Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 23 (7.6.1929)
- Date
- 1929-06-07
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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nnmffl|pii«inniqinmmmnHiiiinnnniiHimnmnmimflBnHmnifflwiiro Seite 13 Krieger-Gedächtnisfeier an der Spitze von 30.000 ehemaligen Soldaten durch die Straßen von Melbourne. Dte Bevölkerung bereitete dem populären Generali einen ungemein herzlichen Empfang. Die Zeitungen nennen ihn den größten Australier. In der Prozession schritt an hervomragenden Stelle auch der jüdische Oberst Harold Cohen, der siiich ebenfalls im Kriege sehr ausgezeichnet hat. In Sidney wurde der Zug bei einer Teilnahme' von 20.000 früheren Soldaten vom jüdischen General Rosenthal geführt. — General Monash empfing dem Ita-Vertreter und gab ihm gegenüber! seiner Bewunderung über die Leistungen der australischen Judenheit im Kriege Ausdruck. Er trat den Gerüchten entgegen, daß er bei seiner Rückkehr nach Austragen, wobei ihm zu Ehren große Empfangsfeierlichkeiten stattfanden, antiserciitischen Vorurteflen begegnet wair. Er gab aber zu, daß in Melbourne ein Klub besteht, der Juden als Mitglieder nicht aufnimmt, ahn, Monash, aber zum Eintritt aufforderte. Er wollte aber diesem Klub keine Gelegenheit geben, ihm gegenüber eine Ausnahme zu machen. So ändern sich die Zeiten . . . Weite Beachtung fand in der amerikanischen Öffentlichkeit die Tatsache, daß Henry Ford, der beriühmte Wirtscbaftsorganisatar» und Milliardär, der viele Jahre lang mit "■roßen Mitteln in den Vereintsten Staaten publizistisch eine antisemitische Propaganda führte und die antisemitischen Gruppen in den Ländern Europas stützte, vor «einem Jahre aber in einem feierlich abgelegten Bekenntnis dem Antisemitismus abschwor und diese Richtung als blind und ungerecht verdammte, nun Gast bei einem Ehrenempfange war, der einem führenden Juden, dem Vorsitzenden des United Jewilsh Campaign des Joint Distribution Committee David A. Brown, gegolten hat. Hemry Ford saß an der Ehrentafel zur Seite des Präsidenten des American Jewish Committee Louis Marsha41, der, wie erinnerlich, im Jahre 1927 die Entschuldigung Fords und seine Ehrenerklärung für die Juden entgegennahm. Henry Ford ließ unter den Gästen der Tafel ein schriftliches Statement zirkulieren, in welchem es heißt: Ich bin glücklich, hier zu sein, um meinem guten Freunde David A. Brown und darüber hinaus der großen Rasse, die ihn mit Stolz und Glück zu den Ihren zählt, meinen Tribut der Bewunderung zu zol- 1 e n. Herr Brown ist ein leuchtendes Beispiel für den großen Wohltätigkeitssinn des jüdischen Volkes. Er ist mit Eifer dabei, die Zustände in der Welt zu bessern, die Ungebildeten zu erziehen, die Kranken zu heilen und für die Waisenkinder zu sorgen. Die intensive und intelligent zielbewußte Teilnahme der Juden an der Förderung des bürgerlichen Gerechtigkeitssinns und der sozialen Gerechtigkeit stempelt sie zu einem großen Volke, und David A. Brown ist einer der edelsten Söhne dieses Volkes. — Die amerikanische Presse veröffentlicht in großer Aufmachung die Erklärung von Ford. Das Ehrenbankett fand im Hotel Commodore aus Anlaß der 20jäfarigen Tätigkeit David A. Browns im Dienste der sozialen Fürsorge der Vereinigten Staten statt. Etwa 2500 Persönlichkeiten aus allen Kreisen der Gesellschaft der Vereiniglten Staaten waren anwesend. Den Vorsitz führte Dr. Lee K. Frankel. Im Verlauf des Abends ergriffen viele nichtjüdische Persönlichkeiten das Wort, um David A. Brown zu feiern. Eine Kundgebung vom Präsidenten Hoover wurde verlesen, in welcher David A. Brown für seine Tätigkeit im Dienste der amerikanischen sozialen Fürsorge höchste Anerkennung gezollt wird. Herr Brown, der seinen Wohnsitz in Detroit gehabt hat. läßt sich nun in New York nieder. Er hat eine interessante Laufbahn hinter sich. Im Alter von 6 Jahren begann er seine Tätigkeit als Zeitungsjunge, heute ist er Präsident der General Necessities Corporation und der Brown Stores Company von Detroit, sowie den1 Vogt Refrigerator Company in Louisville. Reformbestrebungen in der Tschechoslowakei Aus Bratislava kommt die Nachricht, daß eine größere Gruppe dortiger Juden die Errichtung einer besonderen Reformgemeirade und die Erbauung einer eigenen Synagoge, in der slowakisch gepredigt wird, plant. Nach der Konstituierung der Gruppe „Fortschrittlicher Juden" in der Präger jüdischen Gemeinde ist dies in der letzten Zeit schon der zweite Versuch, das religiöse Leben in dar Tschechoslowakei zu reformieren — im Sinne eines radikalen Liberalismus, den bisher die Tschechoslowakei nicht gekannt hat und der sich an deutsches Muster anlehnt. Ford — ein „künstlicher Jude". Unter den Ueberschrift „Ein prominenter PaMstinabntdeir" schreibt Ludendorffs „Wochenschau": „Henri Ford hat nun seinem Kotau vor dem Judentum die „künstliche Beschneidung" folgen lassen. Nach einer Mitteilung der „Wiener Freimauren-Zeitung" 1928, Nr. 11/12, ist er nämlich Mitglied! der „Palästina"-Loge in Detroit, die mit ihren 4000 „künstlichen Juden" als die girößte Loge der Welt gilt." Die Zahl der Juden im Deutschen Reiche. Das Statistische Reicbsamt hat vor einigen Tagen den schon lange erwarteten Band „Statistik des Deutschen Reiches" herausgegeben, in dem die Ergebnisse der Volkszählung des Jahres 1925 ausgewertet sind. Danach beträgt die Zahl der Israeliten im Deutschen Reich insgesamt 564.379 (davon weiblich 289.929). Auf die einzelnen Länder verteilt sich diese Zahl wie folgt: Preußen: 403.969 (weiblich 207.521), Bayern: 49.145 (w. 25.319), Sachsen: 23.252 (w. 11.333), Württemberg: 10.827 (w. 5681), Baden: 24.064 (w. 12.666), Thüringen: 3603 (w. 1773). Hessen: 20.401 (w. 10.653), Hamburg: 19.904 (w. 10.225). Mecklenburg-Schwerin: 1225 (w. 641). Oldenburg: 1513 (w. 790), Braunschweig: 1753 (w. 814), Anhalt: 1140 (w. 586). Bremen: 1508 (w. 788), Lippe: 607 (w. 349), Lübeck: 629 (w. 326), Mecklenburg^ trelitz: 182 (w. 99), Waldeck 477 (w. 261), Schaumburg-Lippe: 180 (w. 104). — In den Großstädten wohnen insgesamt 376.782 Juden (w. 192.031). Die Refchshauptstadt Berlin beherbergt 172.672 Juden (w. 88.456). Es folgen Breslau: 23.240 (w. 12.232), Frankfurt a. M.: 29.385 (w. 15.150). Köln: 16.093 (w. 7976), Düsseldorf: 5130 (w. 2438), München: 10.068 (w. 5061), Nürnberg: 8603 (w. 4299), Dresden: 5120 (w. 2556), Leipzig: 12.594 (w. 6155), Chemnitz: 2796 (w. 1337), Kassel: 2750 (w. 1431), Wiesbaden: 3088 (w. 1654). Essen: 4209 (w. 2098), Duisburg: 2080 (w. 984), Barmen: 721 (w. 373), Elberfefd: 2335 (w. 1176). Kiel: 605 (w. 300), Altona: 2909 (w. 1215). Hannover: 5521 (w. 2885), Königsberg i, Preußen: 4049 2111), Stettin: 2615 (w. 1372), Stuttgart: 4548 (w. 2320), Karlsruhe: 3386 (w. 1736). Mannheim: 6072 (w. 3513), Mainz: 2738 (w. 1418), Hamburg (Stadt): 19.794 (w. 10.182), Bremen (Stadt): 1328 (w. 689). Wed^^nnaOmSi^kWMdtl <■■■■■■«■—■■■■■■■■—■■*■—■——— nuglcnisdies NOnigsllcht iiiiiiw Seit vielen Jahren das an« erkannt beste E/k. Ii Iflif 1 . '! i. ' ' ') l I j^ffz^i* r tstbnem Man achte auf die gas. uuirh Maritu sHygtaa. KdnigsllcM* und Nana« Schute Fabrik und Büro; Wien XIV., BraunhlrschungasM 3 Telephon R 33-1-87