Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 14 (1.4.1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3062972-3064299-3064313--15317-3088094- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 14 «Ul^^ DIE WAHRHEIT Van Worte xu Wodka J% Eine Jeschiwah in Montreux. Wie das ,.I s r a e 1 i t i s c h e Wochenblatt für die Schweiz" vom 25. März berichtet, soll in Montreux, dem schönen Orte am Genfer See eine jüdische Lehrstätte nach örtlichem Vorbilde dank der Initiative eines Herrn Botschko in Montreux errichtet werden. Das Blatt schreibt hierüber: „Dieses Unternehmen ist aufs wärmste zu begrüßen, und es ist ein Gebot der Stunde, das Interesse der Judenheit der Schweiz auf dieses jüdischkulturelle Ereignis zu lenken. Das Lehrinstitut, das ein Novum für unser Land bedeutet, stellt den großartigen Versuch dar, durch Errichtung einer Filiale der weltberühmten litauischen Lehranstalten in der Schweiz der lernbeflissenen jüdischen Jugend unseres Landes die Gelegenheit zu bieten, sich mittels einer pädagogisch hochwertigen, altbewährten Lehrmethode gründliches jüdisches Wissen anzueignen. Wer einmal den Unterschied erkannt hat, der zwischen echtem, auf Quellenkenntnis beruhendem Wissen und jenem Pseudowissen besteht, das nur aus zweiter und dritter Hand schöpft, wird auch die große Bedeutung dieser Lehrmethode erkennen. Denn diese führt unmittelbar zum „lebendigen Quell" der Thora selber, zu jenem unversiegbaren Born, aus dem das jüdische Volk in all den Zeiten seiner an Leiden reichen Geschichte die wiederbelebende Kraft bezog. Denn die geheime Kraft der Unvertilgbarkeit des jüdischen Volkes liegt' geborgen in der Hochhaltung und Pflege jüdischen Geistes und jüdischer Lehre. Jeder dahingehende Versuch, das jüdisch-geistige Niveau in unserem, dem Zuzug frischer jüdischer Kräfte sich hermetisch abschließenden Lande zu heben, ist darum aufs freudigste zu begrüßen. Eltern, denen es an der Erhaltung ihrer Kinder in der jüdischen Pflichttreue zu tun ist, die ihre Kinder mit Thorageist bereichern, mit Liebe für das Judentum erfüllen und damit an der Sicherung der jüdischen Zukunft mitarbeiten möchten, seien darum auf die Thoralehranstalt in Montreux auf das dringendste hingewiesen." Israelitischer Tempelverein für den XIX. Bezirk. Sonntag, den 27. Februar, fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung obgenannten Vereines statt. Der Obmann, Kommerzialrat Philipp K o h n, begrüßte die Anwesenden, insbesondere den Vertreter des Präsidiums der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Hofrat Herzka, das Ehrenmitglied Rabbiner Dr. Feuchtwang, den Obmann des Verbandes der Tempelvereine Börserat Glück und die Präsidentin des Frauenvereines XIX. Frau Spira. Nach warmen Gedenkworten für den verstorbenen Ehrentempelvorsteher Max Beck und die im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder, erstattete Kommerzialrat Philipp Kohn den Rechenschaftsbericht, aus welchem hervorging, daß der sonst wohlbestellte Verein ebenfalls unter der Ungunst der Zeit gelitten hat. Nach einer eindrucksvollen Ansprache Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Feuchtwang erstattete Kassier Wilhelm Löwy den Kassabericht, welcher einstimmig zur Kenntnis genommen wurde. Dem Vorstande wurde dann gemäß Antrag des Revisors Max Schey das Absolutorium erteilt. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl wurden die turnusmäßig ausscheidenden Herren Jakob Grünwald, Simon Koch, Isidor Löwenbein, Wilhelm Löwy, Bernhard Paschkes, Michael Tauber, Ludwig Tänsfcy und Vizepräsident Robert Wortmann wiedergewählt und Herr Josef Brüll neugewählt. Die Konstituierung des Vorstandes ergab folgendes Resultat: Herr Kommerzialrat Philipp Kohn wurde einstimmig zum Obmann wiedergewählt. Zu Obmannstellvertretern wurden Herr Gustav Oesterreicher und Herr Bela Fränkl, zum Schriftführer Herr Dr. Emil Neuspiel, als dessen Stellvertreter Herr Simon Koch, zum Tempelvorsteher Herr Michael Tauber, als dessen Stellvertreter Herr Leo Löwy. zum Kassaverwalter Herr Wilhelm Löwy, als dessen Stellvertreter Herr Mor G a I und zum Hausverwalter Herr Ludwig T a u s k y gewählt. Generalversammlnne. Der Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk hielt am Sonntag, den 27. März. d. J., die diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Der Präsident des Vereines, Herr Direktor Benno Kahane, begrüßte die Anwesenden, insbesondere den Vertreter der Kultusgemeinde Herrn Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch, den Obmann des Bethausvorstandes Herrn Sigmund Weiler und die Vertreter der Wohltätigkeitsvereine. Vor Eingehen in die Tagesordnung hieit der Vorsitzende den im abgelaufenen Jahre verstorbenen Mitgliedern einen warmen Nachruf. Nach Verlesung des Protokolls der letzten Generalversammlung erstattete der Obmann der Ausspeisungs-Sektion Herr Emanuel Donat einen sehr sachlichen Bericht über die Tätigkeit des Vereines und bemerkte besonders, daß der Verein dank der Opferwilligkeit der Mitglieder und Gönner die erforderlichen Mittel aufzubringen vermochte, um 120 Kinder und 25 erwerbsunfähige erwachsene Personen zu verköstigen. Herr Obmann Donat gedächte auch der außerordentlichen Leistungen der Ehrenmitglieder Herrn Julius und Frau Olga Krupnik, welche während des ganzen Jahres die Kosten des Fleischbezuges aus eigenem getragen haben. Der Redner dankte ferner dem Präsidenten und allen Vorstandsmitgliedern für die tatkräftige Unterstützung und rühmte besonders die großen Verdienste der beiden unermüdlichen Vorstandsdamen Charlotte W e g 1 e r und Regina Ungvary. Herr Kultusvorsteher Dr. Jakob Deutsch sprach dem Vorstande für seine segensreiche Tätigkeit den Dank und die Anerkennung der Kultusgemeinde aus. Namens der Revisoren erstattete der Revisor Herr Markus W e g 1 e r den Bericht und wurde über dessen Antrag dem Vorstande einstimmig das Absolutoriumerteilt. Die durch ihre langjährige Tätigkeit besonders verdienstvollen Vorstandsmitglieder, die Herren Präsident Benno Kahane, Vizepräsident Samuel Fischer und Obmann der Ausspeisungs-Sektion Emanuel Donat, wurden unter allgemeinen Beifall zu Ehrenmitgliedern ernannt. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Haas, flochfeld, Kläwier, Kohn, Kotanyi, Dr. Reik, Salamon, Tausend und Trost per Akklamation wiedergewählt. Zum Schlüsse sprach Herr Oberveterinärrat Heinrich Rosenzweig namens der Mitglieder der gesamten Vereinsleitung für die mustergültige Führung die besondere Anerkennung aus. Das Bezirksrabbinat Mattersburg gibt der Oeffentlichkeit bekannt, daß K u n e r o 1 unter seiner Oberaufsicht in den Kunerolwerken, Wien-Atzgersdorf, hergestellt wird. Während des ganzen Fabrikationsganges ist ein vom Räbbinate bestell*- ter Aufseher im Betriebe. Kunerol mit dem Oster Siegel kann daher mit ruhigem Gewissen von jedem strenggläubigen Juden zu den Osterfeiertagen verwendet werden. S. Ehrenfeld, Bezirksrabbiner der Stadt Mattersburg. Verlobung. Fräulein Stella Wechsler, Tochter des geachteten Großkaufmannes Herrn Friedrich Wechsler, verlobte sich mit Herrn Willy P e c z e n i k. Dienstjubiläum. Herr Eugen Schwarz, Bibliotheksbeamter der israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien, feierte vor kurzem sein 25jähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Anlasse empfing Herr Schwarz zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen von Seiten der Dozenten und Hörer der Lehranstalt und vieler angesehener Persönlichkeiten. Todesfall. Unter außerordentlicher Beteiligung der jüdischen Bevölkerung des 20. Bezirkes wurde Mittwoch, den 23. März, Herr Bernhard Schick, langjähriges Vorstands- und Ehrenmitglied des Brigittenauer israelitischen Tempel Vereines zu Grabe getragen. Nach den vom Oberkantor S. Landerer vorgetragenen Trauergesängen würdigte Herr Rabbiner Dr. A b e 1 e s in tiefempfundenen und eindrucksvollen Worten die Persönlichkeit, sowie den Lebenslauf des Verstorbenen und hob hervor, wie derselbe es verstanden hat, durch unermüdlichen Fleiß, rastloses Schaffen und kluges Erfassen der jeweiligen Zeitverhälrnisse sein Unternehmen aus den bescheidensten Anfängen zur achtungswerten Höhe in der Lebensmittelbranche emporzuführen und wie er in seinen beiden Söhnen würdige Nachfolger gefunden habe. Nachher widmete der Obmann des Klückytempels, Herr Josef Kohn, zugleich ein langjähriger Freund des Dahingeschiedenen, diesem eindrucksvolle Worte freundschaftlichen Gedenkens, in welchen er die Familientugenden und dessen Verdienste um den Kluckytempel hervorhob: Herr Schick war ein treuer Jude, der stets das Interesse des Judentums vertreten und alle religiösen und Wohltätigkeitsanstalten im 20. Bezirk nach besten Kräften gefördert hat. Sein Andenken wird gesegnet bleiben. Das Rekonvaleszenten- und Erholungsheim „PhHanthropia" ladet seine Mitglieder, Freunde und Gönner zu der Sonntag, den 31 April 1. J., um 10 Uhr vorm., im Heime XIII., Lainzerstraße 172, stattfindenden Generalversammlung höflicht ein. MuH iD Cafc m. JUbü"!