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Die Wahrheit · 1929-04-19 · Heft 16 (19.4.1929) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 16 (19.4.1929)
Date
1929-04-19
Page
– (sequence 14)
Language
German
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iimmnumni Das Beste vom Guten sind die im Geschmack und Qualität unübertroffenen, erstklassig - altrenommierten Sdimidl-nozzolh f welche unter streng orthodoxer Aufsicht des RabbiDates der israelitischen Kultusgemeinde Wien hergestellt werden. Die Mazzoth werden aus dem feinsten ungarischen Mehl erzeugt. Seit vielen jähren genießen die „Scbmidl-Mazzoth" das beste Renommee. Zentrale: N. Brodetzki, 11., Leopoldsgasse 43, m. d 4e i öo, * 40 2 63 FILIALENb M. Wildmann, l.v Bäckerstrafie 16 — Jakob WelB, II., Untere AugarfenstraBe 25 — S. Schneider, II. , Miesbachgasse 12 u. II., Novaragasse 12 — David Raab, II., Schifffamtsgasse 7 — M. Spiegel, III. , Radetzkystraße 4 — Sabine Binder, IX., Hahngasse 33 — Max Silberberg, IX.» Rotenlöwengasse 8 — Ignaz Flnkelsleln, XX., KloslerneuburgerslraBe 9 — M, Luwlsch, XX.,Hannovergasse 90 Jakob Wassermann, XX., WallenstelnstraBe 58 Die Zukunft des jüdischen Nationalismus. In der französischen Zeitschrift „P a i x et d r o i t", dem Organ der Aliiance Israelite Universelle finden wir einen Aufsatz „Judaisme national" von M. L i b e r. Wir entnehmen diesem interessanten Aufsatz die folgenden Sätze: „Unter diesen Bedingungen ist es schwer, die Zukunft des jüdischen Nationalismus vorauszusagen. Er ist keine Kraft, die auf einen kleinen Raum beschränkt ist, sondern ein einziger Faktor unter vielen. Sein Schicksal ist mit dem der anderen nationalen Minderheiten verknüpft, und man weiß noch nicht, wie sich die Politik der Minderheiten im neuen Europa entwickeln wird." „ . . . Der jüdische Nationalismus ist eine neue Phase in der Entwicklung des Judentums. Er erscheint uns als eine Bestrebung, die sich der Assimilierung der Juden entgegensetzt und sich bemüht, die jüdische Gesamtheit dadurch zu erhalten, daß sie sie zu den gegenwärtigen Bedingungen des orientalischen Europas annimmt. Die nationaljüdischen Bestrebungen können unsere Anschauungen und unsere Gefühle über Judentum und Nationalität verletzen." Zionistische „Witze". Der Landesverband Tetschen-Bodenbach der tschechoslowakischen zionistischen Landesorganisation hat eine Zeitung „F a s c h i n g s p o s t" herausgegeben, die er in besonders „witziger" Weise als „unpolitisches Organ jüdischer Frauen und Mädchen beiderlei Geschlechtes" bezeichnet. Selbst als Faschingszeitung betrachtet, bringt dieses Blättchen solch geschmacklose und das jüdische Empfinden verletzende Witze (und auch Zoten), daß man sich erstaunt fragt, wie derartiges unter der Patronanz einer angeblich jüdischen Organisation erscheinen konnte. Hier einige Proben dieser schlechten Kost: „Nachrichten aus der Filmwelt: In Tetschen hat vor einigen Wochen ein judenreines Kino seine Pforten dem Publikum geöffnet. Dasselbe mußte aber wieder geschlossen werden, da ständig alle Logenplätze unbesetzt geblieben sind. — Wenig gebrauchter Tempelsitz, fast neu, ist zu verkaufen, da nicht mehr passend. Angebote unter Chiffre: „Vollschlank". — Genug der traurigen „Witze". Solche Selbstverhöhnung in einer Zeit, da das Judentum von gehässigen Gegnern fortwährend besudelt wird, ist doch wirklich unangebracht. VüakthtämvQnffctyz Gespenster. Dem modernen Zeitgenossen widerfährt es öfter, als man glauben sollte, daß er mitten im hellen Lichte der Tagespolitik Erscheinungen begegnet, die er gruselnd als Gespenster aus vergangenen Geschichtsperioden erkennt. Was man vorschnell für längst abgestorben und erledigt hielt, treibt mitten im vielgerühmten Fortschritt unseres öffentlichen Lebens seinen unheilvollen Spuk, weil ihm frevelhafte Mächte die Grabesruhe nicht gönnen. Es ist noch gar nicht lange her, daß in der deutschen Republik bekannt wurde, daß deutsche Fürsten und Standesnerren den mittelalterlichen Judenzins in der modernisierten Form einer Reichsablösung bis in unsere Tage hinein eingesackt haben. Erst der jetzige Reichsrat hat diesem für die Steuerzahler kostspieligen Spuk unlängst ein Ende gemacht. Die Juden im neu erstandenen Polen müssen noch heute einen Kampf gegen die — zaristische Gesetzgebung führen. Im allgemeinen sind ja die Polen nicht gerade für die Verewigung jener Institutionen, mit denen die russischen Machthaber in dem einst ihnen Untertanen Teil des Landes ihr Gewaltregime aufrecht erhalten. Nur die zaristischen Judengesetze haben die Befreiung Polens überlebt oder treiben, besser gesagt, öden Gespensterspuk in der polnischen Verwaltung . . . Aber dieses Gespenst ist noch jung im Verhältnis zu jenem, auf das folgende vom Vorsitzenden einer bulgarisch-jüdischen Gesellschaft jüngst an den Präsidenten der Union der Völkerbundsligen gerichtete Anfrage hinweist: „Herr Präsident! Sie wissen, daß auf Grund des Edikts der spanischen Könige Ferdinand und I s a b e 11 a vom Jahre 1492 alle Juden Spaniens, die ihren Glauben nicht abschwören wollten, aus dem Lande vertrieben wurden. Seit Anbruch der konstitutionellen Aera haben jüdischpolitische Gruppen, so auch die Aliiance Israelite Universelle, versucht, die Aufhebung dieses Ediktes zu erwirken. Die spanischen Regierungen weigerten sich aber, dies zu tun, und erklärten, daß die spanische Verfassung die Glaubensfreiheit sichere und daß durch sie das Edikt von 1492 außer Kraft gesetzt erscheint. Heute aber, wo in Spanien die Verfassung außer Kraft gesetzt ist, darf man sich mit Recht fragen, ob Spanien alle Garantien für die Abhaltung eines internationalen und interkonfessionellen Kongresses, wie es die Plenarversammlung der Völkerbund-Ligen ist, bietet. Ich bitte Sie also, Herr Präsident, wenn möglich, die gegenwärtige spanische Regierung zu der Abgabe einer präzisen Erklärung zu veranlassen, ob sie das Austreibungsedikt von 1492 als effektiv aufgehoben betrachtet. Ohne eine solche Erklärung erscheint ein Garantie- Minimum für die Teilnahme jüdischer Gesellschaften an der Madrider Konferenz nicht gegeben," EDERABENDE. Am 24. und 25. April werden Im Restaurant SalOmon Grüner Wien II., Zirkusgasse 30, (Telephon R 43-1-60) Sederabende abgehalten. Reichhaltiges Festmahl. Karmel- und Tisch weine schel Pessach Anmeldungen rechtzeitig erbeten. Aditonü! Der 9. Sprechabend der „UNION" findet Samstag, den 20. April, 8 Uhr abends im großen Saal des Colonnaden-Caf 6,1., Rathausplatz 4 statt Siehe Ankündigung auf Seite 18

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