., BahrirgirstraBe 97 unter Aufsicht das «hrar. Rabbinates der Isis Kultusgemeinde Wisn. 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