Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 30 (26.7.1929)
- Date
- 1929-07-26
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT nmnMmmmmmBmmmmamumm /faduLULdkmutae» ckclfFoeläück^ Rabbinat der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Zahl 2689 ex 1929 Wien, 18. Juli 1929 Kundmachung. Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Fleischbank des Herrn Benjamin Premitke, Wien IL, Im Werd 5, nicht mehr unter Aufsicht des Rabbinates der Israelitischen Kultusgemeinde Wien steht. Dasselbe kann* daher für das Kaschruth in dieser Fleischbank keinerlei Verantwortung übernehmen. Das Rabbinat der Israel. Kultusgemeinde Wien. Tüuwt und Literatur Beiträge zur Wesenserkenntnis des Judentums. Von Dr. phil. Max Beermann, Bezirks-Rabbiner. 96 S. Preis broschiert Mk. 0,75. Herausgegeben und zu beziehen yom Verlag der „Abwehr-Blätter", Berlin W 35. Flottwellstraße 7. Die Schrift zeigt in streng sachlicher, wissenschaftlich fundierter Darstellung aufklärend und belehrend die wirkliche Wesenslinie der jüdischen Religion auf. Den von judengegnerischer Seite Immer wieder verbreiteten irrigen Darstellungen und gehässigen Verzerrungen wird vielfach im einzelnen unter Hinweis auf die Quellen (Bibel. Talmud, nachtalmudische rabbinische Literatur) der wahre Sachverhalt, die wirkliche Lehre, das wirkliche Religionsgesetz eindrucksvoll gegenübergestellt. Bei der weithin herrschenden Unkenntnis von dem reichen ethischen Wesensgehalt der israelitischen Religion ist die in leichtfaßlicher Darstellung geschriebene Broschüre durchaus geeignet, dem Leser ebensosehr als Informationsquelle, wie als Sammlung von Material zur Widerlegung von Irrtümern und falschen Behauptungen zu dienen. Die nachstehend aufgeführten Kapitelüberschriften unterrichten über den umfassenden Inhalt des kleinen apologetischen Werkes, dessen Zweck es ist. zu einer auf Wahrheit gegründeten gerechten Beurteilung des Judentums einen Beitrag zu liefern: 1. Das Judentum als Gesinnungsreligion. — 2. Die Originalität der jüdischen Lehre. — 3. Der „Rache- und Nationalgott" Israels. — 4. Die „Doppelmoral" des Judentums. — 5. Jüdische „Engherzigkeit". — 6. Die Stellung des Judentums zur körperlichen Arbeit. — 7. Die kaufmännische Moral im Judentum. — 8. Die Geschlechtsmoral des Judentums. — 9. Die inneren Werte des Judentums. — 10. Der Geist der Synagoge. Zugleich ein Wort zu den Synagogenschändungen. — Anhang: Die religiösen Quellenschriften des Judentums. Zugleich ein Wort über Talmud und Talmud-Zitate. A. Baumgarten, Rechtsphilosophie (Handbuch d. Phil. 22), R. Oldenburg, München 1929, Mk. 3.—. Das Buch hält weit mehr, als der Titel verspricht. Es enthält eine ganz vorzügliche Ethik und bietet selbst den Theologen so Wertvolles, daß es auch ihnen empfohlen werden kann. Man lese nur S. 60, wie es gegen das Ueberwuchern der Kunst, speziell der Musik im Gottesdienste, sich wendet. Die Wiener Schule der Rechtsphilosophen wird eingehend gewürdigt. H. Meiss, A travers le dialecte judeo-alsacien. Nice (Selbstverlag Avenue Notre-Dame 20). Wir müssen für solche Sammlungen folkloristischer Daten, die im Aussterben begriffen sind, dankbar sein, um so mehr, wenn wie von dem Verfasser auch Erklärungen gegeben werden, ohne die der Sinn dem Fremden verschlossen bliebe. Auch aus den benachbarten Frankreich und Piemont wird e'iniges geboten. Die Reime (p. 35) „Parschess Emmer" etc. zu ergänzen, wäre sehr erwünscht Seite 13 Woche zu IDoehe Eduard Lederer 75 Jahre alt. Der frühere Prager Ministerialrat Advokat Dr. Eduard L e d e r e r, der unter dem Pseudonym Leda bekannte tschechojüdische Dichter, beging am 15. Juli seinen 75. Geburtstag. Dr. L e d e r e r ist einer der Vorkämpfer der tschechojüdischen Bewegung, die eine Synthese des Judentums mit der tschechischen Geisteskultur anstrebt. Er schrieb mehrere Dramen, darunter auch ein biblisches Spiel, sowie ein größeres Werk in 2 Bänden über „Judentum und Judenheit". Durch die im Organ der tschechischen Realistenpartei vor und während des Krieges veröffentlichten Arbeiten kam er in enge Berührung mit Masaryk. Professor Heinrich Loewe 60 Jahre. Professor Heinrich Loewe, der hervorragende jüdische Gelehrte, vollendete am 11. Juli sein 60. Lebensjahr. Seit 22 Jahren ist Professor Dr. Heinrich Loewe Universitätsbibliothekar in Berlin. Er ist führendes Mitglied der Jüdischen Volkspartei, Mitglied der Preußischen Landesversammlung jüdischer Gemeinden und der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde, Präsident der Monteiiore-Loge und der Soncino-Gesellschaft und Redakteur der Monumenta Hebraica (Erstdrucke der hebräischen Literatur). . . . Zum Ableben Franz Philippsons. Der auf der Reise in Paris im Alter von 77 Jahren verstorbene Präsident der Ica, Franz Philippson, war in Deutschland als Sohn des Rabbiners Ludwig Philippson, des hervorragenden jüdischen Gelehrten und Schriftstellars, Führers des liberalen Judentums und Herausgebers der „Allgemeinen Zeitung des Judentums", geboren. Er war ein Bruder des verstorbenen Geschichtsschreibers Professor Martin Philippson, der zuerst außerordentlicher Professor der Geschichte an der Universität Bonn und später ordentlicher Professor und Rektor der Universität Brüssel war, und der im Dezember 1890 wegen Konflikten mit dem radikalen und deutschfeindlichen Teil der Brüsseler Studentenschaft seine Professur niederlegte und nach Berlin übersiedelte. Ein zweiter Bruder Franz Philippsons war der Geograph der Bonner Universität Professor Alfred Philippson, Franz Philippson, der noch in jungen Jahren nach Brüssel übersiedelte und sich dem Finanzleben widmete, schwang sich zu einem der führenden Finanzmänner Belgiens empor und wurde der Finanzier der belgischen Regierung. Sein Leben lang widmete er sich auch jüdischen kulturellen und sozialen Interessen und wurde Präsident der Brüsseler Jüdischen Gemeinde und ein Führer des belgischen Judentums. Seit Gründung der Ica gehört Franz Philippson der Leitung dieser großen Körperschaft, die das. Vermögen des Baron Hirsch zugunsten jüdischer erzieherischer und sozialer Interessen verwaltet, ununterbrochen an. Er nahm hervorragenden Anteil an dem Ausbau des jüdischen Koloniensystems in Argentinien und später in Brasilien, sowie an dem Ausbau des jüdischen Schulnetzes in den osteuropäischen Ländern, schließlich an der Schaffung einer Kontrolle der jüdischen Auswanderung. Unter dem ersten Ica- Präsidenten Narcisse Leven fungierte Franz Philippson als Vizepräsident der Ica, und seit dem Tode Levens vor mehr als 20 Jahren war Franz Philippson ununterbrochen Präsident der Ica, die er während einer langen Periode streng nach althergebrachten Grundsätzen leitete, und dadurch die Kritik von Vertretern der jüngeren Generation gegen die Methoden dieser Institution herausforderte. ■ ••-->•;••-'::"?.r^3.^ Leopold Badt 70jährig verstorben. Der langjährige Vorsitzende des Vorstandes der Berliner Produktenbörse, Herr Leopold Badt, ist am 6. d. M., wenige Monate nach Vollendung seines 70. Lebensjahres in Berlin verstorben. Er war auch Vorsitzender der Spitzenorganisation des gesamten deutschen Getreidehandels. In Rawitsch geboren, kam er nach Berlin, wo er Mitinhaber der großen Getreideiirma Hermann J a c o b y wurde und die Regierung bei Abschluß von Handelsverträgen mit dem Ausland wiederholt beriet. Leopold Badt war auch im jüdischen öffentlichen Leben hervorragend tätig. Er war in früheren Jahren stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde und war Kurator der Altersversorgungsheime.