Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 45 (8.11.1929)
- Date
- 1929-11-08
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 nminiimin DIE WAHRHEIT den immerhin bescheidenen Mitteln, die ihr zur Verfügung standen, hat die Gesellschaft schon recht Beachtenswertes erreicht. Jetzt ist es Pflicht des leitenden Vorstandes, weiterzuwirken. Er bittet, diese Bestrebungen durch Beitritt zur Gesellschaft zu unterstützen. Wenn auch nicht jedes Mitglied gewillt oder in der Lage ist, tätig mitzuarbeiten, so werden doch alle durch die „Mitteilungen" in stetem Zusammenhang mit uns bleiben und bei genealogischen Arbeiten für die eigene Familie nach Möglichkeit Unterstützung finden. Der Vorstand der Gesellschaft für jüdische Familienforschung, Berlin W 9. Potsdamerstraße 5. Der Soproner orth. Oberrabbiner gestorben. Aus Sopron wird das am 29. Oktober plötzlich erfolgte Ableben des allverehrten Oberrabbiners der dortigen israelitischen orthodoxen Kultusgemeinde Emanuel Grünwald gemeldet. Volle 57 Jahre entfaltete Oberrabiner Emanuel Qrünwald in Sopron eine segensreiche Tätigkeit, und noch traf er Vorbereitungen zu einer Feier im Tempel, als er plötzlich, von einer Ohnmacht befallen, in seinem Arbeitszimmer zusammenbrach und im Alter von 87 Jahren verschied. Das Leichenbegängnis fand Donnerstag, den 31. v. M. unter außerordentlich großer Beteiligung statt. Nachrufe hielten: Oberrabbiner Bernath Snyders, Györ, Rabbiner K o h n, Csorna, Rabbiner Rosenberger, Kapuvär, Oberrabbiner Weiss, Wiener-Neustadt, Oberrabbiner J. Grün wald (ein Sohn des Verstorbenen), Meran, und Präses Dr. Bela Weiler- Jüdische Toynbeehalie (Josefine Mendl-Wohlfahrtshaus, XX.. Denisgasse 33). Mittwoch, den 13. November. 7 Uhr abends. Vortrag Bela Kemenyi: Volks- und Musikleben der Zigeuner. Nach persönlichen Forschungsergebnissen. 60. Geburtstag. Herr I. Schönherz, Obmann des Leopoldstädter Krankenunterstützungsvereines „N ä c h s t e n 1 i e b e" und Obmannstellvertreter des Tempel verein es „A eschel Awrohom" (Pazmanitengasse) feierte am 4. d. M. im engsten Familienkreise seinen 60. Geburtstag. Herr S c h ö nh e r z war aus diesem Anlasse Gegenstand herzlicher Ehrungen seitens seiner zahlreichen Freunde. Auch wir gratulieren herzlichst. Todesfälle. Mittwoch, den 16. Oktober, wurde unter großer Beteiligung Frau Fanny Antreiber im 80. Lebensjahre zu Grabe getragen. Zur selben Stunde, als ihr Sohn. Herr Oberkantor S. Antreiber, in Pilsen seine andächtigen Zuhörer durch das Kol-Nidre-Gebet am Erew Joni Kippur erschütterte, hauchte sie in Wien ihre edle Seele aus. Die Verstorbene war eine tiefreligiöse Frau, die sich wegen ihres trefflichen, echt jüdischen Charakters in ihrem großen Freundeskreise wohlverdienter Hochschätzung erfreute. Seiner Fhrw. Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald konnte mü Recht in seiner ergreifenden Trauerrede sagen, daß sie mit reinem Herzen durch das Leben gegangen. Bescheiden und wunschlos für ihre eigene Person lebte sie als ein Musterbild treuer Pflichterfüllung. Sie war deshalb die Sonne der Familie, von der strahlende Wärme ausging und die nun untergegangen. Herr Rabbiner Dr. Grunwald wies am Schlüsse seiner zu Herzen gehenden Rede auf das segensreiche Wirken ihres greisen Gatten sowie ihrer Kinder hin. denen sich die Teilnahme weiter Kreise zuwendet. Israel. Prfrällehrer ist infolge Notlage gezwungen, um 80 g pro Stunde Unterricht zu erteilen. R. Rosen, Wien II., Gr. Schiffgasse 4 bei Frankl. II. Stiege, I. Stock T. 20. Mittwoch, den 6. d. M., wurde Herr Josef Straß zu Grabe getragen, der Montag, den 4. d. M., im 87. Lebensjahre sanft verschieden ist. Bis an sein Lebensende körperlich rüstig, geistig von bewunderungswerter Frische, war sein Wesen von großer Einfachheit und Liebenswürdigkeit. Er widmete sein tatenreiches Leben dem Wohle seiner Familie, die ihm in jeder Weise den Lebensabend zu verschönern suchte. An der Bahre trauern die gramgebeugte Gattin Rosalie, seine Söhne Adolf und Richard, die Schwiegertöchter Irma und Gerti, sowie seine Enkelkinder und Verwandten. Lainzer Versorgungshaus. Dank der Initiative des rührigen Komitees zur Unterstützung jüdischer Pfleglinge im Lainzer Versorgungshause, an dessen Spitze Herr Vorsteher Karl Altmann steht, fand Sonntag, den 3. d. M., ein Unterhaltungsnachmittag statt, der alle bisherigen weit übertroffen hat. Nach einer eindrucksvollen Ansprache der Frau Vizepräsidentin Rosa Fleischmann wurden die Zöglinge an reichlich gedeckten Jausentischen von den Komiteedamen bewirtet. Die künstlerischen Darbietungen fanden alle großen Beifall bei den Zuhörern und sind besonders die humoristischen Vorträge der Frau Vizepräsidentin Betty Adler, die Gesangsvorträge des Frl. Hilde L ö w y, die Gesangsvorträge des Künstlerpaares Watt und ihres sechsjährigen Töchterleins Lya hervorzuheben. Die Opern- und Liederarien, die Herr Leo Funke zum Vertrage brachte, lösten große Begeisterung aus. Zum Schlüsse dankte ein Zögling im Namen aller Herrn und Frau Karl Altmann sowie den Komiteemitgliedern für die großartige Veranstaltung und bat, ihrer auch fernerhin zu gedenken und ihnen stets solch frohe Stunden zu bereiten. Einzeleicmplare der „Wahrheit" sind in der Großtrafik Lloydhof, Wien II., Praterstraße 11, erhältlich. Hggienisdies Könioslichf n Seit vielen Jahren das anerkannt beste M^-fTDtW Man achte auf die ges. gesch. Marke „Hyglen. Königslicht11 und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhirschengasse 3 Telephon P 33-1-87 Den allgemeinen Wünschen des konsumierenden Publikums Rechnung tragend, wird unter der Bezeichnung „Hygienisches K ö n i g s 1 i c h t" Nummer 2 ein kleines Jahrzeitlicht in den Verkehr gebracht, das garantiert 24 Stunden brennt und sich im Preise bedeutend billiger als das bisherige Nr. 1 stellt. «i