Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 12 (22.3.1929)
- Date
- 1929-03-22
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 16 BBHMHflBWWHH^^ DIE WAHRHEIT Vm Wecke zu fuocke -.i^.---^SÄV»~<«gyt, Kultusvorsteher Adolf Reich S.A. Mittwoch, den 13.d.M., wurde Kultusvorsteher Adolf Reich unter außerordentlich großer Beteiligung zu Grabe tietragen. Die wohlverdienten Ehrungen, die Adoli Reich in seiner mehr als dreißig Jahre umfassenden Tätigkeit auf dem Gebiete der Humanität, ganz besonders aber als Obmann des Leopoldstädter Krankenunterstützungsvereines „Nächstenliebe" erfahren hat, setzten sich noch an seinem Grabe fort als sichtbarer Ausdruck der Sympathie für diesen edlen Menschen. In Vertretung der Kultusgemeinde erschien Herr Präsident Universitätsprofessor Dr. Alois Pick und Vizepräsident Dr. J. Orn stein in Begleitung zahlreicher Kultus- und Bethausvorsteher, Amtsdirektor Regierungsrat Guido Fuchsgelb und Amtsleiter Wilhelm Freistadt. Der Vorstand des Vereines „Nächstenliebe" erschien unter Führung des greisen Ehrenpräsidenten Moritz Rosenberg vollzählig. Herr Rabbiner Dr. Bach betönte in seiner gehaltvollen Trauerrede, wie der Dahingeschiedene Zeit seines Lebens ehrlicher, aufopfernder Arbeit ergeben war. Er sprach sodann von seinem edlen Wirken, seinen reichen Erfahrungen und seiner unermüdlichen Arbeitskraft, die er mit seltener Hingebung in den Dienst der Nächstenliebe stellte. Ein Mann, der keinem Menschen Unrecht oder nur die geringste Kränkung zugefügt, musterhaft in seinem Familienleben, so wird das Charakterbild Adolf Reichs in der Erinnerung seiner zahlreichen Freunde fortleben. Sodann sprach Präsident Professor Dr. Alois Pick namens der Kultusgemeinde dem Verewigten Worte der Anerkennung für dessen karitative Tätigkeit. Er bedauerte, daß der Verblichene nur so kurze Zeit als Kultusvorsteher tätig sein konnte, um auch zum Wohle der Gemeinde zu wirken, und versicherte, daß das Andenken an diesen so verdienstvollen Mann niemals verlöschen wird. Namens der Gruppe werktätiger Juden Im Kultusvorstande sprach Kultusvorsteher Gustav Moritz und schilderte die Leistungen Adolf Reichs für die Partei. Vorstandsmitglied Josef Klein hielt namens des Vereines „Nächstenliebe" dem hingeschiedenen Obmanne einen Nachruf, der von der Wärme der Empfindungen und von der Größe des Schmerzes Zeugnis ablegte und alle Anwesenden erschütterte. Namens der Ortsgruppe Leopoldstadt der „Vereinigung werktätiger Juden" sprach Dr. Josef Löwy tiefempfundene Worte des Dankes und Abschiedes. Sodann wurde der Sarg von den Freunden und Mitarbeitern des Verewigten zur letzten Ruhestätte tretragen. Die kantoralen Funktionen versahen die Herren Oberkantor I. Müller und erster Kantor A. Stift mit großer Assistenz in würdiger Weise. Agudas Jisroel. Sonntag, den 10. d. M., fand im großen Saale der Agudas Jisroel-Jugendgruppc die diesjährige außerordentlich gut besuchte Generalversammlung der Aeudas Jisroel. Ortsgruppe Wien, statt. Der Vorsitzende, Herr Wolf Pappenheim, begrüßte die Anwesenden, insbesondere die Kultusvorsteher Dr. J. Ticho und Kommerzialrat B. Buchwald. Rabbiner Dr. Pinchas K o h n, Präsident der Weltorganisation der Agudas Jisroel u. a. Der Vorsitzende berichtet über die Tätigkeit der Ortsgrunne in den letzten Jahren, die sich in der Hauptsache auf die Fiüchtlings-Fürsorge, sowie die diversen orthodoxen Institutionen in Wien, erstreckte. Die Gründungen der Agudas Jisroel, wie das Waisenhaus in Baden, ein auf diesem Gebiet vorbildlich geleitetes Institut, die Jugendgruppe, die auf allen Gebieten von Thauro. Awaudo und Gemilas Chessed mustergültig tätig ist, das Wanderheim, die Beth Jakob-Schule sind in vollster Tätigkeit. Er konstatierte mit Genugtuung, daß der Geist der Agudas Jisroel, der mit dem Geiste der Thauro verwoben ist, sowie besonders das Zusammengehörigkeitsgefühl der strenggläubigen Judenschaft in Wien sich von Tag zu Tag stärkt. Redner streifte dann die ausgedehnte Zusammenarbeit mit der Weltzentrale der Agudas Jisroel und erwähnt besonders die schweren Kämpfe in Jerusalem, die einen großen Aufwand von Kraft, Arbeit und Mitteln erheischten und die die alteingesessene Orthodoxie in Erez Jisroel vor der Vergewaltigung und Vernichtung durch den Zionismus schützen sollen. Redner erwähnte auch die Teilnahme der Agudas Jisroel beim Völkerbund gelegentlich der Verhandlung über die Kalenderreform. die eine schwere Beeinträchtigung der Sabbathruhe. des heiligsten Gutes des Judentums, zur Folge gehabt hätte und bei der Herr Oberrabbiner Fürst durch glänzende Ausführungen einen entscheidenden Einfluß auf die hohe Versammlung ausübte, so daß vorläufig von einer derartige Reform Abstand genommen wurde. Der Vorsitzende schließt mit der Aufforderung an die Anwesenden, an der heiligen Arbeit der Agudas Jisroel tatkräftig mitzuwirken und in allen Kreisen propagandistisch für ihre Ideen tätig zu sein. (Langanhaltender Beifall.) Rabbiner Dr. P. Kohn, stürmisch begrüßt, entwickelt die Bedeutung der Ortsgruppe, unter Hinweis auf die im Herbst wieder in Wien stattfindende zweite Kenessio Gedaulo. Das Spiegelbild der Agudas Jisroel im Ganzen bildet in kleinem Maßstabe die Ortsgruppe in Wien, die infolge ihrer geographischen Lage mehr als irgend eine andere Stadt die verschiedenen Richtungen von Ost und West In sich beherbergt. Die Aufgabe des zu wählenden Vorstandes wird es in erster Linie sein, diese Richtungen in kluger Weise zu vereinen. Die heutige Versammlung wird alsdann die würdige Vorbereitung der Kenessio Gedaulo sein. Er appellierte an die Führung und Mitglieder der Ortsgruppe, auch dieses Mal der Kenessio Gedaulo zu einen würdigen Verlauf zu verhelfen. (Stürmische Beifallskundgebung.) Es sprach sodann Rabbiner M. Blech für die Keren Hathora- und Beth Jakob-Zentrale. Fr eedachfe der in den letzten Jahren dahingegangenen Thorairrößen, zu deren Ehrung sich die Versammlung erhob. Herr Dr. Ticho begrüßte die Versammlung im Namen der Kultus- Gemeinde Wien und wünschte der Ortsgruppe eine weitere gedeihliche Fortentwicklung in der Verwirklichung derReligion. Herr Alfred Stroh führte die zukünftige Tätigkeit der Ortsgruppe aus. die sich auf bedeutsame Gebiete erstreckt, und brachte bezüglich des Empfanges beim Bundespräsidenten, die Kenessio Gedaulo und das Verhältnis der Agudah zum Misrachi vier Resolutionen vor, die per Akklamation angenommen wurden. Herr M. Hornstein, Obmann des Vereins „Hithachduth Jereim", entwickelte in temperamentvoller Weise die Postulat« unserer ostiüdischen Brüder und erhielt die Zusage, daß der neue Vorstand alles tun wird, um deren berechtigten und erfüllbaren Wünschen gerecht zu werden Es sprachen ferner die Herren Theo Klein, Sch. Fischheimer, kultusvorsteher M. Leitner und S. Stern. Dann erfolgte die Wahl von 21 Vorstandsmitgliedern und eines 35gliedrigen Parteirates. Kaufet maö bxrm* p* Kaufei die Iii Qualität und Geschmack unübertroffenen, weltberühmten Palästina lloiioth Dl« Herstellung erfolgt — wovon sich Sr. Ehrw. Rabbiner Schenk (Raw der „Talmud Thora'*) persönlich überzeugt hat — unter streng ritueller Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Josef Chalm Sonnenffeld, Jerusalem« und des „Chief-Rabbi" von Erez Israel« Sr. Ehrw. Herrn A. I. Kook, Jerusalem GeneralraprSsentanz für ganz Oesterreich: Nathan Brodetzki, Wien II., FILIALENS M. Wildmann« I. BBckerstraBe 16 M. Spiegel« III. RadetzkystraBe 4 Jakob *fe«B« II. Untere AugartenstraBe 25 Sabine Binder« IX. Hahngasse 33 S. Schneider« II. Miesbachgasse 12 Max Sllb*rberg, IX. Rolenlöwengasse 8 II. Novaragass« IS Ignas Flnkelsteln« XX. Klosterneu burgerstr. 9 David Raab« II. Schiffamtsgasse 1 M. Luwlsch, XX. Hannovergasse 90 saWJJsWJRasVm