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Die Wahrheit · 1927-03-11 · Heft 11 (11.3.1927) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 11 (11.3.1927)
Date
1927-03-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 KW»" DIE WAHRHEIT treterkollegiums von Amtsdirektor Guido Fuchsgelb dem Plenum vorgelegt. Dieselben betrafen folgende Angelegenheiten: Im Gemeindetempel im 16. Bezirk, Hubergasse 8, muß bisher der an den Tempel anschließende Kanzleiraum, der zugleich auch als Garderobe für die Funktionäre dient, den Zeremoniensaal ersetzen. Unter der Obmannschaft des Herrn Gemeinderabbiners Dr. Bach hat sich nun in Ottakring ein „Jüdischer Kultur- und Tempelverein" die Aufgabe gestellt, den Anbau eines würdigen Betsaales, der während der kalten Jahreszeit und an Wochentagen für die Abhaltung des täglichen Gottesdienstes zu dienen hätte, und zugleich auch den Zeremoniensaal ersetzen soll, zur Durchführung zu bringen. Zu den mit zirka 45.000 Schilling präliminierten Baukosten werden zirka 30.000 Schilling durch den genannten Verein aufgebracht. Die vom Architekten Reiser ausgearbeiteten Pläne wurden der Kultusgemeinde vorgelegt, von. dieser gebilligt und dem Magistrate überreicht, und es hat das Vertreterkollegium beschlossen, dem Plenum zu beantragen: Die israelitische Kultusgemeinde bewilligt als Beitrag für den gegenständlichen Bau die im Voranschlage pro 1927 vorgesehenen 15.000 Schilling unter der Bedingung, daß seitens einiger Vorstandsmitglieder des Vereines die persönliche Haftung dafür übernommen wird, daß die Kultusgemeinde zu weiteren Beitragsleistungen über diesen Betrag hinaus nicht herangezogen werde. Bei der inzwischen stattgehabten bauhehördlichen Kommissionierung wurde die Bauführung nach dem vorgelegten Projekte genehmigt und es wurde über Antrag des Herrn Baurates K e m p 1 e r dem Vereine empfohlen, den Bau gegen Festsetzung einer Pauschalsumme schlüsselfertig zu vergeben und vorzukehren, daß mit der Herstellung so rasch als möglich begonnen werde; Taxen bei Grabsteinstellungen, bzw. Anbringung von Nachschriften auf Grabsteinen: Bewilligung eines Kredites von 2000 Schilling für das Jahr 1927 zwecks Gewährung von Schulgeldbeiträgen an arme Studierende: Berufung des Herrn Karl Alt mann, Fabrikant, in den Bethausvorstand für den 12. bis 15. Bezirk: Kenntnisnahme der Wahlen in den Vorstand der C h e w r a Kadischa L; Bewilligung, daß in allen Bethäusern der Kultusgemeinde und möglichst auch in den Vereinstempeln Täfelchen angebracht werden, die zu Bethausspenden für den Bau- und Erweiterungsfonds der israelitischen Versorgungsanstalt anregen; Subskription <"tif fünf Exemplare der vom Verlag Eschkol A. G. in Berlin vorbereiteten „Enzyklopädie des Judentums" ^cgen Entrichtung des Subskripticnsbeitrages von 2500 Mark in zv/ei Jahresraten: Eintragung der Wiener israelitischen Kultusgemeinde in das „Goldene Buch" des Keren Kajerneth Leisrael anläßlich des 25iährigen Bestandsu'biläums des „Jüdischen Nationalfondes" gegen Bewilligung einer Spende von zwanzig engl. Pfund. Maßnahmen zugunsten der Angestellten; Erhöhung der Subvention für das israelitische Religionslehrerseminar; Dotationen für cr>rengelweise von Vereinen bestellte Dajanim. Die Anträge werden einstimmig angenommen und sodann die öffentliche Sitzung geschlossen. Israelitischer Bethausverein „Chewra Beth Hatölah". Donnerstag, den 3. d. M., 6 Uhr abends, fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung des im Titelgenannten Vereines statt, und zwar unter so großer Beteiligung, daß der Zeremoniensaal des Vereines, IX., Müllnergasse 21. die große Zahl der erschienenen Mitglieder und Gäste nicht fassen konnte. Präsident Börserat I. Glück eröffnete die Versammlung, konstatierte ihre ordnungsgemäße Einberufung und Beschlußfähigkeit, begrüßte zuerst die Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Vizepräsident Dr. J. Ornstein und Kommerzialrat B. B u c h w a 1 d, die Delegierten der Tempeluhd humanitären Vereine,und den Chefredakteur der „Wahrheit", Herrn Ludwig Hirschfeld, dem er für die warme Unterstützung des Tempelvereines in seinem Blatte den herzlichsten Dank aussprach. Das abgelaufene Vereinsjahr hat, wie Präsident Glück im Verlaufe seiner Rede ausführte, nicht ienen Erfolg gebracht, welchen man erwartete, da die allgemeine schlechte Lage und die wirtschaftliche Not der österreichischen Judenschaft natürlich auch an ihren kulturellen Institutionen nicht spurlos vorübergehen kann. Aus dem interessanten Tätigkeitsbericht des Herrn Max E i s n e r gehen immerhin zwei erfreuliche Tatsachen hervor: Der Aufschwung des Jugendgottesdienstes, welcher sich wegen seiner musterhaften Führung im Bezirke steigender Beliebtheit erfreut, und das ersprießliche Wirken der Bibelschule, so daß der Verein einer der wichtigsten seiner Aufgaben, nämlich der Erziehung der Jugend im jüdischen Geiste zu dienen, in vollem Maße gerecht geworden ist. Nach dem vom Kassenverwalter Rudolf Forst erstatteten Rechenschaftsbericht konstatierte Herr Moritz Oesterreicher, daß er im Vereine mit Herrn Bezirksrat Simon Weiner eine genaue Revision der Bücher und aller Belege vorgenommen und alles in musterhafter Ordnung befunden hat. Sein Antrag auf Erteilung des Absolutoriums wurde daher mit Stimmeneinheit angenommen. Bevor nun zu den Wahlen geschritten wurde, entwickelte sich eine lebhafte Debatte über Statutenänderung und interne Vereinsangelegenheiten wie z. B. die Preise der Tempelsitze, welche Auseinandersetzung von einigen Mitgliedern hervorgerufen wurde, die sich auf diese Weise in Szene zu setzen versuchten, eine Erscheinung, wie wir sie leider auch in anderen Tempelvereinen finden und die in unbefriedigter persönlicher Eitelkeit ihre Ursache hat. In einer ausgezeichneten, mit stürmischem Beifall aufgenommenen Rede mahnte Vizepräsident Dr. Jakob Ornstein die Mitglieder zur Einigkeit und erklärte, daß er, der schon oft Gelegenheit gehabt hatte, den Jugendgottesdienst und andere Institutionen des Vereines kennenzulernen, als objektiver und unparteiischer Beobachter feststellen müsse, daß sich der Vorstand des Vereines seiner Aufgabe in musterhafter Weise unterzogen habe und ihm für seine verdienstvollen Bemühungen nur der uneingeschränkte und volle Dank der Kultusgemeinde gebühre. Dieser Dank gebührt aber auch den Mitgliedern des Vereines, deren Opferwilligkeit der Redner alsfoeispielgebend bezeichnet. Nach den ausgezeichneten Ausführungen der Herren Kommerzialrat B.Buchwaid und Moritz Oesterreicher, welche in vortrefflichen Worten die Mitglieder ermahnten, in dieser schweren Zeit, wo bereits in den nächsten Tagen um unser Schicksal gewürfelt wird, einig zu sein, wurden die offiziellen Kandidaten mit überwiegender Majorität gewählt, und zwar in den Vorstand die Herren: Hofrat Professor Dr. S. Frankfurter, Dr. Leo Goldhammer und Dr. Wilhelm Knöpfmacher, in den Ausschuß die Herren: Hermann David, Rudolf Forst, Rudolf Hendl, Siegmund Kornmehl, Salamon Oesterreich, Ignaz Walzer, Moses Weiner und Max Michael Weiß. PLEISC WIEN EX., BERGGASSE Nß. 19?gLSALE. XVSII., WÄHRINQE3STRASSS SSR. 97 Telephon Nr. 17-3-99 und 16-3-34 Lieferant für Heiianstalten Abteilung für Koscherfleisch IX.. Bengpsss 15 M Xlfli!., ^öliFiogirsfF&gB S7 unter Aufsicht des ehpw» Ralfbinates der Isr. Kultusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima- Qualität zu den billigsten Marktpreisen mwt in-1. 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