Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 30 (26.7.1929)
- Date
- 1929-07-26
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Ötfe WAHRHEIT uuntiiiüuiiiiimmiiüJ i»tniBmmv'mfrifni^ Seite Ü Restauration in Salzburg to> Hermann Kohn Wolfdietridistraße Nr. 14 naoige preise! Outfe K*irtm«~ f er — eine Bedingung, die, selbstverständlich durch jeden anderen Gast gestellt ist — sich in dem „jüdischen" Lokal wie ein europäisch gesitteter Mensch benimmt. * * * Auf einem freundlicheren Fuß mit der Logik stellt sich Herr Dr. Riehl sobald er das Wirtshaus verläßt. Er mag sehen, .daß ich ihm nicht Unrecht gebe, wenn er Recht hat, z. B. wenn er erklärt: „persönlich stehe ich auf dem Standpunkt, den mir keine Kammer verbieten kann, daß ich Juden nur dann vertrete, wenn sie gegen Juden prozessieren, nicht aber gegen Arier. Das ist in jedermanns freiem Belieben". Stimmt. Ich hoffe, daß Herr Dr. Riehl es mir gestattet, die Bemerkung hinzuzufügen, daß ich persönlich auf dem Standpunkt stehe, den ich mir von niemand verbieten lasse, daß ich — nach dieser Erklärung Dr. Riehls — jeden Juden für einen Trottel hielte, der in einem Prozeß gegen Juden just diesen Herrn zu seinem Rechtsanwalt wünschte. Man achte die Ue^erZeugungen dieses Mannes! Man erinnere sich an die Begeisterung, an den heiligen, von inniger Ueberzeugung beseelten Eifer, mit dem er für den Mörder eines Juden sich einsetzte. Im umgekehrten Falle wäre es vergeblich seinen Rechtsbeistand anzurufen! Herr Dr. Riehl — das steht in seinem Belieben — ist eben sehr wählerisch bei seinen Klienten. * * * * Der ungarische Unterrichtsminister hat, wie man weiß, seine den Rassenschützlern gegebene Zusage, wonach der revidierte Numerus clausus nicht eine Erhöhung der Zahl der jüdischen Universitätshörer bedeuten werde, glänzend eingelöst! Das perzentuelle Verhältnis hat sich tatsächlich sogar zu Ungunsten der Juden verschlimmert. Graf Klebelsberg — noblesse oblige — mag nun empfunden haben, daß er den Juden eine kleine Entschädigung schulde und er hat, mit einem kühnen Entschlüsse die Verordnung erlassen, daß ohne Rücksicht auf die Bestimmungen des Numerus clausus alle diejenigen, die mit Vorzug maturiert haben, an den Hochschulen aufgenommen werden müssen. Bravo! Die Juden in Ungarn werden hoffentlich so undankbar sein und es nicht auf das Konto des Unterrichtsministers setzen, wenn jetzt eventuell die Zahl der jüdischen Studenten, die mit Vorzug maturieren, auffallend abnehmen wird. Ego. Wahrf%ritmv>on%Iag* Jetzt wird 's Lustig. Zu unserer unter obigem Titel in Nr. 28 vom 12. Juli 1929 erschienenen Notiz sendet uns Herr Dr. Desider Friedmann, Rechtsanwalt, Wien I., Gonzagagasse 23, nachfolgende Berichtigung unter Berufung auf § 23 des Preßgesetzes: „In diesem Artikel heißt es „In dem oben erwähnten Beiblatt der letzten „Neuen Welt" wird wohl am Schlüsse mitgeteilt, daß Dr. Friedmann den Vorsprung der Strickerliste durch den Wahlschwindel in Linz wettmachen wollte." Dies ist unwahr. Wahr ist, daß in dem Beiblatt der letzten „Neuen Welt' an keiner Steile mitgeteilt wird, daß Dr. Friedmann den Vorsprung der Strickerliste durch den Wahlschwindel in Linz wettmachen wollte. Es ist unwahr, daß Dr. Friedmann den Vorsprung der Strickerliste durch den Wahlschwindel in Linz wettmachen wollte, vielmehr ist wahr, daß Dr. Friedmann auf den Wahlvorgang und die Feststellung des Wahlergebnisses der in Linz vorgenommenen zionistischen Kongreßdelegiertenwahlen keinen wie immer gearteten Einfluß genommen oder zu nehmen versucht hat." * * * Man braucht wohl heute einem Zeitungsleser in Oesterreich nicht erst näher erklären, was es mit dem § 23 für eine Bewandtnis hat. Den Zeitungen Oesterreichs steht leider nicht das Recht zu, einer Berichtigung, die nicht ganz den Tatsachen entspricht, die Aufnahme zu verweigern; maßgebend ist hier einzig und allein, ob sie den formalen Anforderungen Genüge leistet. Aus diesem Grunde ist auch obige „Berichtigung" keine — Richtigstellung. Herr Dr. Friedmann behauptet im ersten Teil, daß die zitierte Stelle in der „Neuen Welt" nicht zu finden ist. Das ist richtig. * * * „Die Neue Welt" schildert den Vorfall nämlich viel krasser und viel schärfer! Es heißt dort wörtlich: „Da tauchte der famose Plan auf, durch eine fingierte Wahl in Linz den demokratischen Vorsprung einzuholen." Und einige Zeilen weiter: „Das Resultat dieser Reise nach Linz, war eine Wahlkomödie, ein Schwindel!" Nachdem Herr Dr. D. F r i e d m a n n scheinbar auf dieses krassere wörtliche Zitat Wert legt und sich mit unserer abgeschwächten Zusammenfassung nicht begnügt, so sei ihm mit obiger Anführung gerne gedient. — Was nun den zweiten Teil der Einsendung anbelangt, entspricht es den Tatsachen, daß Herr Dr. Friedmann persönlich auf obige Vorgänge keinen Einfluß genommen hat, welche Feststellung allerdings eine Wortklauberei ist. Denn wer unsere damalige Notiz vergleicht, wird aus dem Zu- TREFFPUNKT AI. CAFEHAUS der vornehmen jüdischen Gesellschaft PRAfCR IBAUPfAUECI Besitzer: Edelstein «Natowtc. ErSfklaSSlg€ DCHtCIMUNl