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Die Wahrheit · 1929-09-06 · Heft 36 (6.9.1929) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 36 (6.9.1929)
Date
1929-09-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
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inilllHllllUllUliniBiUDniiiuifliuniinfflinnmiiraiiinnBjiBHm Seite 13 Kumt und Literatur Moses Mendelssohn. Das Märchen seines Lebens. Von Jakob Seifensieder. Berlin 1929. Philo-Verlag und -Buchhandlung G. m. b. H. 96 Seiten. Preis Mk. 2.50 br., Mk. 3.50 geb. — Dem deutschen Volke ein Bild eines seiner bedeutendsten jüdischen Köpfe, jeder religiösen Gemeinschaft eine Schilderung eines von wahrhaftem Gottesgeiste bewegten Mannes zu geben, ist das Ziel des Werkchens, das der bekannte Pädagoge Jakob Seifensieder in Nürnberg über Moses Mendelssohn verfaßt hat. Allgemein verständlich und fesselnd geschrieben, gibt das Buch eine lebensvolle Darstellung des Kulturzustandes in Deutschland vor etwa 200 Jahren. Der Kreis um Lessing wird besonders eingehend geschildert. Die großen Fragen, welche damals die Welt bewegten, werden erläutert, die Figur Moses Mendelssohns „märchenhaft" aus der Urkultur der damaligen Judenheit hervorquellend und in die höchsten Kulturkreise des deutschen Volkes hineinragend,-sieht der Leser plastisch emporsteigen. Diese außerordentlich wesenhaften Zeitumstände, im Mittelpunkt die Figur Moses Mendelssohns, erfahren eine Schilderung, aus der die heutige Nachwelt unendlich viel für ihr Deutschtum, für ihren Charakter und ihre Zielsetzungen lernen knnn. Die deutschen Juden werden ersehen, wie in Wandel, Tat und Gesinnung einer ihrer ersten Vorkämpfer für tiefste Peligiosität und echteste Kulturverbundenheit mit dem Gesamtvolke zusammengewachsen war. Die Schrift ist trefflich geeignet, weiten Kreisen, für die Mendelssohn bisher nur einen leeren Begriff bedeutete, das Wesen und Wirken des großen Mannes näher zu bringen. Rabbiner Dr. A. Posner: Die Freiiagabendgebete. Selbstverlag. Kiel, 1929. Rabbiner Dr. Posner hat in einer kleinen Broschüre die „Freitagabendgebete" übersetzt sowie sachlich und sprachlich erläutert. Für alle diejenigen, die eine Fortbildung in jüdisch-religiöser Hinsicht wünschen, wird die kleine, aber inhaltsreiche Broschüre eine wertvolle Möglichkeit bieten. Bemerkenswert ist, daß Dr. Posner Lehrern und Jugenderziehern Exemplare zu besonders ermäßigten Preisen abgeben will. Moses Mendelssohn, der Mensch und das Werk. Briefe, Zeugnisse. Gespräche. Unter diesem Titel erscheint im Berliner Welt-Verlag eine von Bertha Badt-Strauß herausgegebene Sammlung von Dokumenten aller Art, die bestimmt ist, Mendelssohns Wertvollstes: seine überragende menschliche Persönlichkeit dem heute lebenden Geschlecht nahezubringen.' Der sorgfältig ausgestattete, mit zeitgenössischen Bildern geschmückte Band von fast 300 Seiten kostet " Mark und ist durch iede Buchhandlung zu beziehen. Eine Parallelausgabe des Buches bringt für seine Mitglieder der Heine-Bund, Berlin, W. 27, Pallasstraße 10/11. heraus. Zeitgenossen über Herzl. Unter diesem Titel ist soeben zum 25. Todestag Theodor Herzls im Jüdischen Buch- und Kunstverlag Hickl, Brünn, Adlergasse 9, ein großes Herzl- Gedenkbuch des bekannten zionistischen Schriftstellers Doktor T. Nussenblatt erschienen, an welchem 90 der hervorragendsten jüdischen und nichtjüdischen Persönlichkeiten des politischen und literarischen Lebens mitgearbeitet haben. Dieses Ruch enthält zahlreiches bisher unveröffentliches Dokumenten-, Fragmenten- und Bildermaterial aus dem Leben und Wirken Theodor Herzls in den Jahren 1897—1904. Broschiert 6.50 Mark, Ganzleinenband 8.50 Mark. Die Mischna, Jebamot (von der Schwagerehe), Text, Uebersetzung und Erklärung, nebst einem textkritischen Anhang von Lic. Karl Heinrich Rengstorf, Töpelmann, Gießen 1929. — Von der Gießener Mischnaübersetzung ist ein neuer Traktat — über 300 Seiten stark — erschienen, eine Frucht mehr denn dreijähriger fleißiger und in den Stoff eindringender Arbeit. Man kann dem Uebersetzer und den Herausgebern zugestehen, daß sie sich mit großer Kunst und genügend reichem Erfolge in die Materie hineingearbeitet haben. Der Uebersetzer hat meines Erachtens in den Anmerkungen gezeigt, daß er die oft recht schwierigen Fälle erfaßt hat und dem Leser auch klarzulegen vermag. Die Anstrengung und Arbeitsweise verdient unbedingte Anerkennung, sämtliche Mittel der kritischen Forschung finden Anwendung, die ältesten Codices und die ed. prineeps werden benutzt, sprachliche und sachliche Erläuterungen werden in Fülle gegeben, die Literatur auch bei etwas abgelegeneren Stoffen und in Zeitschriften wird genannt (z. B. über die Agunagesetze), über Namen wird vielerlei Nützliches gesagt, die Vergleiche und Parallelen zum rabbinischen und neutestamentlichen Schrifttum sind nicht gering. Die Beüagen-Uebersetzungen aus dem Sitae1 und dem Midrasch Tannaim; die vielen Register und die sehr ausführlichen Einleitungen über den Titel des Traktates, die Geschichte der Schwagerehe, die Komposition des Traktates und die Gegenüberstellung mit der zugehörigen Tosefta sind wiederum recht dankenswert. Natürlich wird in der historischen Darstellung zu viel mit dem Begriffe der Entwicklung gearbeitet, Widerspruch würde hier schon laut werden können. Bei diesem Traktate wird wiederum ein jüdischer Mitherausgeber genannt, Professor S. Krauß, Wien, dessen Ansichten aber selten begegnen (z. B. S. 262). Möge der Verfasser, dessen Ton in jüdischen Dingen auch der Gegenwart sehr gemesssen ist, viel Freude an dem Gelingen und der freudigen Begrüßung seines Werkes haben! Rabbiner Dr. A. P o s n e r, Kiel. ..Los vom Zionismus.'4 Im Verlage von J. Kauffmann (Frankfurt a. M.) erschien eine Schrift unter dem Titel: „Los vom Zionismu s." In ihr schildern Fritz Blankenf e 1 d. K i m c h i und Ernst Ludwig P i n n e r, wie sie, die ursprünglich Zionisten waren, unter dem Einfluß von C o n s t a ntin Brunner sich vom Zionismus abgewandt haben. Dem Aufsatz von E. L. Pinner entnehmen wir folgende Stelle: „Wir wollen nicht aufgehen, nur eingehen in die Völker. Ich sage nicht, daß wir verschwinden sollen. Wir sollen uns erhalten und uns bewähren mit dem Besten, was wir haben. Wer den Judenhaß fürchtet und sich verkriechen will, mag sich taufen lassen. Der mag aber auch wissen, daß er dadurch nie sein volles Menschentum erreichen wird. Nie kann ein Jude sein Judentum ertöten, obre Schaden zu leiden an seiner Seele. Er kann es auch nicht in die Ecke stellen, sondern muß es wie sein übriges Menschsein so hoch steigern, als er nur vermag. Ich glaube wie ihr an die Zukunft des Judentums, nur an keine politische. Ich glaube an die Möglichkeit einer neuen geistigen Bewegung (ienseits der Orthodoxie), hervornuellend aus dem Herzen des Judentums." Aus dem Aufsatz von K i m c h i führen wir nachstehende Worte an: „Nicht Assimilation, nicht Anähnlichung und Aufgabe der Eigentümlichkeit, sondern Erhaltung, Durchsetzung. Gleichberechtigung und Betätigung der jüdischen Eigentümlichkeit heißt Emanzipation und Selbstemanzipation der Juden." Ludwig Ewers. Die Großvaterstadt, München 1928. Hugo Schmidt. Ein Roman, der den Vergleich miit den Buddenbrocks nahelegt. Man möchte ihn nooh darüber stellen, weil er neben der Kleinkunst in Darstellung bürgerlicher Lebenskreise doch auch durch politische Ausblicke, wie die Schleswig-holsteinische Frage, den Krimkrieg u. a. fesselnde Kraft des Stoffes um anziehende Reize verstärkt. Aus der Geschichte Lübecks, das diese GroRvatersitadt vor etwa siebzig Jahren darstellt, wird auch des Umstandes Erwähnung getan, daß die Juden früher in dem benachbarten Dorfe Meuslin^en wohnen und nach Abwicklung ihrer Geschäfte in der Stadt zu bestimmter Stunde sie hatten verlassen müssen. Es ist ein Buch reifer Lebensweisheit, voll erfreulichen Lebensrmttes, nicht nur unterhaltsam, sondern anregend und von bleibendem Werte. „Das jüdische Magazin." In Berlin ist im Juli die erste Nummer dieser neuen Zeitschrift erschienen. Der Inhalt ist gediegen und mannigf?ltig. Das erste Heft ist teilweise Walther Rathenau srewidmet. Dr. I udwig Haas, Mitglied des Reichst?ges, schreibt über ..Rathenau und das Passenproblem". Julius Bah über ..Der Schloßherr von Freienwalde". Außerdem sind „Unveröffentlichte Aphorismen" und einiges „Aus Briefen und Schriften" von W. R a t h e n a u abgedruckt. FJin Selbstporträt Walther Rathenaus schmückt den Umschlag, Zeichnungen aus dem Vorstand der Isr. Kuftas-Mutteraemtlnde Kosice (Slowakei) Nr. 707/929 Konkurs. Die Koäiceer isr. Koitus-Mutfersremeinde sucht ftfr die herannahenden Hohen Feiertag« fflr ihre »of Basis des Schulchan Äruch eingerichtete Statusquo-Synagotfe einen ausgezeichneten Baal Nasof gleichzeitig wird auch ein Konkurs auf die in derselben Synagoge kreierte Koniorslelle ausgeschrieben. Das Honorarium des Baal-Mn«af wird 3— 50*»KS betragen, die Zahlung des Kantors eine jährliche Summe von 20—30000 KC und die usuellen Nebenemolnmentr-. Beide Posten werden nur mit erstklassigen Kräften besetzt werden. Die Konkurrierenden werden ersucht, ihre mit Zeugnissen gehörig ausgestatteten Offerte an die untenstehende Adresse zu «enden. Retsespesen werden nur den zur Probe Eingeladenen vergütet werden. Kosice, 3. September 1929. Der Vorstand der Isr. Kultnsgemeind« Kosice, Fraagepangasse 17, Gemeindallanalei HHmiHMIHlMMIMHmmlMlWlMHI

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