Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 32 (9.8.1929)
- Date
- 1929-08-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 0 fljiftHffliiniiim»ffliiHiffln^^ die Wahrheit Jenö Leitner und Frau Grete, geb Ehrenreich zeigen die glückliche Geburt eines Jungen an Wl en, den 27. Ju!) 1929 II., Konradgasse A haben werden. Nunmehr haben 23 außeramerikanische Länder ihre Vertreter für den Council gewählt. Bis jezt sind 101 nichtzionistische Delegierte namhaft gemacht. Vierzig Prozent aller nichtzionistischen Mandate im Council werden von den Amerikanern besetzt. Ein „Nichtzionisf* ist nach der Verfassung eine Person, die mit der Agency nicht in der Eigenschaft eines Mitgliedes und Vertreters der zionistischen Organisation verbunden ist. Die Konstitution sieht vor, daß die Wahlen zum Council auf einer möglichst demokratischen Basis vorgenommen werden. Dr. Rosenbiüth unterbreitete dem Kongreß die folgenden Anträge: Der Kongreß nimmt mit tiefer Befriedigung zur Kenntnis, daß die Vorschläge zur Erweiterung der Jewish Agency einen großen Widerhall unter der Judenheit gefunden haben, und dankt besonders denjenigen, welche gemeinsam mit der zionistischen Exekutive die Initiative zur Einleitung einer Bewegung für die Erweiterung der Jewish Agency ergriffen haben. Der Kongreß sieht in der Erweiterung der Agency eine Garantie fruchtbarer Zusammenarbeit aller Juden, die willens sind, an dem Wiederaufbau Palästinas und an der Errichtung eines jüdischen Nationalheims teilzunehmen. Der Kongreß begrüßt herzlich die Vertreter der jüdischen Gemeinschaft der verschiedenen Länder und Weltteile, die gemeinsam mit der Zionistischen Organisation an der Gründungsversammlung des Council der Jewish Agency teilnehmen. Das Palästinabudget der Jewish Agency wird weiterhin vom Keren Hajessod als dem Finanzorgan der Agency aufzubringen sein. Die Beziehung des Nationalfonds zur Agency wird nur insofern bestehen, als wenn ein Bodenkauf aus Mitteln der Agency getätigt wird, dieser Boden auf den Namen des Nationalfonds als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes einzutragen ist. Eine Aenderung der Verfassung des Council kann nur mit Zweidrittelmehrheit geschehen, während eine Aenderung der Bestimmung, wonach der Präsident der Zionistischen Organisation gleichzeitig Präsident der Agency ist, nur mit einer Dreiviertelmehrheit geändert werden könne. * * * Dieses Referat über die Verfassung der Jewish Agency, mit der wir uns ebenso wie mit der Agency überhaupt noch eingehend befassen werden müssen, enthält auf den ersten Bück schon einige Lücken. So fehlt, um vorderhand nur eine zu erwähnen, die Behandlung der Frage der S t i m m b i nd u n g der zionistischen Hälfte, die von Seite der „allgemeinen" Zionisten gefordert, von den Misrachiisten aber bekämpft wird. So verlangt z. B. die ,.S t i m m e'* in ihrer zweiten Kongreßnummer: „Kongreß und A. - C. - Sitzungen müssen diesbezüglich für alle zionistischen Vertreter bindende Beschlüsse mit auf den Weg geben, da es sich sonst leider ergeben könnte, daß zum Beispiel die Misrachi — wenn auch c,us reinsten Motiven, die niemand bezweifelt — mit der Aguda gegen die eigenen Partner stimmen könnten." Und das nennen die Leute „demokratisch". Auch fehlt der Hinweis über die Verteilung der zionistischen Jewish-Agency-Mandate. Die amerikanischen Zionisten z. B. verlangen ultimativ 25 Sitze in der Agency. Qlerren*. Dr. S e i p e 1 bat seine Rede bei der Eröffnungssitzung des „Weltstudentenkongresses" mit den vorzüglich gewählten Worten begonnen: „Wenn ich Sie vor mir sehe, junge Studenten aus der ganzen Welt, dann kommt es mir als das einzig Mögliche vor, mit Ihnen über die Zukunft zu sprechen." Es muß auch zugegeben werden, daß der hochwürdige Redner dann mit seinen weithergeholten, der Propaganda für die Heimwehr gewidmeten Ausführungen große Sensation erregte. Aber wer weiß, ob Herr Dr. Seipel nicht eine noch mächtigere Wirkimg erzielt hätte, wenn er den Studenten für die Zukunft als das einzig Mögliche vielleicht etwa folgendes empfohlen hätte: „Junge Studenten aus der ganzen Welt, betrachtet die Universität als die geheiligte Stätte, die ausschließlich der Pflege der Wissenschaft dienen darf! Schändet die Universität aber nicht dadurch, daß ihr sie zum Tummelplatz erniedrigt, auf dem da und dort eine Majorität Andersgläubige, Andersdenkende ungestraft prügeln zu dürfen glaubt!" Hätten Studenten, die sich zu einer Tagung eingefunden, von der programmgemäß die Erörterung politischer Fragen ausgeschaltet sein sollte, prinzipiell etwas gegen diesen Standpunkt des Festredners einzuwenden gehabt? Schwerlich. Aber man kann sich bei einigem Aufwand von Phantasie vorstellen, daß Herr Dr. Seipel einem eventuellen Opponenten geantwortet hätte: „Verzeihen Sie, wenn ich in dem Irrtume befangen war, eine dreifache Legitimation zu dieser Ermahnung zu haben: als Staatsmann, als Mann der Wissenschaft und als Priester der Religion, die sich die Religion der Liebe nennt." * Seien wir gerecht, unsere hakenkreuzlerische Presse watet, wenn der Ausdruck gestattet ist, bis zum Kopf in den Schmutz, den sie gegen das Judentum schleudert, aber sie entwaffnet oft durch die grenzenlose Albernheit, die sie bei Verwendung ihres Wurfgeschoßes verrät. So tischt z. B. ein Innsbrucker Antisemitenblatt freudestrahlend in der Meinung, seine Leser damit gegen die Juden zu hetzen, einen Artikel auf, in welchem es u. a. heißt: „Die Heuchelei von Nächstenliebe und Mitleid ist schon sehr früh, lange vor dem Anfangunserer Zeitrechnung, eine Domäne des Judentums gewesen. Christus nahm das, was andere heuchelten, gewissermaßen ernst und aufrichtig, wie er denn überhaupt die ganze jüdische Religion erstzunehmen Franzensbad iMarienbad ) %g&]lffiTfä„Solbener Sc0fOssetu Srand Ttestaurant „7ürsten0of | streng orthodoxe KücheSllHOfl Rd8l) streng orthodoxe Küche 1^3 j '» i