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Die Wahrheit · 1929-08-16 · Heft 33 (16.8.1929) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 33 (16.8.1929)
Date
1929-08-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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p.UMüiuiiiiMffinmmM Seite U uns das Schicksal verpflanzte, leben können und nicht zugrunde gehen! — Ach, es sind der Aerzte zu viele und es steht zu befürchten, daß das Judentum den letzten Seufzer getan, bevor ihm geholfen sein wird. Finsteres Gewölk ballt sich am Horizont zusammen und trübt unseren Blick. Aus den Niederungen steigt der schwelende Brodem des Hasses empor und umzüngelt das jüdische Haus! Lasset uns die Reihen schließen, Heim und Herd zu schützen! John Jacobsohn. t-Z:**^ : ' •" i'^h&tSf Nationalsozialistischer Parteitag. Kaum sind die verunglückten Waldenburger Bergleute beerdigt und schon wird aus einer anderen Gegend des schwer heimgesuchten Deutschen Reiches, aus Nürnberg, eine andere Katastrophe mit etlichen Toten und vielen Verletzten, sowie großem Sachschaden gemeidet. In beiden Füllen handelte es sich um das Toben entfesselter, blindwütiger Elemente. In Waldenburg gab es sogenannte „schlagende Wetter", in Nürnberg hieß die Sache „Nationalsozialistischer P a r t e i t a g". Nebst Revolvern, Messern und Gummiknüppeln wurden dort auch Reden geschwungen. Ihre wichtigste war wohl das Manifest Hitlers. Außenpolitisch ist es eine Paraphrase des alten Schlagers „Siegreich wollen wir Frankreich schlagen". Obwohl dieses Motiv nicht mehr ganz neu ist, scheint es sich doch in der Partei noch nicht genügend herumgesprochen zu haben, denn wie die ITA aus Mainz meldet, haben die nationalsozialistischen Führer Bürgel- Gremersheim und Büdel-Landstuhl, die von dem französischen Berufungsgericht wegen Beleidigung der Besatzungsarmee zu Geldstrafen von 100 Mark, bzw. 30 Mark verurteilt wurden, in ihrer Verteidigungsrede erklärt, die Nationalsozialisten wollten keinen Krieg mit Frankreich, die Franzosen täten besser daran, mit den Nationalsozialisten ais Bundesgenossen die Juden zu bekämpfen. Innerpolitisch gipfelt Hitlers Manifest in dem Satze: „Das größte Wunder, das sich in der Geschichte des deutschen Volkes vollzogen hat, ist, daß es gelang, dem Zeichen des Sowjetsterns ein deutsches Kreuz gegenüberzustellen." Dazu bemerkt das Berliner Zentrums organ „Germania": „Der Sowjetstern ist durch die Ordnung vernichtet worden, die wir dem Staate gegeben haben, und die so fest ist, daß sogar Nationalsozialisten ihre Sermone frei und offen halten können, ohne daß ein Spatz vom Dache fällt." Das ist sehr schön und gut, leider übersieht aber die „Germania", daß der Mangel an Spatzen, die vom Dache gefallen sind, durch Wähler wettgemacht wird, die auf den Kopf gefallen sind. Alle Wahlen der letzten Zeit haben in Deutschland gewaltige Stimmengewinne der Nationalsozialisten gebracht und das bedeutet gerade wegen der von der „Germania" festgestellten „politischen Unzulänglichkeit" der Hakenkreuzler eine große Gefahr, solange Hitler trotz seines Hasses gegen die Demokratie die demokratischen Mittel zur Erringung der Macht im Staate nicht verschmäht. mmmmammaBmmmmMBBHmmBammmmmmmm Lederhandschuhfabrik 3osefi cKaslütqec L, Rotenturmsfraße 23 Telephon U 25-5-29 IL, Hollandstraße 11 Telephon R 47-2-40 WaUmtoizarfig* Eine merkwürdige Angelegenheit. Wir erfahren aus J o a c h i m s t a l, daß gegen die dort befindlichen zwei rituellen Gasthäuser, die im Kurprospekt auch angeführt werden, die Gendarmerie eingeschritten ist. Es wurde die Sperre verlangt mit der Begründung, daß beide Gasthäuser keine Konzession besitzen. Daraufhin wurde eine Liste mit den Unterschriften von sämtlichen jüdischen Kurgästen angefertigt und zwei derselben fuhren als Abordnung nach Prag, um bei der Regierung einzuschreiten. Dem Vernehmen nach soll der Bezirkshauptmann von Joachimstal sich geäußert haben, er lege auf jüdische Kurgäste keinen besonderen Wert. Die tschechoslowakischen Behörden werden gut tun, dieser merkwürdigen Angelegenheit nachzugehen. „Die große Brüderschaft des Todes." In Brünn hat sich, wie die Tageszeitungen vor einiger Zeit berichteten, ein bedauerlicher Vorfall ereignet, der in seinen Zusammenhängen von den Behörden noch nicht restlos aufgeklärt ist. Eine Schar überspannter junger Leute hatte sich zu einer „großen Brüderschaft des Todes" zusammengeschlossen. Ihr Statut mit phantastischem Bundeszweck war auf Pergament, zum Teil mit hebräischen Schriftzeichen, geschrieben. Die Verwendung von Zyankali scheint irgend welche Bedeutung für die Erreichung des Bundeszweckes zu haben. Ein zweieinhalbjähriger Knabe ist infolge der leichtfertigen Verwendung des schweren Giftes gestorben. Die tschechoslowakische Presse, auch solche Organe, die aus ihrer judenfeindlichen Gesinnung sonst keinen Hehl machen, hat an den hebräischen Schriftzügen nichts Bemerkenswertes gefunden. Teilweise wurde dieses Faktum als völlig belanglos gar nicht erwähnt. Dies blieb einer gewissen deutschen Presse vorbehalten. Um Quellenvergiftungen vorzubeugen, sei festgestellt, daß der verhaftete Hauptschuldige, der inzwischen übrigens auf freien Fuß gesetzt worden ist, N i c h t j u d e ist. Soweit Namen der 21 Bundesmitglieder zu ermitteln waren, befand sich auch unter diesen kein Jude. Man erklärt sich die hebräischen Schriftzeichen aus einer bloßen Nachäfferei von Vorbildern, die man bei jüdischen Mitschülern gesehen hatte. Eine Skandalaffäre in Jerusalem. Dem Frankfurter orthodoxen „Israelit" wird aus Jerusalem geschrieben: Nicht geringe Aufregung entstand dieser Tage in allen religiösen Kreisen der heiligen Stadt, als bekannt wurde, daß man eine große Menge durch Buchdruck hergestellter Mesussaus betrügerischerweise in den Handel gebracht habe. Das erste, was der „Doar Hajom", das iührende Jerusalemer Blatt, das Organ Sesfanroflon in Saimnrg Hermann Kohn Wolidietrldistraoc Nr. 14 naoige Preiset Gute Kttdief Bil m

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