Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 52 (27.12.1929)
- Date
- 1929-12-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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ÖIE WAHRHEIT Seite 3 S. SCHEIN AKTIENGESELLSCHAFT Nr. 10-12-14 m, Nartamnersirmie Nr. aa (Ecke Zieglergasse) W THHPICHC nOBElSTAfffE IINOLEVn erfiftfe Aaswabt! Billigste Preiset denen das Immergrün, also Nadelhölzer, die auch zu Neujahr grün waren, sich dazu am meisten eigneten. Als 354 das Weihnachtsfest auf den 25. Dezember verlegt wurde, wurde nach und nach das Schmücken der Häuser mit Zweigen und Verteilen von Geschenken ebenfalls auf diesen Tag und den vorangehenden Abend verlegt. An diesem Tage wurde in der vorchristlichen Zeit, wie erwähnt, das Julfest durch Anzünden des Julblockes gefeiert, was noch heute in Skandinavien und England geschieht, indem ein großer und schwerer Holzblock entzündet wird, der einige Tage hindurch brennt. In Deutschland dagegen erlosch der Julblock wahrscheinlich unter dem Einflüsse des Christentums schon ziemlich früh, dagegen verbreitete sich etwa seit dem 10. Jahrhundert der poetische Glaube, daß in der Christnacht Kirsch- und andere Fruchtbäume blühten und Früchte trügen. Man stellte Zweige solcher Bäume ins Zimmer. Da aber Fruchtbäume im Winter schwer aufzutreiben sind, schmückte man Tannen- oder Fichtenzweige mit buntem Papier und ähnlichem Flitterwerk und vereinigte sie räumlich mit den Neujahrsgeschenken der Tabula Fortunae. Auf die Idee, den Baum mit brennenden Lichtern zu schmücken, verfiel man nicht, da um dieselbe Jahreszeit die Juden die Chanukka-Lichter anzündeten: man scheute das Judaisieren. Es dauerte indessen sehr lange, bis der Weihnachtsbaum auch ohne Lichter sich Bahn brach. Erst im Jahre 1604 läßt sich in Straßburg ein Weihnachtsbaum, behängen mit bunten Papierwaren, Aepfelcheu, Oblaten, Zischgold, Zucker usw. nachweisen. Indessen behaupten manche Forscher, daß gerade im Elsaß der Baum unter der protestantischen deutschen Bevölkerung schon etwa ein Jahrzählte, daß sie die Chanukkalichter mit magischer Kraft angezogen hätten. Man möge verzeihen, sie hätte geglaubt .... Schon führten die Kinder sie ins Zimmer, schon bot der Hausherr ihr freundlich an, mit ihnen das Chanukkalied zu singen, und nach langer Zeit saß Hanna in einem jüdischen Hause. Und dieses Haus sollte ihr zum Segen werden! Nun hatte sie wieder einen „Schabbesabend'', zu dem sie regelmäßig gebeten wurde, sprach mit dem Hausherrn und den Kindern das Tischgebet und beeilte sich, am Sonnabend schnell heimzukommen, um die Hawdole nicht zu versäumen. Und als das Chanukkafest sich jährte, stand Hanna als Hausfrau neben Herrn G., der lächelnd auf das erste Lichtlein hinwies. „Das Lichtlein", sprach er, seine Gattin liebevoll ansehend, „hat dich mir zugeführt und deshalb segne ich es doppelt. Clara Schott. Jüda Makkabi. Den Kampfeslärm im Ohr noch, führt ihn schon Der Sehnsucht Ungestüm hin zu des Tempels Pforte, Die Zeichen trug von Feindes wildem Hohn, Von Plünd'rung einer rohen Horde. hundert früher anzutreffen war. Aber im Jahre 1654 eiferte der protestantische Prediger Danreb a u e r energisch gegen den „heidnischen" Brauch- Er schreibt: „Unter anderen Lappalien, damit mancher die frohe Weihnachtszeit mehr als mit Gotteswort begehe, ist auch der Weihnachtsbaum oder Tannenbaum, den man zu Hause aufrichtet, mit Blumen, Puppen und Zucker behängt, und ihn hernach schütteln und abblumen läßt. Wo die Gewohnheit herrührt, weiß ich nicht. Es ist ein Kinderspiel. Viel besser wäre es, man weihte die Kinder auf den geistlichen Zedernbaum Jesum Christum/1 Die spätere Französierung des Elsaß verdrängte den Weihnachtsbaum. Im Jahre 1870 war er fast ganz unbekannt und wurde erst durch die deutschen Truppen dort heimisch. In katholischen Kreisen betrachtete man ihn als protestantischen Eindringling. Im Landesausschuß protestierte man dagegen, daß ein Salinen-Direktor ihn in seinem Sprengel einzubürgern suchte. Im Jahre 18% bezeichnete ein katho- Und Juda, dieser Held, schlachtenumwittert, Gehärtet in des Krieg's unsel4gem Brand, Er steht in seiner Seele tief erschüttert. Die Blicke starr aufs Heiligtum gewandt. Das Schwert, er gürtet's ab und kniet Vor des Altares einst geweihter Stätte. Sein Antlitz Schmerz durchwühlt und Qual durchglüht. Ist's nicht, als ob ein Schrei geklungen hätte? Gewaltig Judas Stimme füllt den Raum: Nicht will ich klagen, Herr, nicht will ich stöhnen. Es faßt mein Auge all die Greueltaten kaum. O laß durch mich dich Ewiger versöhnen. Bis ich dies Haus im Lichterglanz erschaut, Darf nimmermehr mein Leib der Ruhe pflegen. Bis Lobeshymnen Gott dich preisen laut Aus Priesters Mund entströmet fromm der Segen. Und feierlich des Makkabäers Schwur verhallt. Dort, wo die heil'ge Erde Blut getrunken Unschuldiger Opfer düsterer Gewalt, Liegt Juda im Gebete still versunken. Beate Baumgarten.