Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 28 (12.7.1929)
- Date
- 1929-07-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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die Wahrheit Seite il Wien ein Verzeichnis der beim Aufrufen zur Thora erfolgten Spenden mit Namen und Adresse des Spenders sowie genauer Bezeichnung des Zweckes einzusenden. 14. Zur Sicherstellung der Einhaltung dieser Verpflichtung, sowie aller für die Erteilung der Bewilligung zur Errichtung eines temporären Bethauses gestellten Bedingungen ist eine Kaution zu erlegen, welche bei Nichteinhaltung auch nur einer dieser Verpflichtungen für wohltätige Zwecke der Kultusgemeinde verfällt. Die zu leistende Kaution, welche in Bargeld zu erlegen ist, wird mit S 20.— bis S 200.— bemessen. 15. Der Text einer etwa beabsichtigten Annoncierung oder Plakatierung ist dem Gesuche zur Genehmigung anzuschließen. Eine Ankündigung, welche der Würde einer Betveranstaltung widerspricht, ist unstatthaft und hat zur Folge, daß die erteilte Bewilligung rückgängig gemacht wird. Es ist Pflicht einer jeden Partei, für eine entsprechende Polizeiaufsicht auf eigene Kosten zu sorgen. Als „Hausandachten" werden nur jene gottesdienstlichen Uebungen anerkannt, welche ohne jegliches Entgelt und lediglich Familienangehörigen zugänglich sind. Wien, 10. Juli 1929. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien. * * * Z. 4596 ex 1929. KONKURS. Im Spitale der israelitischen Kultusgemeinde Wien XVIII., Währingergürtel 97, gelangt an der urologischen Abteilung eine Sekundararztstelle zur Besetzung. Zur Anstellung sind erforderlich: Die österreichische Staatsbürgerschaft, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde in der österreichischen Republik, die körperliche Eignung, nachgewiesen durch ein amtsärztliches Zeugnis, und ein Alter von unter 35 Jahren. Mit der Stelle ist, nebst dem in der Dienstordnung für die Abteilungsärzte des Spitales der israelitischen Kultusgemeinde Wien fixiertem Barbezug, die Benützung einer möblierten Naturalwohnung samt Beleuchtung, Beheizung und Bedienung, sowie die volle Verköstigung verbunden. Für die Letztere werden die von den Abteilungsärzten der Krankenanstalten des Bundes infolge der jeweiligen diesbezüglichen Bestimmungen zu entrichtenden Sätze, von den Monatsbezügen in Abzug gebracht. Mit den Personaldokumenten (Diplom, Heimatschein, Nachweis der Zugehörigkeit zum Judentum, Zeugnisse über die bisherige, insbesondere chirurgische Tätigkeit) belegte Gesuche sind an den Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien 1., Seitensteltengasse 4, bis längstens V 31. Juli 1929 mittags zu überreichen. Wien, am 7. Juli 1929. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien. Kunst und Literatur Eine neue jüdische Zeitung in Czernowitz. Seit 1. Mai 1929 erscheint in Czernowitz ein neues jüdisches Wochenblatt unter der Ueberschrift „Bukowinaer Volkszeitung, Organ für jüdische Politik, Kultur und Wirtschaft". Die „Bukowinaer Volkszeitung" ist das Sprachrohr der unter der Führung Dr. Fildermanns stehenden großen rumänischen Reichsorganisation „Union rumänischer Juden" (U. E. R.: Uniunea Evreilor Romani), die nunmehr auch Neurumänien in ihren Tätigkeitsbereich einbezogen und den „Distrikt Bukowina", mit dem Sitze in Czernowitz, und als erste Zweigstellen die Sektionen in Radautz, Kimpolung und Kotzman geschaffen hat. Die „Bukowinaer Voiksaeitung" ist das einzige in deutscher Sprache erscheinende Organ der „Union rumänischer Juden". Herausgeber und Chefredakteur ist der frühere jüdische Stadtrat von Czernowitz, Dr. Salomen Kaßner, der Präsident des Distriktes Bukowina der „Union rumänischer Juden". Ein zweites synagogales Konzert der Beograder Radiostation. Das erste synagogale Konzert, ausgeführt von Arnold Gruß man, Oberkantor der Esken. Gemeinde, am 19. Juni, fand sowohl bei den jüdischen wie auch nichtjüdischen Radiohörern einen derartigen Anklang, daß sich die hiesige Radioleitung veranlaßt sieht, ein zweites Konzert am 17. Juli, 9,55 Uhr abends, zu veranstalten. Diesmal wird Herr Grußman alttraditionelle Rezitative zum Vortrag bringen (Col nidre, halben, ono towo, schlos esre mides, ki lekach tow und wesesrew). Am Klavier: Herr Kapellmeister Benedik. Meinecke Fr„ Geschichte des deutsch-englischen Bündnisproblems 1890—1901, München 1927, R. Oldenburg, Mk. 9.50. Meinecke, der führende deutsche Historiker, betont, daß die deutsch-englischen Bündnisverhandlungen, die um die Jahrhundertwende stattfanden, nicht an einer prinzipiellen Abneigung der deutschen Staatsmänner gegen ein englisches Bündnis, sondern an den für England unakzeptablen Bedingungen scheiterten. Er kommt zu dem Ergebnis, daß das Bündnis auch in der minder vollkommenen Form, in der England es' uns anbot, angesichts der für Deustchland drohenden Zukunftsgefahren hätte angenommen werden müssen, zwar als „ein Nothafen", aber ein unumgänglicher. Transactlons of tbe Jew. Histor. Society oi England, VoL XI, 1924/27 (London, University, Gower Street). Außer einer interessanten Studie von Cecil Roth u. a. füllt diesen Band eine aufschlußreiche Arbeit L. Wolfs über Juden in England der Kaiserin Elisabeth. Sie bedeutet einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der Marranen, über die hier ganz neue Aufschlüsse geboten werden. Mit tiefbetrübtem Herzen geben wir Nachricht, daß unsere innigstgeliebte teure gute Mutter FRAU ROSALIE HIRSCHTEU» geb. Spllzer nach kurzem Leiden, am 7. d. ML, 7 Uhr abends, im 75. Lebensjahre in ein besseres Jenseits hinüberschlummerte. Das Begräbnis fand Dienstag, den 9. d. M., im Budapester isr. Friedhof statt. Mit nie vergessender Liebe weinen um sie die Kind r Ludwig. Santa, Sari, Ernft, lionka u. JOSZt. die Schwieg rkind r SldODlt HlrsOllew, fucforla Hir$dilel<f, ftie w>nter und Crwla DefCSZ, die Schwester LBtSC WCi&Z und die Enkel Oshar, Erich, Aurel, lad, KataKa und EVlKC und die übrigen trauernden Hinterbliebenen.