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Die Wahrheit · 1927-02-04 · Heft 6 (4.2.1927) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 6 (4.2.1927)
Date
1927-02-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 11 DIE WAHRHEIT Teile befriedigenden Erledigung zugeführt . wird. Die Red.) •Diese Elementarerscheinungen belasten fast alle Gemeinden in fast unerträglicher Weise, wenn auch verschiedenartig. Während die an den westlichen und südlichen Grenzen des Staates gelegenen Gemeinden vorwiegend mit jüdischen Aus- und Rückwanderern zu tun haben, denen sie bis zur nächsten Kultusgemeinde weiterhelfen sollen, sind' andere Gemeinden vornehmlich durch den Wanderbettel betroffen, welcher nicht nur durch weinen Umfang, sondern hauptsächlich dadurch zu lebhaften Klagen Anlaß gibt, daß unter den Personen, welche Unterstützungen ansprechen, immer wieder Unwürdige festgestellt werden, deren Erkennung auch gewiegten Gemeindefunktionären nicht immer gelingt. Der Verband wird wahrscheinlich jahrelang brauchen, bis es ihm gelungen sein wird, Mittel und Wege zu finden, welche den ärgsten Uebelständen steuern werden. Schließlich wurde beschlossen, die führenden Blätter aller Richtungen des Judentums in Oesterreich zu ert suchen, kurze Berichte über die Tätigkeit des Verbandes zu! veröffentlichen und auch dem jüdischen Leben in den Provinzgemeinden ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden und dadurch das Interesse der Judenschaft für ihre gemeinsamen Angelegenheiten zu wecken. Die Fülle der Aufgaben, welche den Verband befassen, kaum daß er ins Leben getreten ist, läßt die 'Notwendigkeit seiner Gründung augenfällig erscheinen. Klosterneuburg. Ueber Einladung des jüdischen Wohl- ' fahrte Vereines „Gegenseitigkeit" in Klosterneuburg hielt am Sonntag, den 16. d. M., Herr Kultusvorsteher Hermann; Erb er im Sitzungssaale des Klosterneuburger Tempels einen ]Vortrag über „Aeitere und neuere Geschichte der Juden in Klosterneuburg". Der Vortragende, der sich als guter Kenner des ganzen geschichtlichen Stoffes erwies, entrollte ein fesselndes Bild der Geschichte der ersten jüdischen Einwanderer, die sich vor ungefähr 90 Jahren in und um Klosterneuburg ansiedelten und den Grundstock für die spätere Kultusgemeinde bildeten. Bei den zahlreichen Zuhörern, unter denen sich mehrere Gäste aus Wien und Klosterneuburg befanden, deren Eltern oder Großeltern zu den ersten jüdischen Einwohnern Klosterneuburgs zählten, erweckten die Ausführungen des Herrn Kultusvorsteheris, der die Entwicklungsgeschichte der jüdischen Gemeinde in Klosterneuburg zum großen Teile aus eigener Anschauung schildern konnte, tiefen und nachhaltigen Eindruck, der zum Schlüsse des Vortrages in lebhaftem Beifall zum Ausdruck gelangte. Beth-Hamidrasch-Verein. Bei der am 25. Jänner abgehaltenen ordentlichen Generalversammlung des Beth-Hamidrasch-Vereines wurden per Akklamation folgende Herren in den Vorstand gewählt: Als Präsident der Vizepräsident der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Jakob O r n s t e i n, als Vizepräsident Kultusvorsteher Dr. J. Ticho, als Schriftführer Bethausvorsteher Dir. J. Haber, als Kassier Herr Fürsorgerat Jakob Weiß, ferner die Herren: Dr. E. Münz, Vizepräsident des Bethausvorstandes, Mayer Reich, Josef Sonnenschein, Georg H e 11 w i n g, Salomon Wein i n g, als Revisoren die Herren Dr. Heinrich Rubin und Moses G e i r i n g e r, als Stellvertreter Mayer Reinkraut und Jakob S p i 11 e r. Als Mitgliedsbeiträge wurden folgende Sätze angenommen: Gründer S 100.—, ordentliche Mitglieder jährlich S 6—, unterstützende Mitglieder jährlich S 24.—. Die stattfindenden Vorträge werden nach wie vor an der Anschlagtafel bekanntgemacht. Mitgliederaufnahme findet im „Beth-Hamdrasch" statt. Herreno. 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