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Die Wahrheit · 1929-03-29 · Heft 13 (29.3.1929) · page 1

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 13 (29.3.1929)
Date
1929-03-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Preis dieser Nummer 50 Groschen Ver8ffe»fikhuti$fm 4er „Union deufschÖsterr. Juden' mad <ta» ^Amtfichei» Verlautbarungen der Israelitischen Kulfusgemelnde Wie«" Redaktion und Administration: Wien II., Heinestraße Nr. 13 — Telephon R42-2-16 XLV. Jahrgang Wien, 29. März 1929 Nummer 13 fe'N M M $ w'i | Iii Judentum und Marxismus. Von Rechtsanwalt Dr. Josef Grünberg. /;. Das alte, aber immer aktuelle Thema: Judentum und Marxismus ist bei unseren Feinden ein beliebter Gegenstand publizistischer Erörterungen, wobei man die innere Verwandtschaft beider zu betonen und beide in denselben Topf zu werfen pflegt Daß der Marxismus mit seiner „Grüß4 mich nicht unter den Linden"-Taktik sich dieser Verwandtschaft schämt, sie verschweigt und ableugnet, ist bekannt. Dagegen mehren sich auch im jüdischen oder halb jüdischen Lager — unter letzterem verstehe ich die liberal-bürgerliche Presse — die Stimmen, welche diese enge Verbindung offen zugestehen, sie, als auf Wesensgleichheit beruhend, erklärlich finden, nichtsdestoweniger als schädlich und gefährlich für die Juden bezeichnen, die letzteren daher vor ihr eindringlich warnen. Dr. Edmund Wengraf, der bekannte Sonntags-Leitartikler des „Neuen Wiener Journ a 1", geht von der Tatsache der regen jüdischen Wahlbeteiligung auf sozialdemokratischer Seite aus, die er einerseits der dem Judentum ungünstigen oder gar feindseligen Haltung der anderen politischen Parteien, anderseits aber auch der überragenden Stellung der Juden im sozialdemokratischen Parteileben und den spezifisch jüdischen Geisteseigenschaften, wie: „bohrende Verstandesschärfe, Rabulistik, ins Endlose sich verlierende Disputiersucht" zuschreibt, die auch die Wesensart des Marxismus bilden. Karl Marx und seine Jünger zeichnen sich durch „haarscharfe Dialektik, unerbittliche Logik und eine bis zur Auflösung aller Begriffe gehende Analyse" aus, wie sie im Talmud und der jüdischen Scholastik zu Hause seien. Auch sei der Marxismus „heimat-, boden-, traditions- und geschichtslos, wie das Talmudjudentum mit seiner abstrakten, über alle historischen Hemmungen erbarmungslos hinwegschreitenden Denk- und Schreibweise". Hier liege also die Quelle der seelischen Solidarität des Marxismus mit dem Judentum, besonders dem Ostjudentum mit seiner Vaterlandslosigkeit und bürgerlichen Entrechtung. Die Ghetto- Juden seien daher die natürlichsten und begeistertsten Adepten der marxistischen Lehre. Nun müssen diese volksfremden Theoretiker und Sozialistenführer früher oder später die Abneigung und den Zorn der andersgearteten nichtjüdischen"' Massen auf sich, nein nicht nur auf sich, sondern auf alle ihre Stammesgenossen ziehen. Die Führerrolle der Juden in der sozialdemokratischen Partei sei daher ein Unglück nicht nur für den Sozialismus, sondern in noch höherem Maße für das Judentum, welches beim richtigen Kladderadatsch „die ganze Rechnung werde bezahlen müssen." Daher mögen die jüdischen Kleinbürger, die doch nicht aus Ueberzeugung, sondern als Mitläufer die Geschäfte der Sozialdemokraten bei den Wahlen besorgen, beizeiten gewarnt sein. Der zweite Leitartikel in dem genannten Blatte von Dr. Fritz L ö h n e r trägt die bezeichnende Ueberschrift „Spiel mit dem Feuer" und findet es ebenfalls selbstverständlich, daß die Juden für die mit antisemitischen Elementen durchsetzten Regierungsparteien nicht stimmen können, aber auch begreiflich, wenn auch nicht wünschenswert, daß „der Großteil der jüdischen Wähler mit fliegenden Fahnen in das Lager des Sozialismus übergegangen ist, mit dem ihn die geistige Verwandtschaft in den meisten Kulturfragen sowie eine gewisse angeborene Sympathie für die sozialen Ideale, die unsere Religion seit Jahrtausenden predigt, verbindet." Dr. Löhner hätte gegen die Unterstützung der Sozialdemokratie durch die Juden nichts einzuwenden, wenn sie nicht so bolschewistisch und destruktiv eingestellt wäre, wie sie es durch den überragenden jüdischen Einfluß ist. Die radikale Gruppe in der österreichischen Sozialdemokratie weist Bela Kun-Gestalten auf, welche Moskauer Gewaltmethoden anstreben und die proletarische Diktatur in unserer Republik aufrichten möchten. Es sei daher Pflicht der jüdischen Bevölkerung, jede Gemeinschaft mit dieser von Juden geleiteten, aber für das Judentum unheilschwangeren Richtung entschieden abzulehnen, da für die Sünden dieser gewissenlosen Hetzer, die früher oder später die Wut und die Rache des Volkes heraufbeschwören müssen, die große jüdische Masse zu büßen haben werde. Diese Ratschläge sind nun gewiß gut gemeint und beherzigenswert, und es wäre zu ihren Ausführungen nichts zu bemerken, wenn sie nicht das eingewurzelte und verhängnisvolle Vorurteil von §*»$; na :■ Uli

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