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Die Wahrheit · 1927-01-14 · Heft 3 (14.1.1927) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 3 (14.1.1927)
Date
1927-01-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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m DIE WAHRHEIT illliH^ Seit* U M^ ,.l.|,,|l>IIHI«illl.............MIIIIII1HIIII.....I.IHMUIIIIIIHWIIM......II..MM........^ t'"\?<:'" (Theater, J£unstu. £iteratuT o \.......................................................................................... 3. Universitätsvortrag des Maimonidesinstitutes. Samstag, den 15. d. M., H7 Uhr abends, findet im Hörsaale 35 der Philosophischen Fakultät der dritte Vortrag über die philosophischen Ideen von Maimoni des, Thomas von Aquinum und Averrhoes statt. A. Kaminka, Le prophete Isai'ee, Paris 1925, Paul Geuthner. Kein Leser kann sich der scharfsinnigen und geistreichen Beweisführung entziehen, mit der hier Kaminka für die Einheitlichkeit des Buches Jesaja eintritt. Mit genauer Kenntnis der einschlägigen Literatur weist er die Schwächen in der Argumentation der gegnerischen Phalanx zu erspähen und sie zu widerlegen. Gründliche Kenntnis der biblischen tmd nachbiblischen jüdischen Literatur ermöglicht ihm aus den Quellen schlagende Belege für seine These zu schöpfen. Daß der Stil des Propheten variiert, wird mit Recht aus ssinem langjährigen Wirken in einer Zeit schwerster politischer Katastrophen erklärt. Den Gipfel geistreicher Kombination bildet das Herauslesen des Namens (Je)schaja aus dem ihm abgesprochenen Werke selbst. Auf die Antwort der Gegenpartei sindwir gespannt. G. M. Buber u. Fr. Rosenzweig. Das Buch Im Anfang. Berlin 1926, Lambert Schneider, M. 4.—. Zwei Meister der deutschen Sprache, die sich mit verständnisvoller Liebe in Geist und Wort der Herligen Schrift vertieft haben, liefern hier eine Uebertragung des ersten Buches Mose, die tatsächlich dem aufgestellten Ideal entspricht. Sie wird gerecht „der kosmischen Tiefe des Sinngehalts", der „rythmischer Gestalt des Urtextes", der „elementaren Treue gegen den Wortlaut" und bietet „das edelste Deutsch unserer Tage". Wir erhoffen in Kürze die Fortsetzung. Dienemann M. Predigten, zu den hohen Feiertagen, 2 M. „Jüdische Kinderhilfe", Offenbach a. M. Diese sieben Predigten vereinen abgeklärte Lebensweisheit mit warmem zu Herz>en dringendem Eifer für die Wahrheiten des Judentums. Es ist jedesmal erfreulich zu sehen, daß es noch Gemeinden gibt die solche Werte voll zu würdigen wissen und dem flüchtigen Worte durch Drucklegung Dauer und weite Verbreitung sichern. G. S. Lewi. Beiträge zur Geschichte der ältesten Grabsteine m Mainz. Mainz 1926, Religionsgemeinde Mainz. Durch eine Neuaufstellung der ältesten jüdischen Grabsteine in Mainz, deren Daten die bis in das 10. Jahrhundert zurückreichen, sind von dem Verfasser wichtige Ergänzungen, zum Teil Berichtigungen bisher vorliegende«- Forschungsergebnisse erzielt worden. Das schön ausgestattete Schriftchen bringt die Grabsteine und ihre Lesung. G. „Das neue Europa", die in Wien erscheinende Internationale Revue für Politik und Volkswirtschaft, bringt im Heft für November-Dezember eine Reihe interessanter Aufsätze deutscher, französischer, englischer und tschechischer Autoren, die alle die wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Fragen Europas für die Gegenwart und die nahe Zukunft — wenigstens mittelbar — von paneuropäischen Gesichtspunkten besprechen. Das Mitglied der französischen Völkerbunddelegation, Professor Ren6 Cassin, behandelt die „Etappen der Herabminderung der nationalen Rüstungen". Er unterscheidet drei Entwicklungsabschnitte in den Bemühungen um die Rüstungseinschränkung: den „der tastenden Versuche, der der Ausfindigmachung einer konkreten Arbeitsmethode gewidmet gewesen sei", eine „Vorbereitungsphase", in der wir uns noch jetzt befänden, und dann die Phase der „Verwirklichungen der Abrüstungen". Ein abschließendes Urteil über diese recht optimistischen Erörterungen kann nicht gefällt werden, weil sie in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift fortgesetzt werden sollen. Dr. Hohenau, der Herausgeber der Revue, befürchtet in einem Aufsatz „Kommende Zeiten' politische Verwicklungen von den Bündnisbestrebungen der Balkanstaaten Südslawien, Bulgarien und Griechenland, an denen Rumänien merkwürdigerweise nicht beteiligt sei. Louchenr, der bekannte französische Industrielle und Staatsmann, untersucht die Ursachen des krankhaften finanziellen und wirtschaftlichen Zustandfes, der gegenwärtig in Europa herrscht. Die Wirtschaftspolitik, die viele Länder Europas vor dem Kriege mehr Güter verbrauchen ließ, als sie „bei richtiger Einschätzung hätten sollen", hätte nach Kriegsschluß bekämpft werden müssen. Aus Mangel an Mut sei das nicht geschehen. Die Inflationspolitik habe sich als vollständig verfehlt erwiesen. Das habe seinerzeit auch Rathenau nicht einsehen wollen. Später habe Frankreich denselben Fehler begangen. Wolle man aber eine feste Wäwnng schaffen j dann dürfe man nicht, wie es in Oesterreich geschah, die finanzielle Frage lösen wollen, ohnesich «gleichzeitig oder unmittelbar darnach mit den wirtschaftlichen Problemen befassen zu wollen". Was die Aufhebung der Zollschranken, also die Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa in wirtschaftlicher Hinsicht betrifft, so müsse man der Frage der nationalen Sicherheit große Aufmerksamkeit widmen, damit nicht gewisse Länder, die ein Monopol besitzen, auch eine politische Oberherrschaft erlangen. Diese Sicherheit setze eine neue wirtschaftliche Organisation voraus, durch welche „nicht alle, aber eine der Ursachen verschwinden würde, die in der Vergangenheit Kriege hervorgerufen haben". Loucheur denkt daran, Europa und die ganze Welt nach der horizontalen Gliederung wirtschaftlich zu organisieren. Ferdinand Lop bespricht in einem französisch geschriebenen Aufsatz die finanzielle Lage Frankreichs, wobei er unter anderem die Einführung der Tilgungskasse und die Ausgabe der Bons zur nationalen Verteidigung kritisch erörtert. Lord Newton, Mitglied des englischen Oberhauses, widmet dem englischen Kohlenkrieg einen Aufsatz in englischer Sprache. Er greift darin heftig die unterwühlende Politik der Bolschewiken an. Auch ein Aufsatz von Leopold Katscher behandelt den englischen Bergarbeiterausstand. Der Verfasser wirft Baldwin und Cook ungeschickte Taktik, die in dem Versäumen günstiger Verständigungsmöglichkeiten zum Ausdruck gekommen sei, vor. Der Schweizer Dr. S z t e r n schreibt über das Thema: „Völkerbundorganisation und Völkerbundgesinnung". Der „sacro egoismo" sei noch sehr stark; die Völkerbundgesinnung fehle noch so gut wie ganz. Berta Schult (Genf) skizziert den ersten Eindruck der Staatsmänner Briand, Chamberlain, NinäiiS, Scialoja, Stresemann usw. Dr. S a 1 k i n d (Wien) bespricht die Sanierung Oesterreichs. General Auffenberg-Komarow schreibt einen „Epilog zum Paneuropäischen Kongreß". In einem Aufsatz „Kolonialmandat für Deutschland? lehnt der ehemalige Kapitän zur See, L. Pers i u s, die ganze Kolonialmandatspolitik Deutschlands als vollständig verfehlt ab. Da Deutschland ohnehin nur Kolonien bekäme, die die anderen Staaten nicht mehr wollen. Er führt Zahlen an, die beweisen, daß auch vor dem Krieg nur ein verschwindend kleiner Teil des deutschen Bevölkerungsüberschusses in die Kolonien auswanderte. Dr. Reinhard (Prag) bespricht das Thema „Weltwirtschaft und Mustermessen", der Präsident der Prager Mustermesse, B o h ä c, die gegenwärtige Wirtschaftkrise in der Tschechoslowakei: „Steuerüberlastung, Uebervölkerung des Staates. Mangel an Kolonien, Zoll- und Tarifschwierigkeiten, der teure Kredit, die geringe Arbeitskapazität der Maschinen und der Leute gegenüber der Auslandskonkurrenz" seien die Hauptursachen der Wirtschaftskrise in der Republik. Die hier besprochenen Bächer sind durch die Buchhandlung Otto Hugo Weinberg, IL, TaborstraBe 17 (Hifschenhaus) zu beziehen. ^■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■«fe 2 *T\Hn «na wn i» | ■ Mit dieser gesetzlich 5 ■ geschützten S nnjn irphm nuab 1 Mendl Friedmann & Sohn; Kerzenfabrik ■ I., Hohenstaofeiigasse l? - Tel 63-6-3» g Ausschließliche Menorab-Kcrzen. Detailverkauf: ■ Seifenfabriksniederlage : Noe Lehr, II., Taborstrafle 5$ 5 ^■^■■■■■■■■«■■■■■■■■■■■■■■■■■^■^■■■■O

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