Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 15 (12.4.1929)
- Date
- 1929-04-12
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Seite 17 Separate Abteilung unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabb. H. Schenk (Talmud-Thora). Bäckereien flDÖ hü in großer Auswahl und bester Qualität zu den billigsten Preisen. ^BOIOIOIOIOIOIOIC3IOIO=>IOIOaOIOIOIOIOIOIOIO*OBOBOaOBOIOBQ ■ »"'S 5 Q * Einzig In Mitteleuropa sind die Q 2 fortrefflich-Plazzotfli 2 0 der bestrenommierten l.Wr-orthodoxen Mazzothfabrik, welche unter streng orthodoxer Aufsicht des ehrw. Rabbinates jj J> der isr. Kultusgemeinde Wien erzeugt werden. — Atteste der größten CTO1&U — g ■ Durch die modernsten technischen und hygienischen Einrichtungen bin ich in der Lage, sämtliche HUBD und feinsten ■ fl lichten Grieß, wie auch die dünnsten Mazzoth aus dem gar an tiert feinsten Nullermehl PTDS /O "ItffD Q ji streng orthodox zu erzeugen._ — IM 11 El UASITDCCCI irU II Verkaufstelle: Generalvertreter ■ i>J£%V^SSUmMn AIBERT HORNER, II NOVaraöflSse I 0 - Telephon Nr. r 46-1-90 Bnd A 47-8-42 Detail* »rkaufssf eilen In ganz Wien und Osferrekh. ■ CblCDIOBOlOlOICDBCSIOICD |OBOIOICDIOIC3BOIC3ICDIOBOaOIOaOIOIOBOBcJ mit der ungemein komplizierten Materie arabischer Politik. Weisl gehört zu den ganz wenigen Europäern, denen es gelungen ist, dieses seltsame, gefährliche Land und seine Menschen aus eigener Anschauung wirklich kennen zu lernen, diese den „Ungläubigen" gegenüber so ungeheuer mißtrauischen und feindseligen Gebiete zu bereisen, bis an die dem Nichtmoslem gegenüber so exklusiven Höfe der Fürsten und Herrscher Arabiens vorzudringen und ihre Gastfreundschaft zu genießen. Er hat den Hedjas besucht und den von England verbannten Kalifen und Königs Hussein traurigen Abschied vom Lande als Gast an seinem Tische miterlebt. Er hat auch dessen Widersacher, den mächtigen Wahabiherrscher und bedeutendsten Fürsten Arabiens Ibn Sa'ud kennen gelernt und wurde von ihm in Djidda in wiederholter Audienz empfangen. Er bereiste den Yemen, wo der Imam Yahya herrscht und Asir, wo er am Hofe des Emirs von Asir in Geizan gastfreundlich aufgenommen wurde. Aber, er hat nicht alle diese Gebiete unter oftmals großen Strapazen und gefährlichen Abenteuern bereist, er \ ersteht es auch vorzüglich, die komplizierten und schwierigen Probleme arabischer Politik, die er meisterhaft beherrscht dem Leser verständlich und übersichtlich zu gestalten. Und so formt sich vor unseren Augen das Bild dieses ungeheuren wüsten Landes, mit seinen wilden, kriegerischen, in unzählige Parteien gespaltenen Stämmen, seinen rivalisierenden Fürsten, armseligen Städtchen und Dörfern, in plastischer Klarheit. Man erlebt unmittelbarste Gegenwart — ist das Buch doch Produkt der Reisen in den beiden letzten Jahren — und glaubt sich doch oftmals um Jahrhunderte oder Jahrtausende zurückversetzt, als sei die Zeit stehen geblieben an den Toren dieses geheimnisvollen Landes. Aber das Buch vermittelt nicht nur politische Erkenntnisse. Seine weiten Wanderungen geben Weisl Gelegenheit Leben, Sitten und Gebräuche der Stämme in den verschidenen Provinzen des weiten Reiches, die er auf dieser Reise aufzusuchen Möglichkeit hatte, kennen zu lernen und anschaulich zu schildern. So wird dieses Werk Weisl's zu einem wertvollen Buche für alle, die einen tieferen und zugleich klaren Einblick in die Verhältnisse dieses von Europäern noch so wenig bekannten und betretenen Landes gewinnen wollen. Die Klarheit, der flüssige Stil, die lebendige, von Abenteuern reich durchsetzte Schilderung werden dem Buche, das durch zahlreiche interessante Abbildungen wirkungsvoll ergänzt wird, sicherlich viele Freunde gewinnen. Der Verlag hat das Buch in gewohnt vornehmer und geschmackvoller Weise ausgestattet. Philipp Berges, der bekannte Chefredakteur der »Hamburger Illustrierten", hat bei F. A. B r o c k h a u s in Leipzig ein mit vielen guten Abbildungen auf Kunstdruckpapier und verlockendem bunten Schutzumschlag ausgestattetes Buch erscheinen lassen, das ein schönes, billiges Geschenk für alt und jung darstellt. (M. 2.80 in Halbleinen, M. 3.50 in Ganzleinen.) „Wunder der Erde. Reisetage in fernen Breiten" lautet der Titel, und er verheißt nicht zuviel. In bunter Mannigfaltigkeit ziehen Figuren und Gestalten ferner Zonen, frisch und lebendig geschildert, an unseren Augen vorüber: Indien mit seiner seltsam eindrucksvollen Architektur und den noch eigenartigeren Volkssitten, die Inseln der Seligen, Tahiti und Eimeo, die Stadt der Hochtropen Kolombo, die einstmals deutschen Südseeinseln, Traumnächte auf dem Stillen Ozean, Schlendertage in Japan und China, eine Fahrt mit dem ..Großen Ueberländer'' quer durch Amerika. Das ist eine kurze Blütenlese aus dem Inhalt. Gern werden viele, denen die wirtschaftliche Not jeden Gedanken einer Reise nach fernen Ländern unmöglich macht, zu diesem Buch greiien, um so wenigstens in Wort und Bild Anteil zu nehmen an der Schönheit der weiten Welt. Aber wie alle Bände der Reihe „Reisen und Abenteuer", so ist auch dieser Band in ganz besonderem Maße für die Jugend bestimmt und nach dem Urteil maßgebender Fachleute auch geeignet, denn Berges schildert packend und eindrucksvoll, die Spannung des Berichts läßt aui keiner Seite nach. Wir können das Buch, das von Schulbehörden als wertvolles Hilfsmittel im Unterricht angeschafft worden ist, unseren Lesern warm empfehlen. M. Wertheftner. Das echte und unechte Josephus Flavius- Zeugnis über Jesus von Nazareth, Wien 1929, R. Löwit. Gegen die von R. Eisler in der „N. Fr. Presse'4, Mail und Juni 1926, veröffentlichten Aufsätze „Das neuentdeckte echte Josephus- Zeugnis über Jesus" wendet sich mit Recht der auf dem Gebiete der Religionsgeschichte verdienstlich bemühte Verfasser. Er kann für seinen Standpunkt unter anderem fachmännische Urteile ins Treffen führen, die den Ausführungen Eislers wissenschaftlichen Wert absprechen. Daß über Jesus eine Tafel im Tempel zu Jerusalem berichtet haben soll und anderes ist beim besten Willen nicht ernst zu nehmen. GL Rabbi Jebuda L. Zlotnik - Koheleth, Montreal 1929. In prachtvoller Ausstattung behandelt dieses jüngste Werk des bekannten Jidischisten und Folkloristen das unzählige Male erörterte Koheleih-Problem. Streng kritisch, aber doch maßvoll setzt sch Z. mit den oft geradezu grotesken Konstruktionen der modernen Bibelkritik auseinander und gelangt oei nüchterner Abwägung aller einschlägigen Instanzen zu dem Ergebnis, daß hier tatsächlich ein Werk des Königs Salomon vorliegt. Ueberzeugend wirken besonders die sprachlichen Erwägungen sowie die psychologischen Argumente, die zugleich die Biographie des weisen Königs neu beleuchten. Das Buch ist mit einer Wärme geschrieben, die den sachlichen Ernst der Beweisführung noch eindrucksvoller hervortreten läßt. Dr. Grunwa'd. A. Singalowsky, Aufbau und Umbau, Berlin 1928, Philo- Verlag. M. 1.50. Die Frage des jüdischen Wirtschaftslebens in Osteuropa, eine der wichtigsten des Judentums der Gegenwart, wird hier mit einer Sachkenntnis und Klarheit hehandelt, die das Heftchen jeden unentbehrlich macht, der sich mit dem jüdischsozialen Gesamtproblem beschäftigt. Aber auch dem Historiker bietet die unter diesem Gesichtspunkt durchgerührte Gruppierung bekannter Tatsachen Belehrung und Anregung. Isr. Schapira. Der Antisemitismus in der französischen Literatur, Berlin 1927, Philo-Verlag, M 3.25. Obwohl im Kern des Buches nur der bekannte französische Judenfeind Drumond und seine Vorgänger stehen, gewinnt es doch durch die Weite der Gesichtspunkte und die Gründlichkeit der Ouellen/orsdiur:;; die Bedeutung einer Einführung in die Geschichte des Antisemitismus auch außerhalb Frankreichs. Es wird manchen überraschen, unter der Gilde der Judenfeinde so manchen Autor zu begegnen, den man nach seinen bekannt-: -n Werken nie in dieser Gemeinschaft gesucht hätte. G.