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Die Wahrheit · 1929-05-10 · Heft 19 (10.5.1929) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 19 (10.5.1929)
Date
1929-05-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Seite II JJmtlicke l^lauthavui^eiv xkclmvditiv^ Ignaz Blumenfeld~ Widmung für Maler, Bildhauer und Musiker. (Bewerbungsausschreibung.) Anzahl der Plätze: 3 im Betrage von je S 200—, hiervon je einer für einen Maler, beziehungsweise einen Bildhauer und einen Musiker. Bewerbungsberechtigt sind: Der Malerei oder der Skulptur oder der Musik sich widmende israelitische Jünglinge (junge Männer) mit besonderen Anlagen und bereits bewährten Leistungen. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, fieimatschein, Mittellosigkeitszeugnis, Fachzeugnisse; Kunstbeilagen sind erst über Verlangen des Vorstandes zu erbringen. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Juli 1929. Einreichungstelle: I., Seitenstettengasse 4 (3. Stock, Amtsdirektion). Zur Bewerbung sind Gesuchsbogen zu verwenden, welche in der Einreichstelle unentgeltlich zu beziehen sind; die Gesuchsbogen enthalten auch nähere für die Einschreiter wichtige Bestimmungen. Wien, 23. April 1929. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Wien. Zahl 2607 ex 1929. Wien, 30. April 1929. Kundmachung. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde hat in Gemäßheit der §§ 91 und 16 des Kultusgemeindestatutes die Voranschläge der Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde, sowie sämtlicher unter der Verwaltung der Kultusgemeinde stehenden Fonds und Anstalten für das Verwaltungsjahr 1929 in allen Einnahmen- und Ausgabeposten geprüft und festgestellt. Gemäß § 91 des Statuts liegt dieser Voranschlag durch 14 Tage vom Tage der Kundmachung gerechnet, zur Einsichtnahme der Gemeindemitglieder in der Amtsdirektion, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, auf. Die Gemeindemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist Erinnerungen bezüglich des Voranschlages bei dem Kultusvorstande schriftlich zu überreichen, welcher dieselben in Erwägung zu ziehen hat. Diese Kundmachung wurde unter Einem im amtlichen Teile der „Wiener Zeitung" verlautbart. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. S. Grüners Restaurant Zirkusgasse 30 Telephon R 43-1-60 Vorzügl. Wiener, ungarische und orientalische (rumänische) Küche- Mittag und Abend Menü nach Wahl. Erstklassige Getränke. Wak^eitmtomlSn^ Oesterreichische „Verkehrswerbung" Die Gemeinde Schladming in Obersteiermark tut sich in ihren Werbeprospekten viel darauf zugute, daß sie „in Bezug" — wie es so schön dort heißt — „auf landschaftliche Schönheit und günstige klimatische Verhältnisse sowohl, als auch hinsichtlich ihrer Verkehrsanlagen eine Reihe von Vorzügen, welche den herrlichen Ort als äußerst lohnenden Aufenthaltsort zu jeder Jahreszeit erscheinen lassen, um so mehr als auch in Bezug auf Unterkunft und Verpflegung bestens Sorge getragen ist, verbindet". Wie sich aus dem herrlichen Deutsch der Reklameschrift unschwer erkennen läßt, sind die Fremdenverkehrsmacher von Schladming „in Bezug" auf ihre politische Gesinnung zweifellos stramme Deutschnationale. Diese Tatsache ,-,einerseits" und eine gewisse Zurückgebliebenheit „hinsichtlich" der geistigen Anlagen anderseits dürfte sie wohl veranlaßt haben, unter ihren Prospekt fett die Worte „Juden nicht erwünscht" drucken zu lassen, wenn sich auch die Hoteliers in persönlichen Briefen im voraus darauf freuen, Gäste begrüßen zu dürfen, die sie schon ihren Namen nach nicht unbedingt für lOOprozentige Arier halten können. Aber besonders interessant ist, daß diese Prospekte von der Auskunftsstelle für österreichische Verkehrswerbung in der Elisabethstraße 9 vertrieben werden. Verkehrswerbung? Lucus a non lucendo ... Der zionistische Delegiertentag. Der zionistische Delegiertentag Oesterreichs, der auch uns sonst Gelegenheit zu politischen Betrachtungen bot, ist heuer so bedeutungslos gewesen, daß jedes Wort der Kritik überflüssig wäre. Um uns aber den Vorwurf einer gehässigen (oder gar keiner) Stellungnahme zu ersparen, veröffentlichen wir hier den Berieht eines zionistischen Blattes, des Bielitzer„JüdischenVolksblattes": „Sang- und klanglos ist er verlaufen, der Delegierten tag der österreichischen Zionisten, auf den einst die ganze jüdische Welt mit größtem Interesse geblickt und gehorcht hatte. Kein Wort von besonderer Bedeutung, kein Delegierter des Aktionskomitees oder der Exekutive hat ein machtvolles, ein politisches Wort gesprochen, keine Resolution, die, vor dem kommenden Kongreß beschlossen, Ausgangspunkt ernster Beratungen werden konnte. Ruhig, sachlich und doch u ninteressant sind die Stunden der Beratung verronnen und nichtsNeues, das mandocherwartet und erhofft hatte, ist erstanden. Die Radikalen sind der Tagung ferngeblieben und haben sich so außerhalb des aktiven Zionismus gestellt,

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