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Die Wahrheit · 1929-09-13 · Heft 37 (13.9.1929) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 37 (13.9.1929)
Date
1929-09-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 uunowi DIE WAHRHEIT verkrüppelt worden oder um ihre Habe gekommen sind, den Kriegsinvaliden zugezählt und lebenslängliche Staatspension erhalten sollen. Der Verwalter des jüdischen Departements bei dem Kommissariat iür soziale Fürsorge, M. Donskoj, der das üesetzesprojekt ausarbeitet, erklärte dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur, das Gesetz verfolgte das Ziel, die Lage l ausender deklassierten Juden zu lindern und ihnen als den „Opfern der Konterrevolution" auch volle Rechte als Sowjetbürger zu verleihen. Balfour jüdischer Abstammung? Rev. A. P. Gold-Levin, der Sekretär der internationalen Jüdiscn-Chnstiichen Allianz, einer Organisation getarnter Juaen, teilt in dem Organ der Allianz „rieorew Christian" mit, daß er in der' Royal Patent Roll unter dem Datum 14. November 1389 den warnen eines judisenen Konvertiten Richard de Cicile entdeckt habe, uer durch den uischoi von London in Anwesenheit des Königs aui seinem Landgut Langley, Grafschaft iiererord, getauit wurde. Cicile ist eine Variante iür Cecü, wie sie in den alten btaatsregistern gebraucht wurde. Es sei darum die Möglichkeit nicht von der riand zu weisen, daß der narl or Baltour und seine Vettern Marquis von Saiisbury, Viscount Cecil of Chelwood und Lord riugh Cecü jüdischer Abstammung sind. Der Ursprung der Cecil-Famiüe geht aur die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts zurück. Wollen die drei Millionen Armenier Juden werden? Die Warschauer Zeitung „Hajnt" teilt mit, daß in den letzten Tagen einige prominente Führer des armenischen Volkes in Warschau geweilt haben, um sich mit den Lehren des Judentums und den religiösen Traditionen der größten jüdischen Gemeinde Europas vertraut zu machen. Sie erhärten, daß das armenische Volk stets bestrebt war, brüderliche Beziehungen zum jüdischen Volke herzustellen: die Armenier, die zum überwiegend größten Teil den Sabbat als religiösen Ruhe- und Festtag halten, und von denen viele, besonders die Intelligenz, die neugeborenen Knaben beschneiden lassen, sind überzeugt, daß sie von Juden abstammen. Jzbenso wie die Juden sind sie blutigen Verfolgungen ausgesetzt und über viele Länder zerstreut. Die armenischen rührer besuchten die jüdischen Institutionen, die Synagogen und den Friedhof. Vor ihrer Abreise erklärten sie. dab yü Prozent des drei Millionen Seelen zählenden armenischen Volkes das Bestreben hat, dem Judentum anzugehören. Seit acht Jahren bestellt eine große Organisation „Arrarat Zion". die den Gedanken der Vereinigung des armenischen Volkes mit dem jüdischen Volke propagiert. Der Name Arrarat Zion soll die geistige Einheit des kaukasischen Gebirges Arrarat, des Stammbodens der Armenier, mit dem Gebirge Zion symbolisieren. Die Moses Mendelssohn-Ausstellung in Dessau. Die Moses Mendelssohn-Ausstellung die in der Anhaltischen Gemäldegalerie am 7. September eröffnet wurde, wird etwa vier Wochen für den Besuch des Publikums offen stehen; sie soll noch der Anhaltischen Lehrertagung, die Anfang Oktober stattfindet, zugänglich gemacht weiden. Auch nachdem Ende der ersten Ausstellungswoche eine Reihe von Objekten, die den Berliner staatlichen Stellen und der Berliner jüdischen Gemeinde gehören, zwecks Vervollständigung der alsdann beginnenden Berliner Ausstellung zurückgesandt sein werden, wird die Dessauer Ausstellung einen vollständigen Ueberbiick über Leben und Wirken des großen Philosophen bieten und dazu noch viele interessante jüdische Denkwürdigkeiten aus allen Teilen Anhalts. Der Arbeitsausschuß der unter dem Vorsitz des Leiters der Staatsbücherei, Herrn Staatsminister a. D. Dr. Rammelt aus den Herren Landesrabbiner Dr. Walter, Bibliotheksrat Dr. Wahl, Direktor der Gemäldegalerie Landeskonservator Dr. Grotte, Archivrat Specht und Lehrer Butzmann besteht, hat die Vorbereitungen iür ein Gelingen der Ausstellung mit großer Sorgfalt getroffen und bei allen in Frage kommenden staatlichen und privaten Stellen Entgegenkommen gefunden. (Ita.) Letzte Nachrichten. Louis Marshall gestorben. Zürich, 11. September. (Schweiz. Vfc*K-Agentur.) Der Präsident des American Jewish Cbmitee und des Councils der jewish Agency, Louis Marshall. der nach der Session der Jewish Agency erkrankt war und sich im hiesigen Kanton-Spital einer Operation hatte unterziehen müssen, ist - heute Im Alter von 74 Jahren an Herzschwäche gestorben. ktutf t und Literatur Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Das Augustheft zeichnet sich wieder durch besondere Reichhaltigkeit des Inhalts aus. Als erfreulich darf insbesondere hervorgehoben werden, daß zahlreiche der gründlichen und gediegenen Abhandlungen auch für einen weiteren Leserkreis verständlich und anregend sind. Die einleitende Abhandlung von A. Lewkowitz über „Moses Mendelssohns Stellung zur Religion" erklärt Mendelssohns Denken insbesondere aus seiner Beziehung zu Locke und anderen englischen Denkern. Die klare und völlig neuartige Darlegung dessen, was Mendelssohn bei diesen seinen Vorgängern fand und was er als glaubenstreuer Jude hinzutat, darf unter den zahlreichen Untersuchungen, die das Mendelssohn-Jubiläum zweifellos hervorbringen wird, einen besonderen Wert beanspruchen. Gelehrt und doch zugleich dem Laien verständlich ist eine Abhandlung über die Wiedergabe unseres „Höre. Israel" in den verschiedenen Uebersetzungen — oder vielmehr über die Unmöglichkeit, das hebräische Original voll zu erschöpfen; sie hat den jüngst hochbetagt verstorbenen Berliner Seminardirektor Holzman zum Verfasser, dem Hermann Vogelstein ein einleitendes Wort des Nachrufes widmet. Unter den folgenden Beiträgen zur Erklärung mittelalterlicher Dichtungen darf insbesondere Eduard Baneths Uebersetzung und Erläuterung der berühmten Klage des Rabbi Meir aus Rothenburg über die Verbrennung des Talmud gerade jetzt, kurz nach dem Fasttage, in dessen Ritual sie aufgenommen wurde, auf Beachtung aller Leser rechnen. Von den Beiträgen zur Erklärung hebräischer Worte, die mehrere Gelehrte beigesteuert haben, werden namentlich die Ableitungen der Namen Israel und Zion Aufmerksamkeit finden. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von Mk. 10.— an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7030) oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in jedem Heft der Monatsschrift aufgezählt sind. Heinrich Kurzig: Kaufmann Frank. Gustav Engel Verlag, Leipzig. — Ein rein belletristisches Buch, das dem Inhalt und Stil nach unterhaltend sein will und manche soziale Probleme nur flüchtig streift. Es ist wahrscheinlich eines der ersten Werke des Verfassers, der mit dem Helden seiner Erzählung vieles gemeinsam zu haben scheint. Der Kaufmann Frank ist eigentlich kein Kaufmann, sondern ein Schriftsteller, wird immer nur ausgenützt und in seiner Güte auch mißbraucht. Einzig seine Frau ist es, die ihn recht versteht und mit deren Hilfe es ihm schließlich gelingt, seinen Jugendtraum zu verwirklichen und ein Dichter werden. Dieser Ausklang ist es, der einen mit dem Buch besonders befreundet. Daß im übrigen ein Mensch im 20. Jahrhundert so unerfahren und unpraktisch wäre und sich zugrunde richten ließe, klingt recht befremdlich; dennoch wird dieses sympathische Buch, das zum Teile auch im jüdischen Milieu wurzelt, manchen Liebhaber finden. A. St. H. Guttmann. Die Darstellung der jüdischen Religion bei Fl. J o s e p h u s. Breslau 1928, M. u. H. Markus, Mk. 2.—. Ein* sorgfältige Nachprüfung der Vorarbeiten und gründliches Eingehen auf die Quellen fördert das Ergebnis zu Tage, daß Josephus hauptsächlich als Ueberlieferer sonst unbekannten Lederhandschuhfabrik $ose$ cKaslwgec L, Rotenturmstraße 23 Telephon U 25-3-29 IL, Hollandstraße 11 Telephon R 47-2-40

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