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Die Wahrheit · 1929-07-04 · Heft 27 (4.7.1929) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 27 (4.7.1929)
Date
1929-07-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DIE WAHRHEIT nmHMUnniinnniiniininniUinimiiinuiiiuniunmnniiiaiiiijninmHmiiunMmB Seite 13 Vorstehung aus, deren Tätigkeit er mit warmen Worten würdigte. Es sprachen sodann: Dr. Ernst Petö. Generalsekretär Dr. Julius Gabor und Generalsekretärstellvertreter Alexander E p p 1 e r, worauf die Schlußrechnungen, sowie die sonstigen Präsidialvorlagen einstimmig angenommen wurden. Oberrabbiner Dr. Marcus Ehrenpreis 60 Jahre. Am 21. Juni 1929 vollendete der Oberrabbiner von Stockholm, Herr Dr. Marcus Ehrenpreis, sein 60. Lebensjahr. Dr. Ehrenpreis wurde 1869 in Lemberg geboren, studierte und promovierte in Deutschland. Noch in ganz jungen Jahren nahm er als glänzender Schriftsteller und Stilist an der Bewegung für die Renaissance der hebräischen Sprache und Literatur hervorragend Anteil und war neben N. J. Berdyczewsky einer der Führer der junghebräischen Bewegung. Ehrenpreis hat seit dem ersten Zionistenkongreß, an dessen Vorbereitung er lebhaften Anteil nahm, eine große Rolle in der zionistischen Bewegung gespielt. Auf den Ziomstenkongressen trat er als Referent in Kulturfragen hervor. Von 1900 bis 1914 war Ehrenpreis Großrabbiner von Bulgarien und ist seitdem Oberrabbiner von Schweden. Vor einigen Jahren wählte ihn die große jüdische Gemeinde Saloniki zum Oberrabbiner, gleichzeitig wurde ihm das Landesrabbinat für ganz Griechenland angeboten, Dr. Ehrenpreis zog es vor, auf seinem Amtssitz in Stockholm zu verbleiben. In Schweden hat er viel dazu beigetragen, das Verständnis für jüdische Kultur zu wecken. Er veröffentlichte mehrere Werke, darunter ein Palästina-Reisebuch in schwedischer Sprache und sorgte für schwedische Ausgaben jüdischer und hebräischer Standardwerke. Von seinen Büchern und Zeitschriften seien erwähnt: „Die Entwicklung der Emanationslehre in der Kabbala des 13. Jahrhunderts" (Frankfurt a. M. 1895): in schwedischer Sprache: „Neuhebräische LjTik", zusammen mit Ragnar Josephson: „Vom Wachtturme" (Predigten 1921); „Die Seele des Morgenlandes (1926); „Das Land zwischen Orient und Okzident" (Weltverlag Berlin 1927); u. a. m.' Ehrenpreis hat sich auch im Rahmen der jüdischen Fürsorge hervorragend betätigt. Vermählung. Fräulein Käthe Schwager, Tochter des Herrn Max Schwager, Beamter der israelitischen Kultusgemeinde, hat sich mit Herrn Karl Fuhrmann vermählt. Oberkantor Ferdinand .Iura, Zagreb. Es wird uns aus Berlin mitgeteilt, daß Herr Oberkantor Jura in Berlin in der „Friedenssynagoge" am vergangenen Samstag zur Probe gesungen hat. Er erfreute sowohl durch seine phänomenale Baritonstimme als auch durch seinen prachtvollen Vortrag alle Zuhörer. Oberkantor Jura hat durch seinen großen Erfolg in Berlin die besten Aussichten. S. Organisation der jüdischen Angestellten in öffentlichen Diensten Oesterreichs, Wien II., Pazmanitengass 6. Unter dem Vorsitze des Präsidenten, Herrn Amtsdirektor Josef Pisek, fand kürzlich die zehnte Hauptversammlung der Organisation statt. Nach Begrüßung der Erschienenen erstattete der Vorsitzende den Tätigkeitsbericht. Er überblickte die nunmehr zehnjährige Tätigkeit der Organisation, zeigte auf, wie diese Zeitspanne von rastloser, ernster Arbeit erfüllt war und wie die Organisation ihre schwere Aufgabe glänzend erfüllt hat. Die wirtschaftlichen Verhältnisse haben im Vorjahre keine nennenswerte gesellschaftliche Betätigung gestattet, wogegen es möglich war, eine Anzahl Mitglieder tatkräftig zu unterstützen. Der Vorsitzende bedauerte den Tod von 4 Mitgliedern im Berichtsjahre. Am Schlüsse des abgelaufenen Vereinsjahres verblieb ein Stand von 306 Mitgliedern. Der Kassa- und Revisionsbericht wurde zur Kenntnis genommen und dem Ausschusse das Absolutorium erteilt. Die sodann vorgenommenen Neuwahlen ergaben die Wahl folgender Funktionäre: Präsident: Amtsdirektor Josef Pisek, Präsident-Stellvertreter: Oberbaurat Ing. Karl Stankower, Schriftführer: Oberinspektor Moriz Leschner, Kassier: Oberoftizial Max Neuer, Ausschußmitglieder: Direktor Max Birnstein, Bahnbeamter Arnold Frey und Adolf Sobel, Postoberkontrollor Eduard Kinsbrunner, Hofrat Dr. Oskar Max. Bahnbeamter Samuel Rosen und Postdirektor Alois Spielmann. Der Jahresbeitrag wurde in der bisherigen Höhe mit 3 Schilling pro Jahr TREFFPUNKT der vornehmen jüdischen Gesellschaft für Aktive und 1.50 Schilling pro Jahr für Ruheständler belassen. Die übliche freiwillige Beitragsleistung für den Unterstützungsfonds wurde besonders empfohlen. Der Vorsitzende schloß die Hauptversammlung mit der Einladung an alle Mitglieder zur intensiven Mitarbeit und versicherte, daß der neugewählte Ausschuß seine übernommenen Pflichten voll und ganz ausüben werde. Sprechstunden im Vereinslokal: Dienstag, nach dem Ersten jeden Monates, woselbst Auskunftserteilungen, Ratschläge, Anmeldungen usw. in der Zeit zwischen 17.30 und 18.30 stattfinden. Die Position der Juden in Bulgarien. Der Ministerpräsident Bulgariens, Herr Ljaptschew, empfing den Generaldirektor der Jüdischen Telegraphen- Agentur Herrn Jakob Landau und gab ihm gegenüber die folgenden Erklärungen über die Position der Juden in Bulgarien ab: Die Juden in Bulgarien sind gute Patrioten, sie teilen mit uns alle Nöte und alle Freuden des Vaterlandes. In den beiden letzten Kriegen haben die Juden große Blutopfer gebracht. Die Juden sind ein aktives und arbeitsames Element. Sie genießen in Bulgarien gleiche Rechte, die Beziehungen zwischen ihnen und den nichtjüdischen Bürgern sind sehr gute. Es gibt bei uns glücklicherweise keine Judenfrage. Wenn sich manchmal kleine Zwischenfälle ereignen, so sind diese entweder unbedeutender Natur oder durch fremde Elemente hervorgerufen. Eine Judenverfolgung kennt man in unserem Lande nicht. Die Juden sorgen für ihr eigenes Schulwesen; die Regierung gewährt diesen Schulen Subventionen. Die von den Verwaltungen der jüdischen Schulen ausgegebenen Zeugnisse werden von den Staatsschulverwaltungen anerkannt. Ueber die Frage des Zionismus äußerte sich Ministerpräsident Ljaptschew folgendermaßen: „Ich bin beeindruckt von dem Werke des Herrn H. Morgenthau, der gegen den Zionismus ist. und bin auch durch die Tatsache beeinflußt, daß mehrere bulgarische Juden, die den Versuch machten, sich dauernd in Palästina niederzulassen, durch die Verhältnisse gezwungen wurden, nach Bulgarien zurückzukehren. Trotzdem habe ich Verständnis für die große Idee, die die Zionisten bewegt. Fünf Juden im südafrikanischen Parlament. Bei den jüngst durchgeführten Wahlen für das südafri kanische Parlament wurden von den bisherigen sieben jüdischen Parlamentsmitgliedern fünf wiedergewählt, nämlich Sir Ernest Oppenheimer, Eli Buirski, Emile Nathan und Charles P. Robinson, die auf der Liste der Südafrikanischen Partei kandidierten, sowie M. Kentridgo, der Mitglied der Arbeiterpartei ist. Morris Alexander, der seit 21 Jahren dem Parlament als unabhängiger konstitutioneller Demokrat angehörte, wurde nicht wiedergewählt. Der über 70 Jahre alte Sir David Harris, der durch mehrere Perioden dem Parlament angehört hatte, hat diesmal auf eine Wiederwahl verzichtet. Berlin. Die Hauptversammlung des Reichsverbandes der deutschen Presse, die in Bremen getagt hat. wählte den Reichstagsabgeordneten und Chefredakteur der „Vossischen Zeitung, Professor Georg Bernhard, wiederum zum ersten Vorsitzenden des Reichsverbandes. 106 Delegierte stimmten für ihn. 11 gaben weiße Zettel ab, zwei Stimmen waren zersplittert. Die New Yorker Kaschr Uta-Organisation hat der im Büro des Kommissars des New Yorker Markt-Departements abgehaltenen Konferenz der Rabbinats-Aemter mitgeteilt, daß der jährliche Umsatz für Koscher-Nahrungsmittel in New York City sich auf 150 Millionen Dollar beläuft. Es existieren in New York ungefähr 10.000 Koscher-Fleischhandlungen und rund 2000 Koscher-Delikatessengeschäfte. Die Konferenz beschloß, Maßnahmen zu ergreifen, um dem Koscher-Gesetz des Staates New York stärkere Geltung als bisher zu verschaffen. Dieses Gesetz sieht bekanntlich hohe Geld- und sogar Gefängnisstrafen für diejenigen vor, die nichtkoschere Nahrungsmittel als koscher anbieten.!k I. CAFEHAUS y" PRAICR fHAUI»Ti&EEEE} Besitzer: Edelstein & Nato wie. ErSthlaSSlg€ D€dl€DBD$

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