Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 16 (19.4.1929)
- Date
- 1929-04-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT ^rnrnmm mmm Seite 5 (Spenden für Arme, Vereine und wohltätige Zwecke) S 5,977.556.98 betragen. Die Gesamtausgaben beliefen sich auf S 6,047.220.45, so daß sich für das Verwaltungsjahr 1928 ein Defizit von S 69.663.47 ergibt, welchem das pro 1928 vorgetragene Defizit des Jahres 1927 per S 207.067.49 zuzurechnen ist, so daß im Jahre 1929 ein Qesamtdefizit von S 276.730.96 zum Vortrag gelangt. Gegenüber dem Präliminare für das Jahr 1928 weisen die Gesamteinnahmen einen Mehrbetrag von S 246.404.98, die Mehrausgaben S 55.495.45 auf. Die Mehreinnahme gegenüber dem Voranschlage resultiert aus der Post „Kultussteuer", welche mit S 2,000.000.— präliminiert war, jedoch dank der stärkeren Einbringlichmachung von Ruckständen infolge der Wahlen ein Ergebnis von S 2,279.791.24 aufweist. Gegenüber den Ergebnissen des Jahres 1927, welche an Gesamteinnahmen S 5,415.109.69, an Gesamtausgaben S 5,633.301.98 verzeichnen, sind sohin die Einnahmen im Jahre 1928 um S 562.447.29 und die Ausgaben um S 413.918.47 angewachsen. Die Einnahmen und Ausgaben des Jahres 1928 verteilen sich auf die einzelnen Budgetkapital wie folgt: Budget-Kapitel Einnahmen Ausgaben S S Kultus- und rituelle Angelegenheiten 632.266.81 969.865.78 Unterrichts- und Bibliothekswesen . 26.351.66 405.678.80 Friedhof- und Beerdigungswesen . . 1,676.217.95 1,102.022.95 Fürsorgewesen........ 1,085.183.71 2,052.468.55 Gemeindeverwaltung...... 235.599.61 1,295.979.90 Gebäudeerhaltung....... 17.644.40 44.430.59 Kultussteuer.......... 2,279.791.24 — Matrikenwesen......., 24.501.60 44.383.46 Zusammen . 5,977.556.98 Aus der Reserve für außerordentliche Ausgaben 132.390.42 Zusammen 6,047.220.45 Das entstandene große Defizit, erklärte der Finanzreferent, sei nicht durch Mindereinnahmen, sondern durch Mehrausgaben, insbesondere in sozialer Hinsicht entstanden, da die Kultusgemeinde in dem abgelaufenen wirtschaftlich sehr ungünstigen Jahre als letzter Hort unserer Glaubensgenossen von diesen in besonderem Maße in Anspruch genommen wurde. Gegenüber dem Präliminare von 1928 schließen die Kapitel „Kultus- und rituelle Angelegenheit" um S 14.950.—, „Unterrichts- und Bibliothekswesen" um S 29.682.—, „Fürsorgewesen" um S 31.807.—, „Gemeindeverwaltung" um S 131.464.—, „Friedhofswesen" um S 134.276.— und „Gebäudeerhaltung'" um S 6655.— ungünstiger, dagegen die Kapitel „Kultussteuer", wie oben erwähnt, um S 279.791.—. „Matrikenwesen" um S 1352.— und „außerordentliche Ausgaben" um S 285.609.— günstiger ab. Auf Antrag des Finanzreferenten wurde der Rechnungsabschluß sowie die Bilanzaufstellung einstimmig genehmigt. Auf den Voranschlag pro 1929 übergehend, erwähnte Herr Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim zunächst, daß dessen Beratung auf das Jahr 1929 verschoben wurde, um den neuen Mitgliedern des Kultusvorstandes Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Die von der „Finanzkommission" und dem Vertreterkollegium genehmigte und nunmehr dem Plenum des Kultusvorstandes vorliegende Vorlage des Voranschlages der Einnahmen und Ausgaben für das Verwaltungsjahr 1929 verzeichnet an Einnahmen insgesamt S 5,650.450.—. an Ausgaben insgesamt S 5.839.786.—, so daß auf Grund dieses Präliminares für das Verwaltungsjahr 1929 ein Defizit von S 189.336.— zu gewärtigen ist. Diesem Betrage ist das aus den Verwaltungsjahren 1927 und 1928 übernommene Defizit von S 276.730.96 zuzurechnen, da die Kultusgemeinde keinerlei Reserven oder Fonds zur Deckung von Abgängen aus der laufenden Gebarung besitzt und daher diese Abgänge wieder aus der laufenden Gebarung bedeckt werden müssen. Die Gesamtziffern des Voranschlages verteilen sich auf die einzelnen Budgetkapitel wie folgt: 1. Kultus- und rituelle Angelegenheiten. Einnahmen S 649.115, Ausgaben S 988.760. 2. Unterrichts- und Bibliotheksangelegenheiten. Einnahmen S 27.658, Ausgaben S 391.035. 3. Friedhof- und Beerdigungswesen, Einnahmen S 1,505.004, Ausgaben S 1,048.549. 4. Fürsorgewesen, Einnahmen S 1,108.013, Ausgaben S 1,929 959. 5. Gemeindeverwaltung, Einnahmen S 218.100. Ausgaben S 1,229.190, 6. Gebäudeerhaltung, Einnahmen S 17.560, Ausgaben S 62.460. 7. Kultussteuer, Einnahmen S 2,100.000. 8. Matrikenwesen, Einnahmen S 25.000, Ausgaben S 39.833. 9. Reserve für außerordentliche, nichtprä- Iiminierte Ausgaben, S 150.000. Von den Gesamteinnahmen per S 5,650.450 entfallen auf „Ordentliche Einnahmen" S 5,459.700 und auf „Außerordentliche Einnahmen" S 190.750. Von den Gesamtausgaben per S 5,839.786 entfallen auf „Ordentliche Sachausgaben" S 3,054.546, auf „Außerordentliche Sachausgaben" S 305.800, auf „Bauliche Investitionen" S 85.000 und auf „Personelle Ausgaben" S 2,394.440. Die Ausgaben für das „Fürsorgewesen" im Betrage von S 1,929.959 gliedern sich wie folgt: Ausgaben für die Israelitische Versorgungsanstalt S 446.550 „ das Spital der Isr. Kultusgemeinde „ 853.970 ,. die Kinderspitalsambulanz und das Sonnentagsheim........„ 38.637 „ Fürsorgeamt..........„ 40.702 „ Monatsgaben, Pflegebeiträge und allgemeine Unterstützungen......, 292.100 „ Subventionen an Vereine und Fürsorgeaktionen .........„ 128.000 Abstattung von Spenden für verschiedene wohltätige Zwecke............. „ 130.000 Zusammen . . . S 1.929.959 ..Ueberschüsse" ergeben: Das Konto „Friedhof- und Beerdigungswesen" . . S 456.555, die zur teilweisen Deckung der erforderlichen Zuschüsse der Konti „Kultus- und rituelle Angelegenheiten" und „Fürsorgewesen" verwendet werden, ferner das Konto „Kultussteuer-Eingänge" mit S 2,100.000. ..Zuschüsse" erfordern die einzelnen Kapital wie folgt: Kultus- und rituelle Angelegenheiten......S 339.645 Unterrichts- und Bibliotheksangelegenheiten..... 363.377 Fürsorgewesen..............„ 821.946 Gemeindeverwaltung und Steueramt ....... 1,011.090 Gebäudeerhaltung............... 44.900 Matrikenwesen................ 14.833 Reserve für außerordentliche Ausgaben....... 150.000 Zusammen . . . S 2,745.791 Hiervon ab die „Ueberschüsse" per........ 2,556.455 ergibt das zu gewärtigende Defizit von .... . S 189.336 Das Präliminare pro 1929 wurde, wie der Finanzreferent entwickelte, im Gegensatz zu 'der Uebung der früheren Jahre, die zur Zeit eines Defizits absolut nicht zu rechtfertigen ist, auf die möglichen Einnahmen basiert und nicht auf die Ausgaben der vergangenen Jahre, bei denen vielmehr Abstriche vorgenommen werden mußten. Der erste Budgetentwurf, der nach der vom Finanzreferenten kritisierten Methode aufgebaut wurde, ergab bei Ausgaben von S 6.390.000 und Einnahmen von S 5.630.000 ein Defizit von S 760.000, so daß bei Zurechnung des bisherigen Defizits von S 276.000 ein Gebarungsabgang von über 1 Million Schilling sich ergeben hätte, was für die Kultusgemeinde von besonderer Tragweite gewesen wäre, da sie über keine Reserven verfügt. Diesem finanziellen Ruin der Kultusgemeinde galt es, Einhalt zu bieten und so mußte man, so schwer es auch war. daran gehen, die Ausgaben zu drosseln und bei den Einnahmen auf die wirtschaftlichen Verhältnisse Rücksicht zu nehmen. Bei der Verringerung der Ausgaben war es natürlich Aufgabe, darauf zu sehen, daß kein lehenswichtiges Organ verkümmert werde und man den statutarischen Verpflichtungen auch weiterhin nachkomme. Im Jahre 1928 stand die Kultusgemeinde vor einer ähnlichen Situation: die damals ergriffenen Maßnahmen, insbesondere die Erhöhung der Friedhofs- und Beerdigungstaxen, hatten, wie der Referent an den einzelnen Kapiteln nachwies, nicht den gewünschten Erfolg, da der Niedergang der Einkommensverhältnisse unserer Glaubensgenossen sich schwer auswirkte, so daß bei weiteren Gebührenerhöhungen ebenfalls Mißerfolge zu befürchten wären. Das Defizit wurde auch mitverschuldet durch den Umstand, daß die im Jahre 1928 vorgenommenen Abstriche von S 131.000 nicht nur nicht berücksichtigt wurden, sondern daß auch Mehrausgaben von S 70 000 entstanden. Es wurde eben das Präliminare nicht einschalten und der Referent verlangte in energischer Weise, daß von nun ab mit dieser Methode nachträglicher Bewi!~