Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 17-18 (24.4.1929)
- Date
- 1929-04-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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totHÄtttiwnÄ Seite 13 ■••>•••■■■■■■■■•■■■••■ Zqroße feierliche Seder-Abende unter Leitung des Herrn Kantor ffgo GrÜnDerg ■BMW'WJIW^I WÄBl ■was'^aj im RESV/LURANT GUTH, Wien II. Speisen ä la Carte Karmel und ungarische Weine schel Pessach Hollandsfraß* 14 Beginn 24. u. 25. April) 8 Uhr scher Musik44 beantwortet wurden. Frau Dozent Sofie Grünfeld gab einige ausgezeichnete persönliche Reminiszenzen an S u 1 z e r, Prof. Dorr und Sonnenthal zum Besten, die auf dem Sprechabend in ihr lebendig geworden waren, und dankte dem Künstler Prof. Juliusz W o 1 f s o h n für das, was er uns allen ist. Präsident Dr. O r n s t e i n schloß mit nochmaligen Dankesworten an den Vortragenden den schönen Abend, der gewiß das Wissen und die Kenntnisse aller Zuhörer bereichert hat. Die Ortsgruppe Leopoldstadt der „Union deutschösterreichischer Juden44 veranstaltete am 17. d. M. ihren 2. Sprechabend, der wieder sehr gut besucht war und an dessen interessanter Debatte sich viele Anwesende beteiligten. Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden Oskar T o n e 11 o gab Herr Reg.-Rat Dr. Max Lenk ausgezeichnete Anregungen für die Diskussion, die von den folgenden Rednern, Rudolf G o 1 d s t e i n, Sekretär Oskar H i r s c h f e 1 d, Herbert Stein, Dr. Ernst Feldsberg, Med.-Rat Dr. Heinrich Haase, Felix Wachsberger, Frau Dozent Sofie Grünfeld, die lebhaft akklamiert wurde, und im Schlußwort vom Präsidenten Dr. J. Ornstein aufgegriffen und in zahlreichen sachkundigen Details behandelt wurden. Der nächste Sprechabend soll am 8. Mai im Restaurant Sam. Deutschberger, II., Ausstellungsstraße 146, stattfinden, um auch den im P r a t e r wohnhaften Mitgliedern der Ortsgruppe Gelegenheit zu aktiver Anteilnahme an den Sprechabenden zu geben, die sich nun schon sehr großer Beliebtheit erfreuen. (Einladungen zu dieser Veranstaltung werden noch ergehen, Interessenten wollen dem Bureau der „ Union", IX., Berggasse 4, ihre An schriften bekanntgeben.) Die Ortsgruppe Floridsdorf der „Union deutschösterreichischer Juden" veranstaltet Donnerstag, den 23. Mai, eine Exkursion zu der Steyrermühl, I., Fleischmarkt 5, zwecks Besichtigung der „T a gblatt"- Druckerei. Die Besichtigung erfolgt in Gruppen von 30 Personen und soll die erste Gruppe die Besichtigung samt Führung um 22 Uhr, die zweite Gruppe um 22 Uhr 30 Min. vornehmen. Mitglieder anderer Ortsgruppen wollen eine eventuelle Anmeldung ehestens dem Obmann der Floridsdorfer Ortsgruppe, Herrn Dr. Julius Grünwald, XXI., Am Spitz 3, zukommen lassen. WcdukrilmT)on%*iaqp Fortschritt oder Rückschritt? Unter 11 Dozenten der Wiener Universität, die zu Universitätsprofessoren ernannt worden sind, sind 6 Juden, und zwar die Internisten Fres Leo Heß, Emil Zak, Paul Saxl und Herbert Elias, der Neurolog Josef Gerstmann und der Heilpädagoge Erwin Lazar. Zum ersten Male seit vielen Jahren wurden wiederum jüdische Gelehrte an der Wiener Universität zu Professoren ernannt. Es fragt sich, ob hinter dieser auf den ersten Blick erfreulichen Nachricht nicht etwa folgendes steckt: Jetzt werden noch jüdische Dozenten zu Professoren ernannt, aber man verhindert in Hinkunft, daß Juden überhaupt — Dozenten werden. Diese bewußte Politik des Antisemitismus unserer Christlichsozialen und Großdeutschen würde natürlich bösere Folgen für uns haben als ein echter Numerus clausus. Dadurch würde nämlich Juden die Möglichkeit, sich wissenschaftlich zu betätigen, gänzlich genommen werden. Sieg der Vernunft. In Oberösterreich hat es bisher in manchen Orten etwas gegeben, was in Wien z. B. undenkbar wäre: Nationalsozialisten im Gemeinderat. Das ist nun vorbei. Nach einem mit ungewöhnlicher Heftigkeit geführten Wahlkampf schritten am 14. d. M. in 505 Gemeinden Oberösterreichs die Wähler zur Urne, um über die Zusammensetzung der Gemeindevertretung ihre Entscheidung zu fällen. Das Ergebnis der Wahlen wird vor allem durch eine Tatsache gekennzeichnet: Ueberall, wo sie bisher Mandate besessen hatten, haben die Nationalsozialisten schwere Einbußen erlitten. Ihre Sitze wurden ihnen teils von den Sozialdemokraten, teils auch von den Landbündlern abgenommen. Vielleicht werden auch die Gemeinderatswahlen in Steiermark und Tirol ähnlich erfreuliche Ergebnisse bringen — aus Graz wird schon die Verdrängung der beiden Nationalsozialisten gemeldet —, dann wird wohl die Herrlichkeit der Hakenkreuzler in Oesterreich überhaupt verschwunden sein. JAC. MAVER Kleider- und Gummimantel-Industrie Export nach allen Ländern Wien II., OlOCkengasse 24 Telephon R 48-4-79 Auch Detail verkauf zu Fabrikspreisen! Herrenanzug nach Haß auf Seide S 200.— Herrenraglan „ n „ 150.— Herrenhose „ „ 48.— feinst ausgeführt Zeitgemäfie Zahlungsbedingungen! Kein KaufzwangI Freie Besichtigung!