Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 20 (17.5.1929)
- Date
- 1929-05-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE Wahrheit ^mfttntewreBmmfflftrtmmtmn Seite 7 genannten Einheitsjuden gebildeten Anhange mit dieser Regierung ein Bündnis geschlossen. Der Preis für diesen schmählichen Verrat am Judentum war erstens ein Deputiertenmandat für Dr. Mayer Ebner, der aber deshalb mit seinem vorbezeichneten Anhange für die Wahl antisemitisch-cuzistischer Kandidaten agitatorisch gewirkt und so mit jüdischen Stimmen die Wahl von drei waschechten Cuzisten in der Bukowina ermöglicht hatte. Und der zweite Preis war die dem Dr. Mayer Ebner und «seinem damaligen Kampfgenossen, Direktor Bernhard Fleminger, von der Regierung Averescu-Goga, über Veranlassung und Beeinflussung des damaligen Ministers Dr. Dori Popovici, gemachte Konzession meiner Entfernung von der Kultusgemeinde-Gerentschaft und Ernennung Ebners und Flemingers zu Qerenten der Kultusgemeinde an meiner Stelle! Durch unqualifizierbare, von Ebner'scher Seite gegen mich gerichtete, schändliche Intriguen, Denunziationen und verleumderische Umtriebe wurde das verräterische Ziel erreicht! Die erste Amtshandlung des übrigens unfähigen und in diesem Belange unwissenden, sich jüdisch-national und zionistisch gebärdenden Dr. Mayer Ebner war die Verweigerung der mir loyal zuerkannten, sohin gebührenden Pension, und verharrte dieser seltsame jüdische Palästina-Förderer Dr. Mayer Ebner in seiner unqualifizierbaren Charakterlosigkeit durch seine 14 Monate währende Gerentschaft! Der millionenreiche, dabei notorisch knickerisch-hartherzige Verfechter jüdisch-völkischer Renaissance Mayer Ebner litt ja keinerlei materielle Not! Noch verwerflicher war das Vorgehen Ebners, da er sich in voller Kenntnis meiner materiellen Bedrängnis und Notlage befand! Ebners Umtriebe haben die jüdische Religionsgemeinde geradezu zu einem politischen Handelsartikel gemacht, er hat als erster nach der Regierung gerufen und sie verleitet, sich ununterrichtet und unbesonnen in innere, religiöse Angelegenheiten der Kultusgemeinden einzumengen und dadurch religiöse Fragen mit politischen und mit der Politik selbst zu verquicken. Seither wird denn auch bei uns bei einem Wechsel der Regierung, respektive des Regierungssystems, auch die Besetzung der Kultusvorsteherstelle gewechselt, als ob die jüdische Religion, ihre Lehre, Satzungen und eigengearteten Einrichtungen wie profane Regierungssysteme dem Wechsel unterliegen würden! Daß sich da die widerwärtigsten Folgen und tiefsten Erschütterungen einstellen müssen, ist unvermeidlich! Und in der Tat wurden dadurch bisher nur unheilvolle Uneinigkeit der Judenschaft und schwere Benachteiligung der Religion und des religiösen Lebens der Juden gefördert! Divide et impera! Weshalb aber bin ich denn meiner so glänzend betätigten Gerentschaft enthoben worden? Weil ein Teil unserer Judenschaft unter Führung jenes Demagogen und Hetzers Dr. Mayer Ebner, der im Jahre 1910 mit Dr. Leo Kellner die unheilvolle Spaltung und Verhaderung in unsere Judenschaft hineingetragen hat, im Jahre 1926 mit seinem betörten und fanatisierten zionistischen Anhange und dem Häuflein irregeleiteten — wie zum Hohne — sogenannte „Einheitsjuden" mit unkontrollierten Denunziationen gegen mich gewühlt hat und dieses schändliche Werk bis zum heutigen Tage, unter mißbräuchlicher Entfaltung der zionistischen Flagge fortgesetzt. Aus diesen Kreisen, denen von einer schlecht beratenen Regierung politische und andere öffentliche Mandate sowie die Leitung der Judengemeinde Cernauti überantwortet worden sind, rekrutieren sich jene gewissenlosen, gehässigen und rachsüchtigen Gegner, die mir die Auszahlung der im fast DER NEUE COLUMBIA HEIRAT Suche für meine Tochter einen Intelligenten, womöglich sicher angestellten Herrn als Bewerber. Meine Tochter ist Mitte 20, hübsch, gebildet, tüchtig im Haushalt und besitzt die Fähigkeiten, eventuell im Geschäfte dem Mann behilflich sein zu können. Außerdem ist sie sprachlich und musikalisch gebildet und besitzt nebst reichhaltiger Ausstattung 8 10.00O. Gefl. Zuschriften erbeten unter,JUNG GEFREIT" an die Verwaltung dieses Blattes. fflx' '" "-' APPARAT Nr. 112 a LEBEND TON ORAFONOLA MODELL 1929 S 300.- S 40.— Anzahlung und 12 Monatsraten ä S 25.— MUSIKHAUS EXCELSIOR INHABER: RICHARD HERZOG Wien I., Adlergasse Nr. 5 — Telephon R-23-4-90 Wien Ii., Kl. Pfarrgasse 28 — Telephon A-41-6-24 WEEKEND - WERBE - WOCHEN 15. BIS 31. MÄRZ vierzigjährigen glänzenden Dienste rechtschaffen verdienten Pension rechtswidrig und willkürlich verweigern! Nach dem Sturze der Regierung Averescu-Qoga im Juni 1927 hatte wieder die national-liberale Partei das Staatsruder übernommen, und ich wurde neuerlch zum Qerenten der Kultusgemeinde Cernauti ernannt. In äußerst mühevoller, aufreibender und aufopferungsvoller Tätigkeit mußte ich die Sanierung der durch die Ebner'sche Mißverwaltung zerrütteten und verschuldeten Kultusgemeinde und ihrer Anstalten durchführen, die Dr. Mayer Ebner nebst seinem Anhange buchstäblich an den Rand des Abgrundes gebracht hatte! In dieser Tätigkeit bin ich im November 1928 durch die Demission der national-liberalen Regierung, beziehungsweise durch die Uebernahme der Regierung seitens der national-zaranistischen Partei gestört und behindert worden, indem ich durch gehässige Intriguen, infame Anschuldigungen und niederträchtige Verleumdungen von — zur Schande sei es gesagt — minderwertigen jüdischen Elementen, gleich einem lästigen, bemakelten Dienstboten meiner Funktion als Qerent enthoben worden bin. Im Mittelpunkte dieser unfairen Agitationen und Denunziationen stehen die beiden an meiner Stelle zu Gerenten ernannten Dr. Severin Lazarowicz und Dr. Salamon Kinsbrunner. Die Ernennung dieser Gerenten hat in jüdischen Kreisen allgemeinen Unwillen und tiefe Unzufriedenheit hervorgerufen. Ihre Unfähigkeit und spezielle Unwissenheit wird nur von ihrer Willkür, Parteilichkeit und Gesetzwidrigkeit ihrer Verwaltung sowie von ihrer leichtfertigen und verschwenderischen Vermögensverwaltung der Kultusgemeinde und ihrer Anstalten übertroffen, da diesen Gerenten jede qualitative Eignung und Würdigkeit für die Funktion von Kultusgemeindevorstehern gänzlich abgeht. Ihrer Gerentschaft haben Dr. Severin Lazarowicz und Dr. Salamon Kinsbrunner das Brandmal der Parteilichkeit schon dadurch aufgedrückt, daß auch sie, gleich ihrem würdigen Vorbilde Dr. Mayer Ebner, mir die Auszahlung der mir gebührenden Pension verweigern, wodurch ich und meine Familie in arge Notlage geraten bin. Meine wohlmotivierten Beschwerden an die kompetenten Minister sind bisher erfolglos, unbeantwortet geblieben! An die Kultusgemeinden des Auslandes richtet Dr. Straucher deshalb die Bitte, mit der israelitischen Kultusgemeinde Cernauti, solange die Vorsteher Dr. Severin Lazarowicz und Dr. Salamon Kinsbrunner Gerenten und Leiter der Judengemeinde Cernauti sind, keinerlei Verbindung und Verkehr zu unterhalten.