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Die Wahrheit · 1929-04-24 · Heft 17-18 (24.4.1929) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 17-18 (24.4.1929)
Date
1929-04-24
Page
– (sequence 17)
Language
German
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iiiiiiiiüiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiH^ Seite 17 V^WoAezuJDoekc Sie füMen sich wie zn Hanse heim Seder im bestrenommierten streng 12?3 Restaurant und Hotel \. BARSCÜAh Wien II., OroOe schlllgasse s - Tel. Ii 49-1-39 Sederanmeldüngen werden schriftlich und telephonisch entgegengenommen. Erstes 'Haus für: Palästinaweine, Karmel, Muskat, Malaga, Sherry, ungarische Weine, Met und Ia Sliwowitz fiDS *yB Lieferungen: von 5 Flaschen aufwärts werden ins Haus zugestellt. Jüdischer Frauenverein Leopoldstadt. Dienstag, den 16. April, fand im Zeremoniensaal in der Tempelgasse die Generalversammlung obgenannten Vereines statt. Die Präsidentin, Frau Dr. Margarete G r u n w a 1 d, begrüßte die Erschienenen, ganz besonders die Präsidentin der „Weiblichen Fürsorge", Frau Direktor Uli mann, Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald, Herrn Rabbiner Dr. A. Kaminka als Vertreter der israelitischen Allianz, Herrn Dr. Löwy von der Zentralstelle für jüdisch-soziale Fürsorge, Herrn Amtsleiter Rudolf Kraus von der Armenanstalt der Israelitischen Kultusgemeinde. Herrn Direktor Gustav Kol min, Obmann des Elternbundes Leopoldstadt, Frau Irene Wechsler von der „Kurfürsorge" Leopoldstadt und Herrn Chefredakteur Ludwig Hirschfeld von der „Wahrheit". Nach warmen Gedenkworten der Vizepräsidentin, Frau Dr. A. Kaminka, für die im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vereinsmitgheder erstattete Frau Direktor Mandl den Tätigkeitsbericht, der mit großem Beifall aufgenommen wurde. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes durch die überaus verdienstvolle Kassenverwalterin Frau Ing. I. Beran wurde auf Antrag Frau Kl aar s dem Vorstande einstimmig das Absolutorium erteilt. Sodann sprachen Frau Direktor Uli mann, Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald und Herr Dr. Löwy den Vorstandsdamen anerkennende Worte für ihre überaus ersprießliche Tätigkeit aus. Auf Antrag des Redakteurs Hirschfeld wurde der Gesamtvorstand per Akklamation wiedergewählt. Wohltätigkeitsverein Esra. Am Sonntag, den 24. März 1929, fand im Vereinslokale II., Stuwerstraße 25 die IX. ordentliche Generalversammlung des Unterstützungsvereines ..E s r a" statt. Aus dem Tätigkeitsberichte, den der Präsident des Veireines, Herr Kultusvorsteher Dr. Sanel Beer, erstattete, ist zu entnehmen, daß der Verein, dessen ersprießliche Tätigkeit aus dem jüdischen Leben Wiens und insbesondere der Leopoldstadt nicht mehr wegzudenken ist, im Jahre 1928 nebst der üblichen Oster-und Kohlenaktion mehr als S 20.000.— an Kranke und Notleidende vorteilt hat. Diese gesteigerte Aktivität des Vereines war insbesondere der neugeschaffenen, unter der bewährten Leitung der Damen Adele L u p u und Anna Frey stehenden Frauensektion zu danken. Der Verein, der in das 10. Jahr seines Bestandes tritt, hat bisher fast 2 Milliarden Kronen (200.000 Schilling) für wohltätige Zwecke aufgewendet. Nachdem noch der frühere Obmann und Kultusvorsteher Herr M. Scharf st ein, der in das Ausland übersiedelt, und der Obmannstellvertreter Herr Jakob S ü ß m a n n wegen ihrer besonderen Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden, ergaben die Neuwahlen folgendes Resultat. Es wurden wiedergewählt: Herr Dr. Saniel Beer zum Obmann, die Herren Jakob He 1 i czer und Jakob Süßmann zu Obmannstellvertretern, Herr S. Herzig zum Schriftführer und Herr N. Scherzer zum Kassier. Die gutbesuchte Generalversammlung schloß mit einem warmen Appell an die Gönner und Mitglieder des Vereins, wie bisher regelmäßig die Monatsbeiträge abzuführen und des Vereines bei allen Festlichkeiten zu gedenken. Trauung. Sonntag, den 21. d. M. fand im festlich beleuchteten Stadttempel die Trauung des Frl. Stella Haslinger, Tochter des bekannten Handschuhfabrikanten Josef Haslinger und seiner Gattin Berta mit Herrn Samy Löwy (Berlin) statt. Eine große Zahl von Gästen füllte das schöne Gotteshaus bis auf das letzte Plätzchen. Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang verlieh nur den Gefühlen der zahlreichen Freunde passenden Ausdruck, als er in einer von persönlicher Wärme durchdrungenen Rede auf die hohe Wertschätzung hinwies, die den Brauteltern, insbesonders dem langjährigen Bezirksrat Josef Haslinger gezollt wird. Von dem Vater des Bräutigams betonte der Redner besonders sein religiöses Empfinden und seinen Wohltätigkeitssinn. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor M. Matyas mit verstärktem Chor. Todesfall. Freitag, den 19. d. M., wurde der Student Egon Klinger, Sohn des Vorstehers des Brigittenauer Tempelvereines G6za K1 i n g e r und seiner Gattin Marie, geb. Löwy, zu Grabe getragen, welcher seinen Eltern durch ein unerbittliches Schicksal jählings im 17. Lebensjahre entrissen wurde. Wenn es schon in der natürlichen Tragik liegt, daß Kinder ihren Eltern ins offene Grab blicken, so erhöht sich dieselbe, noch, wenn die Eltern einen blühenden, hoffnungs- „Karmel-Original^ (Friedmann, Petach Tikwah) und andere edle Sorten Wein Feierliche Seder-Abende Anmeldungen erwünscht: Restauration .Wlenca" 11., Obere Donauslraße 91 - Tel. II 49-1-TS vollen Jungen zur letzten Ruhe bestatten müssen. Hunderte von Teilnehmern fanden sich zu diesem traurigen Akte am Neuen Friedhof ein, darunter der Gesamtvorstand, sowie eine große Anzahl Mitglieder des Brigittenauer Tempelvereines unter Führung des Obmannes Josef Kohn und des Übmannstellvertreters Leopold Bösel, zahlreiche Vertreter von Wöhlfahrtsvereinen, denen Herr und Frau Geza K1 i n g e r in hervorragender Weise ihre Hilfe widmen, sowie die Studentenschaft des Staatsgymnasiums in der Zirkusgasse unter Führung der Professoren und des Direktors der Anstalt Prof. Dr. Lamberts. Herzzerreißend war das Weinen und Schluchzen aller Anwesenden bei der Trauerrede des Herrn Rabbiner Dr. A b e 1 e s, der die schwergeprüften Eltern ermahnte, stark zu sein und sich dem Walten der Vorsehung zu fügen. Rührend war auch die Ansprache des Direktors des Staatsgymnasiums, Prof. Dr. Lamberts, der den Verblichenen als einen überaus begabten, pflichteifrigen und mustergültigen Schüler, den Stolz der Anstalt, pries, der beim Professorenkollegium durch sein Festhalten an dem Glauben seiner Väter besondere Achtung genoß. Hierauf folgte der schwere Gang der Eltern zum offenen Grabe ihres geliebten Sohnes und auch hier zeigte sich, welche Teilnahme und Sympathien dieses Elternpaar in weiten Kreisen genießt, indem Trauergäste und die Studentenschaft beflissen waren, die teure Last ein Stück des schmerzvollen Weges auf die Schulter zu nehmen. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Lander er in würdiger Weise. Am offenen Grabe nahm die Studentenschaft von ihrem geliebten Kameraden rührenden Abschied.

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