Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 12 (22.3.1929)
- Date
- 1929-03-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 10 wwiiuiiiPiMniiTpfflfflimin^ t)lü WAHRHEIT '"'üNIOnIl^ . f Diensteg, den 26. März 192$, 8 Uhr abends, findet im Cafe-Restaurant „Goldener Engel", XXI. Am Spitz 3, der dritte Sprechabend der Ortegruppe Floridsdorf slalt. Hof rat Ing. Josef LÖWY: Reise eines Österreichers nach England (Beobachtungen und Gedanken) Der Obmann: Gäste, asich Dampn, willkommen! Hr. Jul»«« C»Minwf»M m. p. Wenn man Ihnen sagen sollte: wer geben will, wird für beides geben, dann bitten Sic darum, daß man Ihnen die Sammellisten des Keren Hajessod aushändigen möge, damit Sie die gleichen Geber auch für Ihre Sammlung angeben können. Noch wirksamer wäre es. wenn die Sammler des Keren Hajessod zugleich Ihre Sammlung übernehmen würden, indem sie für ihre Sache keine Zeichnung annehmen, falls nicht der gleiche Betrag für die Erhaltung wissenschaftlicher und karitativer Anstalten in der Heimat gegeben wird. Jene sind dafür auch viel besser ausgerüstet, sie arbeiten mit einem ungeheuren Apparat, mit effektvollen Filmen, öffentlichen Empfängen und Festessen oder intimen Tees, der Aussicht auf interessante Gesellschaftsreisen nach dem Lande der Väter usw., während Sie armer Teufel nichts als Ihr Notizbuch haben. Also, Sie versprechen mir das? — Dann kommen Sie, das Auto steht schon vor der Tür." Rabbiner Dr. B. Jacob (Dortmund). Qlcrretx. Charlotte Königswarter hat im Alter von 88 Jahreii, aber doch viel zu früh, die Augen geschlossen, aus denen die nie versagende Gute strahlte, die ihr Herz erfüllte. Sie war eine echte Aristokratin. stolz auf den hohen Adel, dessen sie sich als Abkömmling des Volkes bewußt war, dein die Kulturwelt die höchsten ethischen Werte verdankt, die sie besitzt. Sie war eine fromme Jüdin, die nicht nur im Herzen treu ihrem Glauben und den religiösen Traditionen ihrer Familie blieb, sondern ihre Gesinnungen auch offen bekundete. Diese edle Frau, die nur bei Werken der Wohltätigkeit keinen Unterschied der Konfession kannte, wurde geehrt, wo immer sie auch erschien. Man ehrte in ihr die wahrhaft vornehme Jüdin, die sich von vielen unterscheidet, die sich nicht als solche zu erkennen geben wollen. Ein grauenhaftes Verbrechen ist in Wien an einem Mädchen verübt worden, das sterbend in einer Blutlache mit durchschnittener Kehle aufgefunden wurde. Der Mörder war ein Jude und die Tat ward vor Ostern verbracht. Welch ein Osterbraten für die von blutrünstigem Judenhaß beseelte TEPPICMlllVS WElTZNEß fl.,norlohfifer§fr.los - W., Wiedner nauptstr. 10 macht höfl. äuf den besonderen Okkasionsverkauf aufmerksam. Es gelangen zum Verkauf: Teppiche, Decken, Vorhänge, Linoleum, Stores, Doppelbettdecken, Künstlervorhänge, eic. Tischteopiche S 23.—, Stores S 3.50, Madrasvorhänge S 5.80, Doppelbettdecken S 12.—, Laufteppiche per M. S 2.50, Flanelldecken S 4.5U und viele andere bis zur feinsten Qualität._ „Deutschösterreichische Tageszeitung"! Auch nachdem es festgestellt war, daß der Mörder bereits fünfmal in Steinhof interniert gewesen, verspritzte die „Dötz" ganze Tintenströme, um immer wieder ihren Lesern die Worte in die Ohren zu brüllen: Der „jüdische Schächter" hat ein christliches Mädchen „geschächtet"! Zwischen den Zeilen wurde aber immer wieder mit einer Unzweideutigkeit, die an Schamlosigkeit wie an Tücke nichts zu wünschen übrig ließ, die Ritualmordbeschuldigung erhoben. Damit auch der begriffsstützigste Leser des Blattes nicht darüber im Unklaren bleibe, was eigentlich die „Dötz" mit ihren Berichten über die „Schlächterhöhle in der Weihburggasse" bezwecke, ließ sie einen alten Mann, „der dem Intelligenzberuf angehört", die Erinnerung an den Prozeß Hilsner erwecken. Dieser Intelligenzler vergleicht „die einzelnen Phasen der Untat Hilsners mit denjenigen des Mordes in der Weihburggasse, die — was die „Dötz" unterstreicht — tatsächlich eine überraschende Uebereinstimmung aufweisen." Man weiß, wer die mitunter etwas vertrottelten „Intelligenzler" der „Dötz" sind, die tatsächlich eine Uebereinstimmung in der Hetze gegen die Juden versuchen. Aber überraschend ist sie nicht. Denn die „Dötz" fristet seit ihrem Bestände ihr armseliges Dasein zum großen Teil von der Ausbeutung des böswilligen und blödsinnigen Ritualmordmärchens. * * * Der Mörder aus der Weihburggasse, der ein Sohn eines Paralytikers und, wie amtlich festgestellt ist, bereits fünfmal in Steinhof — darunter'einmal durch volle 15 Monate — interniert war, wird noch die Psychiater beschäftigen. Wer aber die Geschichte der Ritualmordprozesse kennt, weiß, daß hunderte und hunderte unschuldige Juden die Opfer eines fluchwürdigen Wahns wurden. Es ist aber auch durch das Zeugnis von Päpsten festgestellt, daß unter den Hetzern, auf deren Konto so viel unschuldig vergossenes Judenblut kommt, sich viele befanden, die selbst christliche Kinder ermordeten, um die Schuld den Juden in die Schuhe zu schieben. Das Ritualmordmärchen wird auch in unseren Tagen von Judenfeinden oft b e wu ß t als Vorwand benützt, um den Haß gegen die Juden zu wecken und zu schüren. Auch diese laden eine mörderische Schuld auf sich, aber ohne daß man HHHHHBBHHWHHHnBH Herren^ und Damenkleider nach Maß sowie fertig lagernd, nur Qualitätsware, billigste; Preise. Eventuelle langfristige, bis zu einem Jahre währende Zahlungserleichterungen Kleider-Erzeugungs-Union, Wien VI., Kaserneng. 6 Telephon B 20-2-15