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Die Wahrheit · 1929-10-18 · Heft 42 (18.10.1929) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 42 (18.10.1929)
Date
1929-10-18
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 18 imHHfflmifflHiiinuHimmmiHmutmBfmHiiifiiimraramminaiiimsH iiiiiiyiiiiiiiiiuiSBiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiidie WAHRHEIT Ghewra-Kadischa in Baden an und hat während seiner Funktionsperiode sich um diese wohltätige jüdische Institution, die er in vorbildlicher Weise ganz neu organsierte, große und bleibende Verdienste erworben. Am Freitag, den 27. September 1929, nachmittags, wurde er am israelitischen Friedhofe zu Baden bestattet, die Zeremonienhalle faßte kaum die große Zahl der erschienenen Freunde und Bekannten, die ihn auf dem letzten Wege das Geleite geben wollten. In gehaltvoller Rede schilderte Herr Rabbiner Dr. Schweiger welch große Verdienste sich der Verstorbene um die Badener Chewra-Kadischa erwerben hatte, welch wohltätiger, guter und rechtschaffener Jude er war. und bat die Anwesenden, ihm stets ein ehrenvolles Andenken zu bewahren. Von der Zeremonienhalle trugen ihn seine Freunde zur letzten Ruhestätte, wo sein ehemaliger Kollege im Vorstande der Chewra-Kadischa Baden. Herr Anton Stern, ihm einen ergreifenden Nachruf hielr. Am offenen Grabe wies er auf die guten Taten des Verstorbenen hin, nannte die großen Verdienste, die er sich um die Chewra und das jüdische Gemeinwesen in Baden erworben hatte und nahm — zu Tränen gerührt — in herzlichen Worten von dem verstorbenen Kollegen Abschied. Beim Begräbnis waren der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde unter Führung des Präses Herrn Alexander Braun und die Leitung der Chewra-Kadischa Baden unter Führung des Präses Herrn Ludwig Lackenbacher erschienen. Der Verstorbene lebte durch 32 Jahre hindurch in allerglücklichster Ehe mit seiner Gattin Flora Pollak, der eine riesige Zahl von Bcileidkundgebungen von nah und fern zugekommen sind. Predigten in den israelitischen Gemeindetempeln. Am kommenden Laubhüttenfeste, bzw. Schlußfeste finden in den israelitischen Gemeindetempeln bei den um 8 Uhr 30 Minuten beginnenden Morgengottesdiensten Predigten statt, und zwar: I., Seitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. Max Grunwald), Samstag, den 19. Oktober und Samstag, 26. Oktober 1929. IL, Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. Max Grunwald), Sonntag, den 20. Oktober 1929. XV.. Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht), Sonntag, den 20. Oktober und Samstag, den 26. Oktober 1929. XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach^ Samstag, den 19. und Samstag, den 26. Oktober 1929. XVIIL, Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang) Samstag, den 19. Oktober, Sonntag, den 20. Oktober und Samstag, den 26. Oktober 1929. XXL. Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann) Samstag, den 19. Oktober und Samstag, den 26. Oktober 1929. Grabsteinlegunx für Rabbiner Dr. Gelbhaus. Wir erhalten folgende Zuschrift: An die Redaktion der jüdischen Wochenschrift „Die Wahrheiit". Wolüen Sie gefälligst Ihre Notiz betreffend Grabsteinlegung für Herrn Rabbiner Dr. G e I bh a u s s. A. dahin richtig stellen, daß ich der Grabsteinenthüllung nicht als Vertreter des Tempelvereiues Wien IX., sondern als persönlicher Freund des Verstorbenen, einer Einladung der Familie folgend, beigewohnt habe. Hochachtungsvoll Siegmund Kornmehl. Palästina-Wanderung in den letzten drei Jahren. 1926 kamen 14.646 jüdische Einwanderer nach Palästina; in dem gleichen Jahre wanderten 7364 Juden aus. 1927 zählte man 3450 Einwanderer und 5070 Auswanderer. 1928 (Dezember nicht eingerechnet) zählte man 1991 Ein- und 2069 Auswanderer. In Palästina gibt es heute im ganzen 1200 Arbeitslose. Ein Kommentar zu diesen Ziffern ist wohl überflüssig. Führende Engländer für das jüdische Wohlfahrtswerk. Llovd George, das Unterhausmitglied Herzogin von Atholl. der Unterstaatssekretär für Unterricht O'Connor, der ..tather" des Unterhauses, der Präsident des internationalen Pen-Klubs John G ä 1 s w o r t h y und der Schriftsteller Edgar WaHace erließen kürzlich Kundgebungen an die Oeffentlichke't zur Förderung des Hilfswerkes der jüdischen Wohlfahr tsorganisationen Londons, die in den Wintermonaten eine Aktion zur Unterstützung dar notleidenden Juden in den Hungergebieten der Ukraine und Bessarabiens durchführen. 12 jüdische Nobelpreisträger. Der erste Jude, der (1907) den Nobelpreis erhielt, war Professor Albert Abraham Michefson von der Universität Chikago, der berühmteste amerikanische Physiker: seine Experimente werden als der Ausgangspunkt von Einsteins Relativitätstheorie angesehen. 1908 erhielt der Physiker der Sorbonne. Professor Gabriel Lippmann (gestorben 1918), den Nobelpreis. Den Nobelpreis für Chemie im Jahre 1910 erhielt Professor Otto Wallach von der Universität Göttingen (gestorben 1920). Professor Rieh. Will stätte r. die erste Autorität auf dem Gebiete der organischen Chemie, wurde 1915 mit dem Nobelpreis gekrönt. Er war Professor an der Universität München, die er vor einigen Jahren wegen des in Bayern herrschenden reaktionären Geistes verließ. 1918 erhielt den Nobelpreis für Chemie der Professor an der Universität Berlin, Fritz Haber, einer der größten Chemiker der Gegenwart, für seine Arbeiten über die Synthese von Ammoniak. In dem gleichen Jahre wurde Professor Paul Ehrlich (gestorben 1915), einer der größten medizinischen Entdecker, mit dem Nobelpreis gekrönt. 1921 endlich erhielt Professor Albert Einstein, der geniale Schöpfer der Relativitätstheorie, den Nobelpreis für Physik. 1911 wurde das Mitglied des holländischen Staatsrats, Tobias Michael Carel Asser (gestorben 1913), mit dem Nobel-Friedenspreis gekrönt, den auch ein anderer Jude, Alfred H. Fried (gestorben 1921), im Jahre 1911 erhielt. 1922 erhielt Professor Dr. Otto Meyerhof, seit 1924 Mitglied des Kaiser-Wilhelm-Institutes für Biologie in Berlin für seine Forschungen über die Energieumwandlung im Muskel den Nobelpreis. 1926 erhielt den Nobelpreis für Physik der Professor der Universität Göttingen, James F r a n c k, für seine Forschertätigkeit auf dem Gebiete der Atomtheorie. Der letzte jüdische Nobelpreisträger war Prof. Henri Bergson. nQgicnlsdies NOnigslicht Seit vielen Jahren das anerkannt beste M^TOM Man achte auf die ges. gesch. Marke »Hygien. Königslicht' und Name Schulz Fabrik und Büro- Wien XIV., Braunhirschengasse 3 Telephon R 33-1-87 Den allgemeinen Wünschen des konsumierenden Publikums Rechnung tragend» bringe ich unter der Bezeichnung „Hygienisches Königslicht" Nummer 2 ein kleines Jahrzeitlicht in den Verkehr, das garantiert 24 Stunden brennt und sich im Preise bedeutend billiger stellt als das bisherige Nummer 1. Bei dieser Gelegenheit wird vor Fälschungen und Nachahmungen meines Produktes gewarnt. Emanuel Schulz. 19

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