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Die Wahrheit · 1927-03-18 · Heft 12 (18.3.1927) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 12 (18.3.1927)
Date
1927-03-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6!l!!ii!i!!!ll!!!l!lli!!!!lilllll!l!iflllllllllli lllll!llli!l[ll[|ll!lll!l!lfll(!ll|[ll!llltllllllllill([lill[l DIE WAHRHEIT Umsatzrückgang, Betriebseinstellung usw., ist seitens der Ford-Motor-Company in keiner Weise Stellung genommen worden. Die Ursache, weshalb insbesondere in Deutschland in einer Anzahl Tageszeitungen und Zeitschriften Henry Ford als eingefleischter Antisemit gegeißelt wurde, ist fast ausschließlich auf das in die deutsche Sprache übersetzte Buch „Der internationale Jude" zurückzuführen. Dieses Buch ist im „Hammer"-Verlag erschienen. Herr F r i t s c h, der Inhaber dieses Verlages, hat sich seinerzeit stark darum bemüht, dieses Buch herausgeben zu können. Die Zentralverwaltung des Sekretariats des Herrn Henry Ford hat seinerzeit eingewilligt, ohne auch nur im entferntesten davon Kenntnis zu besitzen, welche Tendenz der „Hammer"-Verlag verfolgt, noch welche Persönlichkeit Herr Fritsch ist. Erst in letzter Zeit haben verschiedene Persönlichkeiten, die an der richtigen Uebersetzung des englischen Textes dieses Buches zweifelten, eine Kontrolle ausgeübt und festgestellt, daß die Uebersetzung absolut tendenziös gefärbt ist, d. b, der ganze Text des Buches ist auf den bekannten antisemitischen Ton des Herrn Fritsch „umgestaltet'" worden. Henry Ford, der nur sachliche Erwägungen in seinem Buche wiedergibt und überhaupt nur streng sachliche Motive in allen Dingen kennt, ist es niemals eingefallen, eine antisemitsche Hetze zu inszenieren, wie solche in Deutschland in gewissen Kreisen üblich ist Die Zentralverwaltung der Henry Fordschen Sekretariate wird gerichtliche Schritte gegen den „Hammer"-Verlag unternehmen, 1. um das Weitererscheinen des Buches zu verhindern, 2. den verantwortlichen Leiter des „Hammer"-Verlages, Herrn Fritsch, wegen Textfälschung schadenersatzpflichtig zu machen. Der Pressefeldzug gegen Henry Ford, in welchem unter anderen Verleumdungen immer wieder zum Ausdruck gebracht wird, Henry Ford sei eingefleischter Antisemit, geht von einem Konkurrenzkonzern aus; dadurch charakterisiert sich der Wert dieser Nachricht von selbst Die Einstellung des Herrn Henry Ford zeigt sich am besten durch folgende Tatsachen: Das eigentliche Oberhaupt der Ford-Motor-Company, der kaufmännische und finanztechnische Chef dieses Riesenkonzerns, Herr Joseph Liebold, ist Jude (heute noch). Die Ford-Motor-Company beschäftigt 2400 jüdische Mitarbeiter (ohne die nach Tausenden zählenden jüdischen autorisierten Vertreter). Ein erheblicher Teil dieser Mitarbeiter befindet sich in leitenden Stellungen. ___ Sie haben in Ihrem Organ schon des öfteren Gelegenheit genommen, die Glaubwürdigkeit des „Hammer"-Verla g e s und seines Herausgebers, Herrn Fritsch, zu kritisieren. Wir glauben nicht daß Sie den Verleumdungen eines Konkurrenzunternehmens von Ford dadurch Vorspann leisten, indem Sie diesen Irreführungen Glauben schenken. Ihre Zeitschrift, die der Wahrheit und Aufklärung dient, würde, wenn Sie unsere Einwendungen, nicht berücksichtigen, fraglos Ihr Prinzip verlassen. Wir stehen zu weiteren Aufklärungen gerne zur Verfügung und begrüßen Sie hochachtungsvoll Motor Company Neuberg, Behrens G. m. b. IL, gez. Behrens, gez. Neuberg. Ob es sich hier nur um ein geschäftliches Manöver der Berliner Niederlassung der Ford-Motor-Company handelt oder ob dem Schreiben realere Grundlagen zuzubilligen sind, läßt sich im gegenwärtigen Augenblick noch nicht entscheiden. Eine endgültige Stellungnahme wird erst nach Ausgang des in dem Schreiben angekündigten Prozesses möglich sein. Jedenfalls verspricht die Auseinandersetzung zwischen Ford und Fritsch einen neuen und interessanten Beitrag zur Sittengeschichte des Antisemitismus zu liefern. Jüdische Frauenideale. Eine Blütenlese von Dr. Max Gr un wa 1 d. (Fortsetzung.) Mütter und Söhne. Wir könnten diese Reihe noch durch Zitate aus Löwenberg, Holländer, Popper-Lynkeus (die Mutter überträgt auf ihn durch ihr Beispiel die Hochachtung vor dem Buch) u. a. vervollständigen, wollen aber statt dessen hier einige Brieffragmente anreihen. Salomon Münk, der bekannte jüdische Gelehrte an die Mutter: Paris, den 26. Dezember 1834. Theuerste Mutter! ...Ueber diese Reise nach England habe ich noch keinen festen Entschluß gefaßt, obgleich mir so viel klar ist, daß ich sie früher oder später doch unternehmen muß... Es ist gar nicht daran zu denken, die Handschriften nach Paris kommen zu lassen. Es wäre schon eine große Begünstigung, wenn ich sie in Oxford selbst außerhalb der Bibliothek benutzen könnte; denn man ist-in dieser Beziehung in England und in Deutschland weit weniger liberal als in Paris, wo ich fortwährend die Handschriften, die mich besonders interessieren, mit nach meiner Wohnung nehmen und nach Bequemlichkeit durchblättern oder abschreiben kann. Die Seereise, welche Dir so viel Sorgen macht, verdient kaum, eine solche genannt zu werden; sie dauert nur ein paar Stunden und wird hier als Spazierfahrt betrachtet. Doch alle diese Pläne sind noch schwankend, nur das Eine habe ich beschlossen, eine Reise nach Schlesien zu machen. Alles übrige werden wir dann mündlich ausführlicher besprechen können, als es sich in Briefen tun läßt. Meine hiesigen Verhältnisse gestalten sich immer besser. Durch Meyerbeers Vermittlung bin ich mit einem der bedeutendsten Blätter (le Temps) in Verbindung getreten, wo ich Gelegenheit finden werde, mich von Zeit zu Zeit durch literarische Artikel einem größeren Publikum bekannt zu machen; denn obgleich das Blatt ein politisches ist, so findet doch die Literatur darin ihren Platz... Mein Wunsch, an der Königlichen Bibliothek eine Anstellung zu erhalten, könnte sich durch diese Verbindung vielleicht realisieren, das wäre immer ein guter Anfang... In Deutschland ist ja für mich als Jude nichts zu hoffen... Wir werden uns übrigens über alles dies mit Gottes Hilfe bald mündlich unterhalten... Ferdinand Lassalle. Vielgeliebte Mutter! Ich freue mich wie kindisch darauf, daß Du den nächsten Monat hierherkommen willst! Gott, wie werde ich Dich abküssen! Dienstag (März 1863). Vielgeliebte Mutter! Deinen lieben Brief habe ich erhalten und mich sehr über denselben gefreut. Nur Eins begreife ich nicht, wie Du Dich immer für meine Liebe zu Dir bedanken kannst, ebenso bei Rieckchen. Denn wenn irgend einer Mutter die Liebe ihrer Kinder von Gott und Recht wegen zukommt, so bist Du es gewiß! Berlin, 5. Mai 64. Vielgeliebte Herzens-Mutter! Zunächst gratuliere ich Dir, umarme und küsse Dich zu Deinem morgigen Geburtstag auf das herzlichste ab! Mögest Du gesund und glücklich; mit immer froherem Gemüte noch eine Reihe solcher Tage in der Mitte Deiner Lieben verleben, was diesmal leider nicht der Fall ist. Gestern bereits — weil Gütersendungen immer einen Tag mehr brauchen — schickte ich ein kleines Kistchen für Dich ab, enthaltend einen Hut und zwei Hauben, welche Rieckchen für Dich mit der Bitte, sie Dir zum Geburtstag zu überschicken, mitgebracht und hier gelassen hat; ferner von mir einen sehr schönen seidenen Sommer-Mantel und eine Caschmir-Bluse. Ich hoffe, daß Dir beides, besonders der Mantel — ein ganz neuer und noch sehr seltener Stoff — gut gefallen wird. So prächtig und königlich, wie Deine TAp JIM A WF?I> Kleideru. Gummimäntel-Fabrik I ^"^1 lYI I «^L Export nach allen Ländern J* «^*# *w»t ■ M Lrfll Zentrale Wien IL, GlQCken9a$$e 24 Tel. 48-4 79

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