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Die Wahrheit · 1929-04-24 · Heft 17-18 (24.4.1929) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 17-18 (24.4.1929)
Date
1929-04-24
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
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Seite 16 Tümft und Literatur E. Westmarck. Ritual and beliefe in Marocco. 2 Bde., Macmülan & Co., London 1926, S50.—. Jahrelange Studien des Volkslebens der Marokkaner an Ort und Stelle liegen diesem Standardwerk zugrunde. Nach einer langen Reihe von Monographien über Einzelheiten, wie (1925) De Lens' Arbeit über Aberglauben, Schönheitspflege und Medizin des marokkanischen Harems, haben wir in diesem Pracht werk eine zusammenfassende Darstellung erhalten. Was wir in der Einleitung gern gesehen hätten, ist ein Hinweis auf die Beziehungen zu der hochentwickelten Maurenkultur in Spanien, gegen welche die der heutigen Marokkaner grell absticht. Für unsere Leser von besonderem Belange sind die zahlreichen jüdischen Elemente in dieser Kultur und die Art des Zusammenlebens zwischen Moslimen und Juden. Die Juden gelten als wirksame Regenbeschwörer, beide Gruppen besuchen manche gemeinsame Heiligengräber. Das, wie hier, in Maskeraden der Jude verhöhnt wird, hat man auch schon in Europa erlebt, usw. Das Werk ist eine wertvolle Bereicherung der Folklore. G. D. McKenzie. The Infancy of Medicine, Macmillan & Co., London 1927, S 15.—. Im Gedankenkreise der Frazer'schen Forschungen sucht M. den Einfluß der Volkskunde auf die Entwicklung der wissenschaftlichen Medizin aufzudecken. Auf Grund einer ausgebreiteten Kenntnis der Literatur, in der wir allerdings Hovorka-Kronfeld, Seligmann und Stemplinger vermissen, bietet der Verfasser eine zuverlässige Einführung in seinen Gegenstand. Seine Belesenheit im schöngeistigen Schrifttum kommt seiner Darstellungskunst zugute. Die Beschneidung setzt das Paternat voraus und soll, wie man behauptet hat, den väterlichen Anteil an der Geburt des Kindes betonen. M. hält aber che Beschneidung für älter. Sie findet sich schon in der Steinzeit. M. zweifelt daran, ob man überhaupt den wahren Grund finden wird. Ueberall in dem Buche begegnet man selbständigem, wohlbegründetem Urteil. J. G. Frazer, Man, God and Immortality, London 1927, Macmillan &. Co. (St. Martins Str.) S 15.—. Eine Sammlung von Extrakten aus Frazers Arbeiten, zum Teil Vorträge, die er vor der studierenden Jugend gehalten hat, bildet eine vortreffliche Einleitung in sein Lebenswerk. Nach streng induktiver Methode weist er im Volksglauben oder, wenn man will: Aberglauben. Kräfte nach, die bei allen gefährlichen, oft grausigen Einzelheiten ihrer Betätigung, doch zur Entstehung der ■■■■■■■■■■■■■■■■MMHaMHaMBMMHBMBM NEUERÖFFNETE REICHHALTIGE, MODERNE LEIHBIBLIOTHEK DER BÜCHERSTUBE M. RATH WIEN II., TABORSTRASSE Nr. 20a TEL R 43-1-58 ALLE NEUERSCHEINUNGEN! ROCHE AUSWAHL IN ffEBRAIKA UND JUDAIKA in englischer und französischer Literatur MONATSGEBUHR NUR S 3.- KEINE BANDGEBÜHRI TÄGLICHER UMTAUSCH! DIE WAHRHEIT Moral, des sozialen Lebens, ja der Religion wesentlich beigetragen haben. Ihnen verdankt die Menschheit viel von der Achtung vor den Behörden und der Erhaltung der bürgerlichen Gesellschaft, von dem Schutz des Privateigentums, von der sexuellen Moral und Reinhaltung der Ehe, von der Scheu vor Schädigung des Menschenlebens. In der biblischen Religion (das nachbiblische Judentum liegt außerhalb seiner Betrachtung) findet F. manches Element, das dem allgemeinen Volksglauben mit ihr gemeinsam ist. Dem großen, einzigartigen Zuge aber, der in ihr das Mythische ins Moralische umsetzt, zollt er seine volle Anerkennung. Auch dieses Buch wartet auf den Uebeirsetzer ins Deutsche. G. Paneuropa-Zeitschrift, Heft 4, V. Jahrgang. Paneuropa- Verlag, Wien-Leipzig-Paris. Preis: Mk. —.90, ö. S 1.50. An erster Stelle bringt das Aprilheft den Offenen Brief des Führers der Bewegung R. N. Coudenhove-Kalergi an Hoover, einen Appell an den obersten Repräsentanten der amerikanischen Nation, durch moralische Unterstützung und aktive Sympathie für die europäische Binigungsbewegung, die Einigung Europas zu erleichtern und den Frieden und Fortschritt der Menschheit auf Generationen zu sichern. Ein flugtechnischer Artikel von Wilhelm Meyer, in dem der Stand der Weltluftfahrt und ihre Bedeutung für Zusammenschluß und Frieden erörtert wird, gibt ein Bild von den technischen Fortschritten zur Verbindung der Kontinente untereinander. Ihre geistige Durchdringung und Eigenart bespricht Oskar Ewald in einem Aufsatz: „Gibt es einen europäischen Menschen?", der besonders geeignet ist, auf das geistige Werden der jungen europäischen Generation und die Weltbedeutung der sich in ihr vollziehenden Synthese aufmerksam zu machen. Das reichhaltige lieft bringt noch die hinreißende Rede Viktor Hugos für Paneuropa, anläßlich des Pariser Friedenskongresses 1849, ferner die überaus interessante Wirtschaftschroniik von Dr. Otto Deutsch und die Pressechronik von Oskar Acht. Die Juden und Judengemeicden Mährens in Vergangenheit und Gegenwart. Unter diesem Titel ist soeben im Jüdischen Buch- und Kunstverlage, Brünn, Adlergasse 9, nach mehr als dreijährigen Vorarbeiten ein großes Prachtwerk erschienen, welches in Form von 86 Einzelbeiträgen hervorragender Gelehrter: des In- und Auslandes in zusammenfassender und zusammenhängender Form ein übersichtliches Bild der Geschichte der Juden in Mähren entwirft Die einzelnen Beiträge sind durch 900 Illustrationen aus allen mährischen Gemeinden (Tempel, Friedhöfe, Judentore, Ghettis, Rabbiner, Bürgermeister und Kultusvorsteher) ergänzt. An diesem Werke haben sowohl jüdische als auch nichtjüdische Historiker und Forscher mitgearbeitet und verdient dieses Werk Aufnahme in jedem jüdischen Hause und in jeder jüdischen Bibliothek. An der Redaktion dieses Werkes haben mitgearbeitet: Dr. Heinrich Flesch, Kanitz, Dr. J. Freimann, Berlin, Dr. Max Grünfeld, Bränn, Dr. Theodor Haas, Brünn, Dr. Michael Holzmann, Wien, und Dr. B. Wachstein, Wien. Wir behalten uns eine ausführliche Würdigung dieses Standardwerkes vor. L. M. Ein jüdisches Wunderkind. Der kleine amerikanisch-jüdische Geiger Jehudi M e n u h i n erhielt zu seinem 12. Geburtstage von dem New Yorker Bankier Henry Goldmann, der ihn in einem seiner letzen Konzerte spielen hörte, ein herrliches Geschenk. Goldmann stellte dem Knaben anheim, sich irgend eine Geige nach seinem Wunsch auszusuchen und war weder verwundert noch erschneickt. als Jehudi nach Prüfung der verschiedensten Instrumente eine Stradivarius wählte, deren Preis sich auf 60.000 Dollars stellte. S EPERABENDE. Am 2-4. und 25. April werden im Restaurant Saiomon Grüner Wien II., Zirkusgasse 30, (Telephon R 43-1-60) Sederabende abgehalten. Reichhaltiges Festmahl. Karmel- und Tischweine schel Pessach Anmeldungen rechtzeitig erbeten. EDÜABO HEBLINGERS CAFfe CARLTHEATER (Sitz des öslerr. Kantorenverbandes) WIEN II., PRATER STRASSE NR. 29 Während der Pessachfeiertage Kaffee und erstklassige Getränke "TOS schel Pessach PALÄSTINA-WEINE sowie feinster Tisch wein, Dessertwein und Sliwowitz HDJD S# preiswert zu haben im altrenommierten STADTGUTKELLER, KAWE, WIEN IL, Große Stadtgutgasse 36 — Telephon R 29-7-34 Samstag geschlossen!

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