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Die Wahrheit · 1929-09-13 · Heft 37 (13.9.1929) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 37 (13.9.1929)
Date
1929-09-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Dife WAHRHEIT iniuiuniiiiuflfinli^^ Seite Ii /tmtbcke Tvtlaidlamngejv HlctJ\rh?fffn ttttn*Iag& cbrlmzeläkchenJ^ Zentralhilfskomitee für die Opfer der Ereignisse in Palästina. Wien I., Seitenstettengasse 4. Schmerzerfüllt vernimmt die gesittete Welt täglich aufs neue die Nachrichten über jene schrecklichen Ereignisse, die über das Land hereingebrochen sind, das uns Juden durch Geschichte und Tradition geheiligt und bestimmt ist, die nationale Heimstätte der Juden zu sein. Mord und Plünderung, Tücken und Grausamkeiten haben in Palästina gewütet, das Leben vieler Brüder und Schwestern vernichtet und haben zerstört, was höchster idealer Sinn und unermüdlicher Fleiß aufgebaut hatte. Nun gilt es, den Opfern der blindwütigen Verfolgung Hilfe zu leisten und die Mittel herbeizuschaffen, um die Not der Hungernden und Leidenden zu lindern, die Tränen der Witwen und Waisen trocknen zu helfen! In der Hilfeleistung für Arme und Bedrückte hat sich seit jeher die jüdische Solidarität bekundet. Nicht religiöse oder politische Einstellung trennt uns und darf uns trennen, wenn es gilt, jenen zu helfen, die wegen ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft Schmerz und Leid erdulden müssen. Bedeutende Mittel werden in aller Welt aufgebracht werden müssen, um den Witwen und Waisen, den Verwundeten und Erkrankten Hilfe bringen zu können. So haben sich nun unter der Aegide der Israelitischen Kultusgemeinde Wien alle großen Wiener jüdischen Körperschaften zur Vermeidung schädigender Zersplitterungen zu einem Zentralhilfskomitee für die Opfer der Ereignisse in Palästina zusammengeschlossen. Die Wiener Judenschaft wird sicherlich in gewohnt opferwilliger Weise auch diesmal ihre Pflicht erfüllen. In dieser Ueberzeugung richten wir an alle Angehörigen unserer Gemeinde die dringende Bitte: Möge ein jeder rasch und nach seinen Kräften dem Hilfswerke für die Opfer der Ereignisse in Palästina eine Spende zuwenden. Die Einzahlung von Spenden wolle an der Hauptkassa der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, vorgenommen werden und kann auch im Wege der Postsparkassa (Konto- Nr. 132.254) erfolgen. Das Zentralhilfskomitee bittet, Spendenzeichnungen auf Sammelbogen nur dann vorzunehmen, wenn die Sammelbogen vom Zentralhilfskomitee amtlich beglaubigt sind. Wien, am 6. September 1929. Das Zentralhilfskomitee für die Oper der Ereignisse in Palästina. Wecbdtfbcmuttmfuffik WaJuheü! Gegen den Numerus clausus. Auf dein in den letzten Tagen in Gern' staüüeiunüenen Kongreß des Internationalen Bundes Akademischer Frauen, auf welchem 33 Länder durch 400 Delegierte vertreten v.aren, sprach Frau Rosa Aberson, Generalsekretärin des Jüdischen Frauenbundes, im Verlauf der Debatte über das Problem der arbeitslosen Intellektuellen, über den in manchen Ländern bestehenden Numerus clausus gegenüber der jüdischen Studentenschaft, durch welchem das Problem der arbeitslosen Intellektuellen eine Verschärfung erfährt. Diese beklemmende Frage, führte Frau Rosa Aberson aus, könne keineswegs die akademischen Frauen gleichgültig lassen; denn der aus völkischen oder konfessionellen Gründen über eine Kategorie von Staatsbürgern verhängte Numerus clausus schadet den Interessen der Wissenschaft und tut den Menschenrechten und den Friedensbestrebungen Abbruch. Genies, wie Einstein, Bergson oder Ehrlich könnten durch eine derartige Maßnahme von der Universität ferngehalten werden und gingen der Wissenschaft verloren. Wäre das nicht ein an der Menschheit begangenes Verbrechen? Frau Aberson beschrieb die Leiden, denen die jüdische Studentenschaft seitens der antisemitischen Hochschuljugend ausgesetzt ist. Im Laufe der letzten Jahre hätte die Umgebung der Universitätsrampen häufig den Anblick eines Schlachtfeldes geboten. Sie richtete einen Appell an die Versammlung, welche die Auslese weiblicher Intelligenz umfaßt, sich über diese schwerwiegende Frage auszusprechen. Sie beantragte folgende Resolution: Der in Genf vereinigte Kongreß der J.F.U.W. spricht in Anbetracht dessen, daß^ die beschränkte Zulassung einer Kategorie Bürger zu den Universitäten aus Gründen der Rasse oder Religion (wie z. B. der Numerus clausus gegen jüdische Studenten mit den Interessen der Wissenschaft, der Menschen- und Bürgerrechte und den Interessen des Friedens in Widerspruch steht, den Wunsch aus, 1. daß die Staaten und Universitäten den Numerus clausus, den sie für jüdische Studenten bereits eingeführt haben, wieder aufheben,, 2. daß alle Männer und Frauen, die für die Interessen der Wissenschaft, die Interessen des Friedens und die Würde der Akademiker eintreten wollen, der antisemitischen Hetze der Studenten, die den Numerus clausus in ihren Ländern gewaltsam einführen wollen, energisch Widerstand leisten. Diese Resolution wurde dem Rat des Internationalen Bundes akademischer Frauen überreicht; dieser ernannte einen Sonderausschuß, der mit der Prüfung dieser Resolution und der Einbringung eines Berichtes darüber in der nächsten Sitzung des Rates betraut wurde. Man kann es innen nicht recht machen. Mit Empörung berichtet der „Völkische Beobachter" seinen Lesern das folgende: „Wie der englischen Presse zu entnehmen ist, haben jüdische Mitglieder des neugewählten Unterhauses, so Sir Herbert Samuel und A. M. Samuel den Eid auf die Verfassung mit dem Hut auf dem Kopf und die Hände auf einem Bande des hebräischen Pentateuch haltend, geleistet. — Wie man sieht" fügt das Hithrblatt hinzu, , genießen die Juden überall eine Sonderstellung". Es ist schwer, sich vorzustellen, nach welchem Ritus und woraut nun eigentlich die Juden den Eid leisten sollen, um es den Hitler- Journalisten recht zu machen. Vielleicht auf die „Protokolle der Weisen von Zion"? Oder auf die Photographie Ade lt Hitlers, mit dem Hakenkreuz auf dem Stahlhel.n . .? Für die jüdischen Pogromopier in Rußland. Das Kommissariat für soziale Fürsorge der ukrainischen Regierung arbeitet jetzt, wie die Ita meldet, ein Gesetzesprojekt aus, wonach die vielen Tausende Juden in den Städten und Städtchen der Ukraine, die während der Pogrome von Petljura, Denikin und den anderen Attamanen und Generalen TOS H2D Restauration in Salzburg Her mann Kolin Wolfdiefrtdi Straße Nr. 14 Müßige Preise! Gute Kti«*»«?

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