Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 23 (7.6.1929)
- Date
- 1929-06-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 w** DIE WAHRHEIT VmW^^zulDffcke Gedächtnisfeier für Oberkantor Josef Goldstein. Montag, den 17. Juni 1929, um Vtf Uhr abends, findet im großen Leopoldstädter Tempel, IL, Tempelgasse 3, eine vom Bethausvorstande veranstaltete Gedächtnisfeier anläßlich des 30jährigen Todestages des Oberkantors Josef Goldstein sei. And. statt. Bei dieser Feier gelangt das von dem genialen und unvergeßlichen Meister komponierte Requiem (Psalm 49) zur Aufführung. Gastpredigten. Im Pazmanitentempel (IL, Pazmanitengasse 6) finden Freitag, den 7. Juni 1929. um 7 Uhr abends, und Samstag, den 8. Juni 1929. beim Morgengottesdienste (Beginn *A9 Uhr) Gastpredigten Sr. Ehr würden Herrn Oberrabbiner Dr. Hillel Weis aus Wiener-Neustadt statt Der Frauenverein Leopoldstadt veranstaltet jeden Mittwoch, 8 Uhr abends, gesellige Zusammenkünfte im Cafe Kristall, I., Aspernplatz, die sich bereits großer Beliebtheit erfreuen. Mitglieder und Freunde des Vereines werden eingeladen, an diesen Zusammenkünften teilzunehmen, die die Möglichkeit zu angenehmer Unterhaltung bieten. Chicago. Im Alter von 61 Jährten starb hier Frau Augusta Rosenwald, die Gattin des berühmten jüdischen Philanthropen Julius RosenwaJd. Frau Augusta Rosemwald, eine geborene Nußbaum, seit 1890 mit Julius Rosenwald verheiratet erlebte den Aufstie« Äihres Mannes zum führenden Warenhaus-Besitzer der Vereinigten Staaten und beteiligte sich an seinen philanthropischen Unternehmungen in der jüdischen wie in der nichtjüdischen sozialen Fürsorge. Viele der großen Stiftungen Rosenwalds geschahen auf Veranlassung seimeT nun verstorbenen Gattin. 70. Geburtstag. Am 27. Mai beging der m der jüdischen Welt sehr populäre Präsident des orthodoxen Landeskomitees Ungarns, Herr Adolph F r a n k 1, seinen 70. Geburtstag. Der Führer der ungarländischen Orthodoxie war1 aus diesem Anlaß Gegenstand großer Ehrungen seitens der orthodoxen jüdischen Kreise Ungarns und des Auslandes. Von zahlreichen jüdischen Korporationen langten herzliche: Glückwünsche ein. Auch die Ministerien und verschiedene nichtfüdische Würdenträger waren unter den Gratulanten. Das Budapester orthodoxe Orcian ..Z s i d o U i s a g" gab eine Festnummer mit dem Porträt des Herrn Frank! auf dem Titelblatte heraus. Der Festartikel stammt aus der Feder* des Mitgliedes des Budapester Munizipalausschusses Desider Koreiu. Er schreibt unter anderem: ..Die Leistungen des illustren Präsidenten sind vom Gesichtspunkte der Gesamtiudenheit zu würdigen. Er hat mittels seiner universellen Gelehrsamkeit, Klugheit und seines konzilianten Wesens dazu beigetragen, daß die Orthodoxie heute allenthalben geachtet wird und daß die Neologie gegenüber der Rechtslage der Orthodoxie vollste Loyalität bekundet." Hermann Jadlowker Kantor der Rigaer Chor- Synagoge. Der berühmte Sänger Hermann Jadlowker, langjähriges Mitglied der Berliner Staatsoper und des New Yorker Metropolitan Opera House, preußischer Kammersänger, hat den ihn ergangenen Antra?;, das Amt eines ersten Kantors an der Großen Chor-Synagoge von Riga zu übernehmen, akzeptiert. Jadlowker hat vor kurzem als Gastkantor an dieser wegen ihrer liturgischen Tradition berühmten Synagoge fungiert und begeisterten Beifall gefunden. Trauung. Sonntag, den 9. Juni, findet in Brünn die Vermählung des Frl. Judith H i c k 1, Tochter des verstorbenen Herausgebers und Begründers der „Jüdischen Volksstimme" Max Hickl, mit Herrn Walter Kerpen, Kaufmann in Wien, statt. Verlobung. Fräulein Elsa Freund, Tochter des Beamten der Chewra Kadischah Daniel Freund, hat sich mit Herrn Gustav P o 11 a k (Bratislava) verlobt. Hilfsverein der jüdischen Blinden. Am Sonntag, den 20. Mai, fand mti Saale der Toynbeehal'le die Generalversammlung des Hilfsvereines der jüdischen Blinden statt. Der geräumige Saal war von blinden Frauen und Männern bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach Verlesung des Tätigkeits- und Kassaberichtes entspann sich eine lebhafte Debatte, in welcher dem Vorstande für seine überaus segensreiche Tätigkeit die vollste Anerkennung ausgesprochen wurde. Obmann De mm wies darauf hin, daß die Aufbringung der VereinsmMtel sich in dieser harten Zeit ungemein schwer gestaltete. Er betonte ausdrücklich, daß es nur der nie versagenden Mildtätigkeit der Jüdischen Bevölkerung zu verdanken ist, daß es möglich war, im vergangenen Vereinsjahr an notleidende Blinde Unterstützungen von ungefähr 30.000 Schilling zu verteilen. Im selben Sinne sprach auch der Obmannstellvertreter Wilhelm K r e i 11 e r. Einstimmig wurde der Beschluß gefaßt, der jüdischen Bevölkerung für ihre Hochherzigkeit im Namen der jüdischen Blinden den tiefinnigsten Dank auszusprechen. Zu den Weekend-Werbe-Wochen bringt das Musikhaus Excelsior, Wien I., Adlergasse. 5, einen Werbeschlager heraus, der bei einem äußerst niedrigen Preis in Qualität und Wiedergabe hervorragend ist. Die p. t. Leser werden eingeladen, sich denselben anzusehen, anzuhören und sich davon zu überzeugen, daß diese Leistung nicht übertroffen werden kann. Zahlungsbedingungen siehe Inserat. ^MeULdaauxoen, clecirivteläifdien Maskirandachten am Schewuothfeste. Zur Vermeidung des großen Andranges in den Gemeindetempeln zur „Haskarah" veranstaltet der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien am diesjährigen Schewuothfeste Samstag, den 15. Juni 1. J., um 6 Uhr früh im Stadttempel, L, Seitenstettengasse 4 und im Leopoldstädter Tempel, I., Tempelgasse 5, sowie um 9 Uhr vormittags im Festsaale des Hotel „Continental", IL, Taborstraße 6, anläßlich der Maskirandachten feierliche Gottesdienste. Lieferungsausschreibung. Seitens der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, gelangen im Laufe der nächsten Zeit die Arbeiten für die Erneuerung der elektrischen und Gassteigleitung im Amtshause, I., Seitenstettengasse 4, zur Vergebung. Jene Installateure, welche zur Offerterstellung herangezogen werden wollen, werden eingeladen, dies bis längstens Dienstag, den 11. Juni 1929, dem technischen Amte der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, L, Seitenstettengasse 2, 4. Stock, bei welchem auch während der gewöhnlichen Amtsstunden (Samstage ausgenommen) alle näheren Auskünfte erteilt werden, schriftlich bekanntzugeben. Die freie Auswahl unter den sich meldenden Firmen zwecks Heranziehung zur Offertstellung für die einzelnen Arbeiten behält der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde seinem alleinigen Ermessen vor.