Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 28 (12.7.1929)
- Date
- 1929-07-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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tm Wahrheit Seite 13 Das einzige, strengst-orthodox geführte Seldiwaren Restaurant des Praiers befindet sich jetzt im schönsten Garten der Hauptallee zum „Braunen nirsdien" (Neben dem I. Kaffeehaus) Täglich geöffnet! Stammgäste werden üUdl DnO NatiimHtdgS bedient der religiösen Juden in aller Welt bringen soll. In diesem wirtschaftlich und politisch vielleicht schwersten Moment der jüdischen Geschichte soll ein ernstes Wort die Anschauung, daß das Judentum auf seiner heiligen Thora basiert, bekräftigen. Dies wird zugleich ein Aufleben der Organisation und eine Erstarkung der verschiedenartigen Tätigkeit der Weltorganisation beinhalten. Neben der Behandlung äußerst wichtiger Fragen, wie Schechita, Protest gegen die Religionsverfolgungen in Rußland wird vor allem die Stellungnahme zur J e wi sh Agency die aus aller Welt versammelten Delegierten stark beschäftigen. Die orthodoxen Juden sind von einer heißen Liebe zum Heiligen Lande durchdrungen, können aber an der Agency in ihrer heutigen Form schon deshalb nicht teilnehmen, weil Verhandlungen über eine Beteiligung der machtvollen Weltorganisation der Agudah seitens der offiziellen Zionisten in den letzten fünf Jahren, da dieses Problem akut war, nie aufgenommen wurden. Seinerzeit schwebten wohl diesbezügliche Verhandlungen, doch scheiterten sie an der berechtigten Forderung der Agudah, daß die kulturellen Fragen ausgeschaltet werden sollen, da dies der einzige Punkt ist, der die beiderseitigen Anschauungen trennt. Jede Organisation sollte deshalb, nach dem Vorschlag der Orthodoxen, ihre kulturellen Institutionen selbständig weiterführen, weiters verlangte die Agudah, daß sie in religiösen Fragen nicht überstimmt werden dürfe. Nun ist auf undemokratischer Grundlage eine Agency zustande gekommen, die für die Zionisten eine Verwirklichung ihres Leitsatzes „Der Judenstaat ist auf dem Wege" bedeuten soll, die Agudah aber kann die Agency in ihrer jetzigen Form nicht anerkennen. In ähnlichem Simme dürfte nach der Ansicht des Herrn I. M. Lewin die Entscheidung der Kenessio Gedaulo fallen. ■TBMOR-SOJLIgT FtA §T BASB OVECI Wir beabsichtigen einen T3EM<ÖM - SCHL-IS TE HT für unseren Synagogenchor einzustellen. Bewerber, die über einen schönen klangvollen Tenor verfügen, mögen ihre Bewerbung an die Adresse «SecrStaria^ de la Communaute israelite ä Strasbourg" unter Angabe von Referenzen und Lebenslauf einreichen. Demselben wird neben gutem Gehalt die Gelegenheit gegeben, sich am Musik - Konservatorium auszubilden und das Chasonaus zu Schechita zu erlernen- Vom 16. bis }8. Juli einschließlich befindet sich unser Chordirigent Herr BOCliner in WICH XV III., Währingerstraße 136. Parterre, una können sich Bewerber bei demselben persönlich vorstellen- Secretariat de 1a Communaute Israelite ä STRASBOURG (France) EenWtekezulEbcke Paul Schwarzstein 50 Jahre alt. Am 3. d. M. feierte Herr Paul Schwarzstein, Ehrenpräsident des Kranken- und Unterstützungsvereines ..M o n t e f i o r e" und des ersten Wiener Gewerbevereines, seinen 50. Geburtstag. Wenn jemand 50 Jahre alt wird und einen großen Teil seines Lebens der Humanität und Wohltätigkeit widmete, dann ist sicherlich der Anlaß gegeben, einen solchen Jubeltag festlich zu begehen. Mag auch der Jubilar in seiner bekannten Bescheidenheit allen äußeren Ehrungen abhold sein, mag er, der seit Jahrzehnten in aller Stille für Notleidende stets hilfsbereit war, seine Befriedigung allein darin finden, anderen Gutes getan zu haben, diesen Tag zu feiern gebietet nicht allein die Pflicht der Dankbarkeit einem solch edlen Menschen gegenüber, sondern auch die Pflicht gegen uns selbst. In einer Zeit, da Not und Elend in weitesten Schichten des Wiener Judentums vorherrscht, ist uns der Gedanke, daß Männer wie Paul Schwarz stein selbstlos für das Wohl der Gemeinschaft wirken, ein Trost und eine Stütze unseres Glaubens an die Menschheit. Und so hatten verschiedene Korporationen, denen der Jubilar seit vielen Jahren eine Stütze bedeutet, sich es nicht nehmen lassen, seinen 50. Geburtstag zum Anlaß wohlverdienter Ehrungen zu wählen. Der Kranken- und Unterstützungsverein „Montefiore" veranstaltete am 4. d. M. im Sitzungssaale des Vereinsheimes eine Festversammlung, bei welcher Obmann Edmund Hofmann für den Verein und Obmann Ignaz Freund für den Witwen- und Waisenfonds den Jubilar, dessen große Verdienste besonders lobend hervorgehoben wurden — so z. B. wurde betont, daß seit 1922. seit welchem Jahre Paul Schwarzstein Ehrenpräsident ist, 98 Witwen, bzw. Waisen mit einem Betrage von S 33.610 beteilt wurden —, in herzlichster Weise zu feiern und ihm folgende künstlerisch ausgegeführte Adresse überreichten: Unserem hochgeschätzten Gönner. Ehrenpräsidenen und Ehrenmitgliede Herrn Paul Schwarzstein, dem edlen Wohltäter der Witwen und Waisen, dem Helfer and Freunde der Armen und Kranken zu seinem 50. Geburtstage als Zeichen immerwährender Dankbarkeit und Verehrung, mit den innigsten Glückwünschen überreicht vom Witwen- und Waisenfondsverein und Kranken- und Unterstützungsverein „Montefiore". Außerdem erhielt der Jubilar ein meisterhaft ausgeführtes photographisches Tableau *) mit den Bildern sämtlicher Vorstandsmitglieder. Eine große Anzahl der Festteilnehmer begab sich hierauf N. Neugassers Cafe" Dogenhof zu einer gemütlichen Zusammenkunft, bei welcher Gelegenheit Obmann Edmund Hoimann sowie die Herren Chefredakteur Ludwig H i r s c h f e 1 d, Prokurist David Wagner, Obmann Josef O r n s t e i n. Obmannstellvertreter T r a u b nicht nur den Jubilar, sondern auch seine wackere Gattin, die mit ihm in der charitativen Tätigkeit wetteifert, und die für den Jüdischen Frauenverein Leopoldstadt geradezu Ideales leistet, in beredten V/orten würdigten. Herr Vorsteher Siegmund Ernst überbrachte dem Jubilar die Glückwünsche der Chewra Kadischa und Chewra-Delegierten. Samstag, den 6. d. M., vereinigten sich Vorstand und Mitglieder des „Ersten Wiener Gewerbevereines'' sowie der „Union deutschösterreichischer Jude n" im großen Klublokal des „A r k a d e n - C a f 6", um den 50. Geburtstag Paul Schwarzsteins zu feiern. Obmann Josef O r n s t e i n (Gewerbeverein) schilderte in beredten Worten die großen Verdienste des Jubilars um den Verein sowie seine stete Hilfsbereitschaft für in Not geratene jüdische Gewerbetreibende und enthüllte sedann das künstlerisch ausgeführte Porträt *) des Jubilars. In launigen Worten überbrachte Vizepräsident Hof rat Ing. Josef Löwy die Grüße und Glückwünsche der „Union deutschösterreichischer *Tff-fffflfftffffffffTfffTfffTffVfffTTfft *) Aus dem Atelier Moritz Bermann (U., Franzensbrückenstraße 16),