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Die Wahrheit · 1929-03-29 · Heft 13 (29.3.1929) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 13 (29.3.1929)
Date
1929-03-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 4tiiuniiiuiniuiiuuBttiuMuimi uwnntmramuinannumnnnfflmnwmMiuiwuumH^ DIE WAHRHEIT der geistigen Verwandtschaft zwischen Marxismus und Judentum bekennen und es zu einer unbestrittenen, von maßgebenden Juden selbst zugegebenen Tatsache erheben würden. Daß Juden an der Verbreitung der sozialistischen Irrlehre mitschuldig sind, kann niemand bestreiten, aber der jüdische Geist hat mit ihr nichts zu tun. Die Begriffsverwirrung ist durch die Verwechslung der Ideen „sozial" und „sozialistisch" entstanden. Die zu Konfiskationen fremden Gutes hinneigende Sozialdemokratie hat auch das altehrwürdige soziale Denken, welches vom Judentum im Gegensatze zu den Griechen und Römern, aber auch zu den Aegyptern, Assyrern, Babyloniern und den anderen Völkern des Ostens, ebenso wie das Zivil- und Strafgesetz, in die Religion eingeführt wurde, für sich beschlagnahmt, d. h. in die Politik hinübergeführt und als eigene Tugend, die sie von den anderen Parteien unterscheidet, proklamiert. Nicht genug daran, hat sie die sozialen Ideale der Bibel verfälscht und sie zu sozialistischen degradiert. Der Unterschied zwischen beiden ist etwa der gleiche, wie der zwischen Individualismus und Egoismus. Sozialismus heißt nicht Liebe, Frieden, Opferwilligkeit, Hilfsbereitschaft, wie das biblische soziale Ideal, sondern Klassenhaß, Kampf bis aufs Messer, Enteignung, Gewalt und Bürgerkrieg. Was haben diese unjüdischen, trotz aller theoretischen Scheinbegründung rein physischen und brutalen Tendenzen mit dem biblischen oder talmudischen Judentum zu tun? Der älteste Prophet Arnos, der Kuhhirt, war wohl der erste soziale Revolutionär. Er verhöhnte und verfluchte den König Jerobeam wegen seiner Ungerechtigkeit und Härte gegen die Armen und Schwachen. Er bekräftigte die überlieferte nationale Ideologie: „Recht und Gerechtigkeit" (Mischpot wezadokah), die sich wie ein roter Faden durch die ganze jüdische Geschichte zieht und dem Volke von seinen Führern und Schriftgelehrten seit Moses als wichtigste geistige Nahrung verabreicht wird, und er erhob diesen Kampfruf in einem tollkühnen Aufruhr gegen den König. Aber der Gedanke eines gewaltsamen Umsturzes, der Wegnahme fremden Eigentums, um es angeblich dem Volke zu geben, in Wirklichkeit jedoch, um damit seine eigene Macht zu stärken und sich selbst auf den Thron der herrschenden Gewalten zu setzen, war ihm, wie der ganzen sozialen Ethik des Judentums vollständig fremd. In jüdischem Schrifttum findet sich keine einzige Stelle, wo Raub am Privateigentum zugunsten vermeintlicher öffentlicher Interessen, wo Vergewaltigung des Individuums im Namen der Gesamtheit oder sonstige Verletzungen individueller Rechte unter Berufung auf den „Willen des Volkes" gutgeheißen oder gar empfohlen werden würde. Im Gegenteil: Die den primitiven altertümlichen Verhältnissen angepaßten biblischen Einrichtungen, wie das Jubeljahr, die Sch'mitta, wonach nach 50, bzw. 7 Jahren die Verjährung des Grundbesitzes und der Schulden eingetreten war, wurden durch H i 11 e 1 und seine Nachfolger im Wege des sogenannten „Prosbu 1" gemildert und später sogar aufgehoben, um den Erfordernissen des bürgerlichen, auf Unantastbarkeit des Privateigentums beruhenden Verkehrs gerecht zu werden. Nur wer die jüdische Geschichte nicht kennt und von der Psyche eines traditionstreuen Juden Seuilieton, Napoljen Bombe. Die Geschichte eines Unglücklichen. Von Josef Kaplan, Fulda. (Fortsetzung.) Mittlerweile lag ich auf dem Boden und vermochte mich nicht zu rühren. Mit einmal wurde es mir ganz dumpf im Kopf und ich schlief ein wie ein Täuibchen. Da, Jungermann, hatte ich einen schönen Traum. Ich sage Buch, noch haute, wenn ich an den Traum denken, wird es mir ganz lieht im Herzen. Ich sah mich plötzlich in Samt und Seide gekleidet. Auf dem Kopfe trug ich eine Art Krone, in der eine Pfauenfeder steckte. Rechts und links von mir schritten Bediente einher und jedesmal, wenn ich etwas sagte, verbeugten sie sich ehrfürchtig. Ich schritt durch einen prächtigen Garten, in dem seltene Bäume standen. Auf den Bäumen hüpften fremdartige Vögel. Und, was mich am meisten wunderte, Hühner und Ganse sprangen von Zweig zu Zweig, auch Enten und Truthühner sprangen munter von Baum zu Baum. Ab und zu fiel ein Ei zu Boden. Ich hob eines auf und siehe — es war aus purem Gold. Ich mußte aufpassen, daß mir so ein Ei nicht auf den Kopf fiel. Mit einmal, ich war gerade dabei. Wein aus einem Brunnen zu schöpfen, kam ein Lakai hinzu und sagte mit einer tiefen Verbeugung: „Buer Gnaden belieben in den Tforonsaal zu schreiten — die erlauchten Herrschaften warten bereits«." Auf einem mit teueren Teppichen belegten Pfad schritt ich zum Thronsaal. Dort gäänzte und glitzerte alles in bezaubernder Pracht Der Saal war mit feingekleideten Menschen gefüllt Für mich bildete sich eine Gasse in der Menge. Ich wunderte mich über mich selber: ich zitterte gar nicht. Nicht einen einzigen „Zitter" habe ich getan. Stolz schritt ich durch den Raum und sah erhobenen Hauptes über alle hinweg. Neben einem goldenen Throne standen zwei königlich geputzte Menschen. Es, dachte ich, das sind ja Gitel und Mendel. Nun, Spaß, das sind ja feine Leute geworden! Der Hofmarschatl, ein Mann mit einem weißen Bart, trat auf mich zu und sagte mit tiefer Stimme: „Euer Gnaden gestatten, daß ich vorstelle: Frau Königin Gitel — Herr König Mendel, beide aus Lipno. Gouvernement Plozk." Ich sagte, indem ich mich ein wenig verneigte: „Sehr schön, sehr schön — freut mich, auf Ehre!" Darauf wurde' es ganz still'. Mit einmal fing Gitel mit ihrem Fächer zu wedeln an; sie erzeugte einen solchen Wind, daß ich niesen mußte!. Nachdem mir ein Lakai ein Nasentuch geineicht und ich getan hatte, was Menchen in solchem Falle tun, wurde es wieder ganz still. Der HofmarschaH, der dicht neben mir stand, flüsterte mir ins Ohr: „Euer Gnaden werden sich den Schnupfen geholt haben." „Wahrscheinlich" antwortete ich und' ließ mir wieder das Nasentuch reichen. Da trat Mendel hervor und machte eine tiefe Verne igung; er berührte mit seiner Nase fast den Boden. Ich dachte: wie schön klein er aussieht Er sagte: „Euer Gnaden sind vollgestopft mit Güte und schon Euer Blick zeugt von bezaubernder Weisheit! Von weither sind wir gekommen, viele Länder haben wir durchstreift — o Herr — um in Dein Antlitz schauen zu können! In tiefer Ehrfurcht verneige ich mich und meine Lippen flüstern den tiefen Wunsch: mögest Du, Euer Gnaden, mir gestatten. Dir meine Geschenke zu überreichen! Nehme sie hin, Majestät, zum Beweise deines Wohlwollens — o König! Nichts darfst Du mir abschlagen — o Obergeneralgouverneur — denn alles, was Dir meine arme Hand zu bieten vermag, habe ich anfahren lassen — vom Besten und Teuersten, vom Seltensten und Originellsten — o Du mein Generalhofsekretäradjutants-

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