Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 42 (18.10.1929)
- Date
- 1929-10-18
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3062972-3064197-3064237--17551-3087698- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
iifiiiiiuiiiiuuiuuuuiuiuiiimuii nerationen verteilte Entwicklung in einem einzigen Menschenleben zurücklegt, beweist allein schon die Genialität seiner Persönlichkeit. „Hier sieht man ein Talent in seiner herrlichen Besessenheit aus der kunstfremden Armenwelt geradeswegs in die Malerei münden, ein erstaunliches Schauspiel und eine herrliche Lehre für arme Jungens und Mädels" — schreibt ArnoldZweig über Epsteins Buch; und er bricht darüber in die Worte aus: „Ein so schlichtes und dabei in jeder Zeile echtes, also überzeugendes Lebensdokument seilte wahrhaftig mit irgendeinem Preise gekrönt werden, um die Aufmerksamkeit von Christen und Juden zu erregen . . ." Und Robert N e u m a n n schrieb über dieses Buch: „Ein kleiner Judenjunge, geboren in Enge, Elend und Finsternis eines russisch-polnischen Ghettos, faßt den Entschluß, ein berühmter Maler zu werden, — und setzt ihn durch. Das ist, in einem dürren Satz, der Inhalt dieses Erinnerungswerkes des weit über die Grenzen Polens und des alten Oesterreich hinaus berühmten Malers Jehudo Epstein. Ich muß weit zurückgreifen, ehe ich ein in Thema und Gehalt paralleles Buch finde. „Meine Kindheit'4 von Maxim Gorki ist das einzige Werk, das sich in dieser Hinsicht mit dem Epsteins vergleichen läßt. Da wie dort der Weg aus der Enge früh verschatteter Kindheit, da wie dort, beim Juden wie beim Russen, der fast fanatische, nicht mehr europäische Selbstbekenntnis- und Erkenntnisdrang. Das Buch eins Nichtschriftstellers. Der hat vor dem Schriftsteller voraus, daß man ihm glaubt. Man glaubt ihm sein Dokument als Dokument. Hat dieser Nichtschriftsteller dann noch wie Jehudo j.......»............»...„»...»...fi 8 Union tfeutsc&dsterreichlsclicr Joden ■ ■ Wien IX., Berggasse 4 — Tel. A 19-2-77 J EINLADVNG zu der am Donnerstag, den 24. Ohtooer, s Uhr abends, Im großen Saale des nandelsmuseums, Wien IX., Derggasse 16 stattfindenden Versammlung TAGESORDNUNG: Die poliflsdie läge Ösierreidis und die Jaden Referenten: Präsident Dr. JahoD ornsfein Dr. tfoiimilian Siiglitz Anschließend Diskussion Gäste willkommen! «m^ DIE WAHRHElf Epstein das Glück, daß er schreiben kann, so darf er seines Erfolges sicher sein." Es wird die Leser solcher begeisterter Kritiken, denen sich zahlreiche andere bedeutender Männer der Feder anreihen ließen, freuen zu hören, daß Prof. Jehudo Epstein sich in liebenswürdigster Weise bereit erklärt hat, auf dem 1. heurigen Sprechabend der „U n i o n" am Dienstag, den 29. d. M. im Wissenschaftlichen Klub, VI., Getreidemarkt 7 aus seinem Buche „Mein Weg von Ost nach West" interessante Partien selbst vorzulesen. Die Mendelssohn-Feier der „Union" hat in der Presse, wie wir wohl sagen dürfen, mit vollstem Recht starke Beachtung gefunden. Sogar die Gegner widmeten ihr günstige Besprechungen, wie die folgende Einleitung eines Mendelsohn-Feuilletons von Dr. Josef L ö w y in Nr. 15 der „Jüdischen Volkszeitun g", Organ der Vereinigung werktätiger Jude n", zur Genüge beweist: Die „Union deutschösterreichischer Juden" hat sich das ganze jüdische Wien zu Dank verpflichtet. Wenn auch die von ihr veranstaltete Mendelssohn-Feier nicht in eine Linie mit den Festlichkeiten zu stellen ist, wie sie von der Regierung von Anhalt in Dessau, der Geburtsstadt des großen Philosophen, und unter Teilnahme der deutschen Reichsregierung an der Stätte seines Wirkungskreises in Berlin abgehalten wurde, so kann doch Wien, die größte deutsche Judengemeinde, mit vollster Berechtigung darauf verweisen, daß die Erinnerung an Moses Mendelssohn, den Wegbereiter einer neuen Zeit, gebührend festgehalten wurde. Die Gestalt des Rabbi Moses von Dessau geht weit über den Rahmen einer lokalen Bedeutung hinaus, nicht deshalb, weil er dem Judentum als treuer Sohn diente und seine Kräfte in den Dienst der jüdischen Sache stellte; es war ihm vorbehalten, der Nachwelt zu zeigen, daß ein Jude unter den schwierigsten Verhältnissen alle Kulturwerte seiner Zeit in sich aufnehmen konnte, ohne das weite Gebiet jüdischen Wissens und jüdischer Interessen zu vernachlässigen. flmtlkke usdauAcmu^e^ d&lmuläutkefr Adolf Ignaz und Julie Marzellina Mautner von Markhof-Stiftungen für Wiener Waisenkinder. Verliehen werden: 2 Stiftplätze ä S 600.—, und zwar je einer an einen israelitischen Waisenknaben und an ein israelitisches Waisenmädchen. Zur Bewerbung sind berufen: Arme Waisenknaben im Alter von 12 bis 16 Jahren und arme Waisenmädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren, die in Wien heimatberechtigt sind. Dem vom gesetzlichen Vertreter einzubringenden Gesuche sind beizulegen: Mittellosigkeitszeugnis, Geburtsschein, Nachweis der Zuständigkeit und der Verwaisung, letztes Schulzeugnis und Vormundschaftsdekret. Einreichstelle: Magistratsäbteilung 8. Einreichungsfrist: bis 31. Oktober 1929. Verleihungstag: 6. Februar 1930.