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Die Wahrheit · 1929-03-29 · Heft 13 (29.3.1929) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 13 (29.3.1929)
Date
1929-03-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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^iimwiMMmiiBflw^^ 0J£ WAHRHEIT der von vielen im Zuge wie ein naher Angehöriger beweint wurde. Die vorstehenden Schilderungen machen keinen Anspruch auf eine erschöpfende Darstellung der Ausbreitung der antisemitischen Welle in den Vereinigten Staaten. Mein Wunsch ist, das europäische Judentum über eine Gefahr aufzuklären, deren Größe auch für uns nicht unterschätzt werden darf. Zweierlei Gäste. „Wäre es nicht der Landeshauptmann, der so spricht, wir würden lächelnd an diesen Redeblüten vorübergehen. Wäre es nicht ein Mann in der bedeutendsten Stellung eines Bundeslandes, man könnte sich sehr wohl damit begnügen, den Fehltritt zu konstatieren und vor weiteren Torheiten zu warnen. Aber es ist eben nicht dieser oder jener Eigenbrötler, es ist immerhin ein Verwaltungschef von Oesterreich, der sich äußert, ein Teilfürst, mit allen Rechten ausgestattet, die einem Landeshauptmann in Oesterreich zu eigen sind. Wenn ein Prominenter ganz in die Irre geht, wenn er allen Takt vermissen läßt, alle Rücksicht auf die Empfindlichkeit, ja selbst alle Rücksicht auf den Vorteil der eigenen Bevölkerung, da ist schon ernsteres Bedenken am Platze, da muß man schon ernstlich die Frage auf werfen, ob denn solcherlei Betrachtungen, wie sie dem Herrn Landeshauptmann beliebten, zu seinen unbedingten Amtspflichten gehören; ob ein sonst tatkräftiger Leiter der Landesorganisation sich nicht mit Besserem befassen könnte als mit gehässigen und geschmackswidrigen Attacken .... Hat ein österreichischer Landeshauptmann den Beruf, frei nach bekannten Mustern ... in Bausch und Bogen anzurempeln, ist es klug, ist es zweckmäßig, ist es billig, so abschätzig über Menschen zu sprechen, die hier in Oesterreich friedlich leben wollen und gewiß mindestens gleiches Recht haben müssen wie alle anderen. ... Es ist noch keinem Landeshauptmann in Oesterreich eingefallen, so Einzelacraplare der „Wahrheit' sind in der Großtrafik Lloydhof, Wien IL, Praterstraße 11, erhältlich. wüst über sie drauflos zu schwatzen, wie dies dem Herrn Dr. Ender beliebt hat. Verhindert muß werden um jeden Preis, daß auch nur 'die Vermutung Platz greife, Oesterreich identifiziere sich mit der Beleidigung. Dr. Ender ist gewiß ein tüchtiger Mann, der in der Vergangenheit viel Schönes geleistet hat. Aber es scheint zu den Privilegien mancher Landeshäuptlinge zu gehören, daß sie die Eindrücke ihrer Worte nicht bedenken. Es wäre besser gewesen, der Landeshauptmann von Vorarlberg hätte geschwiegen." So scharf ging mit dem Landeshauptmann von Vorarlberg, Dr. E n d e r, die „Neue Freie Presse" ins Zeug, bei der man eine solch offene Sprache gegenüber prominenten Christlichsozialen wahrlich nicht gewöhnt ist. Man erinnert sich wohl der Rede dieses Landeshauptmanns, in der er die Worte sprach: „Der Jude ist bei uns nicht als deutscher Mitbürger, sondern in Wahrheit ist er Gast in unserem Lande", und auf die jetzt die „Neue Freie Presse", wenn auch etwas verspätet, nach den obigen Zitierungen zu schließen, energisch zu reflektieren scheint. Irrtum, lieber Leser! Es handelt sich ihr nur um geharnischte Ausfälle des Landeshauptmanns gegen andere Gäste, nämlich die aus dem Deutschen Reich, die ebenfalls das Mißfallen des Herrn Dr. Ender gefunden haben. Bei seinen Angriffen gegen die Juden rührte sich die „Neue Freie Presse" nicht, nur der Präsident der „Union", Dr. J. 0 r n s t e i n, antwortete ihm bekanntlich in einem offenen Briefe. Donksatfnnä. Ich sehe mich veranlaßt, auf diesem Wege Herrn Direktor PH. tTledmann in Baden, sowie dem Kuratorium des Kriegswalsenhauses in Baden für die jahrelange unentgeltliche Erziehung und Verpflegung meines Sohnes öffentlich meinen innigstgefühlten Dank auszusprechen. Es wäre mir als einem verwitweten Invaliden, der sich durch Zeitungskolportage erhalten muß, unmöglich geworden, mein Kind zu erziehen, wenn nicht die oben genannten Faktoren mir behilflich gewesen wären, es zu einem nützlichen und guten Menschen zu machen. Den genannten Herren sei daher herzlichst gedankt und ich wünsche nur, daß dieser Anstalt möglichst ausgiebige Förderung seitens der Öffentlichkeit zuteil werde. Josef Kl'ang _ X., Absberjfgasse Nr 5/27a Kaufet ma» burm* pR Kaufet die In Qualität und Geschmack unübertroffenen, weltberühmten Palästina ^Nlaiioih Dl« Herstellung erfolgt — wovon sich Sr. Etirw. Rabbiner Schenk (Rsw der „Talmud Thora1') persönlich uberzeugt hat — unter streng ritueller Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Josef Chalm Sor - nenfeld, Jerusalem, und des „Chief-Rabbi" von tiez Israeli Sr. Efcrw. Kenn A. I. Keck, Jtriistlcm Ganeralreprasentanz für ganz Oesterrelchi Nathan Brodetzki, Wien IS., ÄÄ"Ä.V-M FILIALEN! M. Wildmann, l. BBckerstraBe 16 M. Spiegel, III. RadetskystraBe 4 Jakob tweiB, II- Untere AugartenstraBe 25 Sabine Binder, IX. Hahngasse 33 S. Schneider, II. Miesbachgasse 12 Max Silberberg, IX. Rotenlöwengasse 8 II. Novaragasse 12 Ignas Pinkelstein, XX. Klostemeubupgerstr. 9 David Raab, II. Schiffamtsgasse 7 M. Luwlsch, XX. Hannovergasse 90 _Jawob Wassermann. XX. WallenstelnstraBe SB__

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