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Die Wahrheit · 1927-02-04 · Heft 6 (4.2.1927) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 6 (4.2.1927)
Date
1927-02-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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DIE WAHRHEIT lilil Seite 11 (fSkeatee, Xwmstu. £iiexatm N9 Der vierte Universitätsvortrag des Maimomdes-Iustitats findet Samstag, den 12. Februar, abends H7 Uhr, im Hörsaal 35 der philosophischen Fakultät statt. Herr Dr. A. Kaminka wird über hebräische Dichter des Mittelalters und den Einfluß ihebiräischier Piutim auf Hymnen der katholischen Kirche sprechen. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. In dem soeben erschienenen Dezemberheft nimmt Professor Scheftelowitz das Schlußwort zu der Frage, ob das Judentum Dogmen besitzt. Er beantwortet sie dahin, daß die Grundlehren des Judentums als Dogmen, aber nicht im christlichen Sinne des Wortes, zu bezeichnen sind. Gleichzeitig eröffnet Rabbiner Dr. Gold mann eine Aussprache über die Frage nach dem- Sinn dieser dogmatischen Grundlehren und ihrem Verhältnis zu einander. Das eigentliche jüdische Dogma ist nach ihm die Lehre von der „Göttlichkeit der Thora" in dem genauer von ihm erläuterten Sinne, als Wurzel eines Systems, das einheitlich alle Lebensbeziehungen erklärt und regelt und das Wesen des Gottes Israels, das Wesen des jüdischen Menschen, das Wesen jüdischer Gemeinschaft, die Form jüdischen Lebens sowie die Stellung des Judentums und seiner Träger in der Menschheit bestimmt. Ferner schildert S. Baron auf Grund unveröffentlichter Urkunden die Bestrebungen, bei den Verhandlungen des Wiener Kongresses die Gleichstellung der Juden durchzusetzen. Wie jedes Heft der Monatsschrift, so enthält auch dieses eine Uebersicht über neue Forschungen auf einem wichtigen Gebiete jüdischer Wissenschaft; diesmal gibt Professor Bernhard Heller einen Bericht über bedeutende Erscheinungen auf dem Gebiete der Midraschforschung. Man abonniert die Monatsschrift durch Einsendung des Mitgliedsbeitrages von Mk. 10.— an die Gesellschaft zur Förderung des Judentums in Berlin-Schöneberg I, Postscheckkonto Berlin 7030 (Paul Veit Simon). Rudolph Stratz: „Filmgewitter", Roman (August Scherl G. m. b. H., Berlin). Geheftet Mark 3.50. Ganzleinen Mark 5.50. In diesem ebenso spannenden wie humorvollen Roman wendet sich Rudolph Stratz ednem Stoff zu, der m besonderem Maße das Interesse des großen Publikums findet, nämlich dem Filmbetrieb. Die heißblütige Frau eines balkanfischen Kriegslieferanten wird von diesem zu einem Staatsverbrechen angestiftet und dann verstoßen. Um sich zu rächen, gewinnt sie den Juden Turkowitz, der in ihrem Auftrage einen Film drehen läßt, in dem die Taten ihres Mannes, der sich inzwischen mit einer verarmten Wiener Baroneß verheiratet hat, öffentlich gebrandmarkt werden sollen. Turkowitz gelingt es, zwei Persönlichkeiten zu finden, die dem verbrecherischen Ehemann und seänieir zweiten Firau sehr ähnlich sind: Senestry, den vielgewandten Mimen, und Hansine Peterneil, eine kleine hübsche Komparsin, die an diesem Film die Hauptrolle spJelt. Sie ist die ehemalige Frau des gleichzeitig gewonnenen Regisseurs Götz Bölling. Der Film wird auf wechselnden Schauplätzen gedreht: in Berfin, Wien» Bulgarien, Konstantinopel, Kleinasien. Die von dem Vorhaben unterrichtete Gegenpartei sucht mit allen Mitteln das Zustandekommen des Films zu verhindern. Die Technik der FflmhersteHung, der schnodderig komische Ton in der Welt des Films, die Farbigkeit der verschiedenen Schauplätze und die. sich überschneidenden seelischen Konflikte der Mitspieler und ihrer Urbilder vereinigen sich' in diesem Roman zu einem sinnverwirrenden Gesamtbilde. Die „Berliner Volks-Zeitung" feiert in diesen Tagen ihr 75jähriges Bestehen. Das Blatt hat unter seinem gegenwärtigen Leiter, dem demokratischen Landtagsabgeordneten Chefredakteur Otto Nuschke, großen Aufschwung genommen. Wir benutzen gern den Tag, um den Verlag und die Redaktion -sowie besonders Chefredakteur Nuschk.e, der stets mit Wort und Schrift für diet Gerechtigkeit und wahres Menschentum einzutreten bereit ist, aufs herzlichste zu beglückwünschen. §s Ton Worfle su Sfodie^Ü *•..••••#••«••«#•#•«••••••••••••♦•••♦♦••••••••••••«•.....••«••*•••••••••••••••••*•••*••••••«•«••«*«*** Verband der israelitischen Kaltusgemeinden im Bundesstaate Oesterreich. Die erste Sitzung der Leitung des Verbandes fand am Hx. Jänner im Sitzungssaale der Israelitischen Kultusgemeinde Baden statt. Aus dem Inhalt der umfangreichen Beratungen und der Beschlüsse wird uns von der Verbandsleitung folgendes mitgeteilt: Der Anschluß der drei noch außenstehenden Provinzgemeinden ist für die allernächste Zeit zu erwarten. Die Erwirkung der Genehmigung des Verbandes wurde aufgeschoben, bis die Haltung der Kultusgemeinde Wien geklärt sein wird, längstens aber auf 14 Tage. Mittlerweile haben der Vorsitzende und der Schriftführer des Verbandes mit dem Präsidium der Wiener Kultusgemeinde Wien Fühlung genommen und es wurde beiderseits festgestellt, daß höchstwahrscheinlich ein Modus gefunden werden wird, der es ermöglicht, daß der Verband und die Kultusgemeinde Wien in solchen Fällen immer zusammenarbeiten werden, welche die Interessen aller Kultusgemeinden tangieren. Die Beratungen hierüber werden beiderseits in der nächsten Zeit gepflogen werden. Es ist zu hoffen, daß es auf diesem Wege doch zu einem vollständigen Zusammenschluß kommen wird. Der Verband Ist behufs gegenseitiger Beratung und Unterstützung mit dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden in Verbindung getreten und wird versuchen, in dieser Hinsicht Beziehungen zu den Spitzenorganisationen jüdischer Gemeinden aller anderen Staaten und Länder anzuknüpfen. Sehr eingehend befaßte sich die Verbandsleitung mit der Lage der altehrwürdigen Kultusgemeinde Hohenems. welche nur mehr ein Scheindasein führt Es bestehen verschiedene Pläne, um diese Gemeinde vor dem Untergang zu retten und der Vorsitzende erhielt den Auftrag, sich mit diesem Gegenstand in jeder Richtung eingehendst zu befassen, und bei der nächsten Sitzung darüber zu berichten. Wenn es dem Verband gelingen wird, diese Gemeinde zu erhalten und zu neuem Leben zu erwecken, dann wird seine Existenznotwendigkeit wohl von keiner Seite mehr angezweifelt werden. In der Frage der Heranbildung eines geeigneten Nachwuchses der Kultusgemeinde-Angestellten gab der Vertreter der Kultusgemeinde Baden die sehr beachtenswerte Anregung, unter den Zöglingen des Badener Waisenhauses geeignete Kandidaten auszuwählen und dieselben weiter ausbilden zu lassen. Die Verbandsleitung wird versuchen, diesen Weg zu beschreiten, welcher sowohl die Ansprüche der Gemeinden aller Richtungen befriedigen könnte, als auch einem eminent wohltätigen Zweck dienlich wäre. Sehr schwierig wird sich wohl die Regelung des jüdischen Wanderungswesens einerseits und des W a n d e r b e 11 e 1 s anderseits gestalten, welche Probleme den Verband sehr in Anspruch nehmen. (Dem Vernehmen nach befaßt sich auf Anregung der der „Union" nahestehenden Mitglieder auch der Wiener Knltasvof stand bereits intensiv mit dieser Angelegenheit, welche demnächst im Einvernehmen mit den am meisten in Betracht kommenden Gemeinden einer für alle KONKURS Bei der israel. Kultusgemeinde Klagen» furt gelangt die Stelle eines KANTORS der gleichzeitig Schochet-Übodek sein muß zur baldigen Besetzung. Bewerber müssen von orth. Rabbinern Kaboles besitzen. Gehalt nach Ueberein kommen. Reisespesen werden nur dem Akzeptierten vergütet Offerte mit Zeugnisabschriften sind zu s richten an den Präses: Max Stössl ]AC. MAYER Kleider-, Pelzeu. Gummimäntel-Fabrik Zentrale: Oetailverkauf: Wien II., Glockengasse 24 Wien II„ Taboratrafte 44

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