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Die Wahrheit · 1929-12-13 · Heft 50 (13.12.1929) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 50 (13.12.1929)
Date
1929-12-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Olk WAHRHEIT Seite 5 sten verhindert wurde, die Arbeiterbewegung in antisemitische Bahnen zu leiten (?). Der Anteil der Juden an der Sozialdemokratie ist am stärksten, wo die jüdische Ueberflutung der Geschäftswelt am umfangreichsten ist. (Oesterreich.) Das Unruhige, das Aufwühlende, das Neuerungssüchtige, das Revolutionierende liegt ohne Zweifel im Messianismus des Judentums begründet. Es ist die überspitzte, aus der Sphäre des Religiösen ins rein Irdische übergeleitete Idee des Allmenschentüms, die im Kommunismus grundgelegt erscheint. Dabei ist aber nicht zu vergessen, daß die jüdischen Bolschewisten im Grunde keine Juden mehr sind. Die orthodoxen jüdischen Kreise trennen deutlich zwischen sich und den zersetzenden jüdischen Elementen. Aus dem Abschnitte 4. Die Juden im Wirtschaftsleben: Die Juden waren im Altertum in Palästina Ackerbauer, in Babylonien Kaufleute, in den Städten der griechischen Diaspora Handwerker. Erst infolge der Zerstreuung wurden sie mehr und mehr ein Handelsvolk. Der Anteil der Juden an der Begründung des modernen Kapitalismus, ist unter den Wirtschaftshistorikern umstritten. Fest steht jedoch ihr großer Anteil an der Ausbildung des modernen Kreditwesens. Mit der Emanzipation fielen alle Schranken jüdischer Handelsbetätigung. Im Laufe des 19. Jahrhunderts sind die Juden dank ihrer Intelligenz und Anpassungsfähigkeit, dank ihrer jahrhundertelangen Erfahrung die beherrschende Macht auf dem Gebiete des Handels geworden. Heute ist das Judentum die gewaltigste Wirtschaftsmacht, nicht bloß für die einzelnen Länder, wo jüdische Kapitalskraft das Wirtschaftsleben maßgebend beherrscht, sondern auch für die Weltwirtschaft. Durch seine internationalen Beziehungen mit Glaubensgenossen und Familienzugehörigen ist der jüdische Kapitalismus in der Lage, den Gang der Weltwirtschaft bestimmend zu beeinflussen. Die jüdische Beherrschung des Wirtschaftslebens erstreckt sich nicht bloß auf den Handel und den Geldmarkt, sondern auch auf die Bodenspekulation und im Interesse ihrer Wirtschaftspolitik, die den ganzen Erdball umspannt, auf die politischen Faktoren. Besondere Arbeitsfelder der jüdischen Wirtschaftsbetätigung sind neben dem Bank- und Geldgeschäft die Herstellung und der Handel in Herren- und Damenkleidern, der Handel mit Lebensmitteln, Wäsche, Schuhen, Häuten und Fellen usw. Während des Weltkrieges 1914—1918 waren in den meisten der kriegführenden Mächte Juden als Hauptbeteiligte der Kriegsgesellschaften tätig. Dabei haben sich einzelne hervorragende Juden in Deutschland, z. B. Rathenau, um Volk und Vaterland erhebliche Verdienste erworben. Aus dem 5. Abschnitte: Die Juden im Kulturleben: Die Frage, ob den Juden eine von den Christen abweichende Sittenlehre eigen, wird verschieden beantwortet. Neben dem Gesetz Moses (Thora) bildet besonders der Talmud für die Juden die Richtschnur ihres Handelns. An zahlreichen Stellen des Talmuds ist ausgesprochen, daß Andersgläubige ebenso zu behandeln sind wie die Juden. Nur den altheidnischen Götzendienern gegenüber bestanden Ausnahmegesetze. Die Rabbiner haben sich öfters dahin ausgesprochen, daß die Juden den Nichtjuden gegenüber sich der gleichen Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit im Handel und Wandel, der Liebe und Gerechtigkeit zu befleißen haben. Neben dem mustergültigen Familienleben der gläubigen Juden stellt die Nächstenliebe eine der edelsten Seiten des Judentums dar, sie ist in der Thora und im Talmud verankert. Das Wesentliche der jüdischen Charitas beruht darin, daß sie unlöslich mit der Religion verbunden ist. Der von den Juden dafür ausgeprägte Ausdruck (Zedakah: Gerechtigkeit und Güte) begreift in sich die gehobene religiöse und soziale Gerechtigkeit mit messianischem Gepräge. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", das ist nach dem Worte Akibas „das größte Gebot der Thora, das alles in sich begreift". Der Arme und Bedrängte hat im Judentum einen vollgültigen Rechtsanspruch auf Unterstützung. Die Liebespflicht der Juden hat sich während ihrer ganzen Geschichte und besonders in den Jahrhunderten ihrer Verfolgung im glänzendsten Lichte gezeigt und zahlreiche, umfassende Wohlfahrtseinrichtungen hervorgerufen. Der Vorwurf des R i t u a 1 m o r d e s, d. h. der zu rituellen Zwecken verübten Ermordung von Christenkindern wurde schon im 13. Jahrhundert erhoben. In der Folgezeit haben eine Reihe von Schriftstellern den Ritualmord als eine aus dem Talmud erfließende jüdische Sitte darzustellen versucht, doch haben alle angeblichen Fälle der Kritik nicht standhalten können. Weder im Alten Testament noch im Talmud und in der ganzen nachbiblischen Literatur findet sich ein Anhaltspunkt für den Ritualmord. Für die zur Stütze des Vorwurfes HUFA-TON-KINOH Wien II., TaborstraB« 8 — Tal. R 42-3-41 Heute und täglich: Das srofie Tonfilm-Programm Alexander Dumas Prachtwerk Das Halsband der Königin Eine dramatische Begebenheit, aus dem Leben der Königin Marie Antoinette Vorher; Der Tonfilm-Sketch „EYClUn" mit Fritz Schulz und der Kapelle Dol Dauber Beginn der Vorstellungen: 5, 7 und 9 Uhr Sonn- und feiertags: ab 4 Uhr beliebte Berufung auf die mündliche Ueberlieferung kann keinerlei Beweis erbracht werden. Der Anteil der Juden an der Wissenschaft ist bedeutend. Der außerordentliche Andrang der Juden zu den höheren Schulen und zu den gelehrten Berufen erklärt sich aus ihrem Bildungseifer, ihrer Wißbegier, verbunden mit Intelligenz. Energie und Zähigkeit, aber auch aus ihrem Wohlstand (?). Eine Lösung der Judenfrage im Sinne der beiden extremen Auffassungen, einer Ausmerzung des Judentums überhaupt, wie es der Antisemitismus wünscht oder im Sinne einer vollständigen Assimilation, näherhin einer restlosen Verschmelzung des jüdischen Volksteiles mit dem christlichen, darf man als praktisch unmöglich bezeichnen. Eine Lösung ist nicht nur möglich im Sinne einer labilen Harmonie bei allseitigem guten Willen, politischen Sinn und Wahrhaftigkeit bei Juden und Nichtjuden. Ein Blick auf die dreitausendjährige Geschichte des Judentums mit ihrem Auf und Ab muß zu der Erkenntnis führen, daß die Lebenskraft des Judenstums und der zähe Lebenswille des jüdischen Volkes seinen Bestand noch weiter verbürgt. Der tiefste und letzte Sinn des Judentums, die Rolle des jüdischen Volkes in der Menschheit ist nur zu verstehen vom Standpunkte einer metaphysischen Betrachtung. Der gefertigte Berichterstatter hat es absichtlich unterlassen, abgesehen von der Hinzufügung einiger Fragezeichen bei auffallenden Irrtümern von N. Müller in irgend einer Weise zu dessen Gedankengang Stellung zu nehmen. Er überläßt dies den Lesern des Blattes und ist dabei sicher, daß sie in vieler Hinsicht dem Mitarbeiter dieses katholischen Werkes für sein geschichtliches Verständnis des Judentums, für sein Streben nach Wahrheit und seinem Gerechtigkeitssinn dankbar sind. Wir denken hier in erster Linie an die Darstellung der jüdischen Nächstenliebe und an die Aeußerungen über die jüdische Sittenlehre, über Rathenau sowie über die Zukunft des Judentums. Der unbefangene Leser wird öfters das Gefühl haben, als wollte ein Mensch im höchsten Sinne des Wortes dem anderen die Bruderhand reichen. Leider sind nicht alle Anschauungen auf derselben Höhe. Als unrichtig müssen die Anschauungen zurückgewiesen werden, die sich auf die wirtschaftliche Weltmacht des Judentums beziehen. Sie sind vielleicht daraus hervorgegangen, daß jüdische Bankiers der meisten Länder sich weigerten, mit Regierungen, die Pogrome zuließen, Geldgeschäfte abzuschließen. (Es sei bei dieser Gelegenheit an den am 14. November 1929 abgehaltenen Vortrag des Hofrates Dr. Ad. Drucker über „Geldmacht und Weltmacht" erinnert.) Außerdem finden sich noch verschiedene abfällige Aeußerungen von N. Müller in seiner Darstellung, die auf einem einseitigen Urteile beruhen. Er mißbilligt die Betätigung der Juden auf dem Gebiete der Literatur (Mangel an Gemütstiefe. Skepsis, Sensation und Geschäft), ferner auf dem der Presse (Arbeit an der Entwurzelung der Volksideale), auf dem des Kinos (auf Sinnlichkeit berechnete Filmstücke), auf dem der Musik (abgesehen von Mendelssohn und Meyerbeer Fabrikation leichter Opernmusik), auf kulturellem Gebiet (dient Geschäftszwecken und Unterhaltung). Darauf müssen wir erwidern, was im selben Werke unter „Antisemitismus" von K. R i e d e r ausgesprochen ist. Dieser sagt bei diesem Anlasse: Unrecht aber ist es, die von den Juden ausgehenden Schäden zu verallgemeinern, sie allein damit zu belasten, als ob diese Schäden sich nicht auch beim Germanentum vorfinden.

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