Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 11 (15.3.1929)
- Date
- 1929-03-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT niinminnraniUHniaimnniisn) ifflqpmimHiniiinniwH»HiminimninmimiiiimiiiMum»»iiiiinmmifflim^ SftitC 18 Siegmund Chlamtatsch s. A. Still und bescheiden wie er gelebt, ist er &m T.März 1929 ganz unerwartet im 55. Lebensjahre von uns gegangen. Rasch verbreitete sich die Nachricht von seinem plötzlichen Ableben und jeder, der ihn gekannt, hatte das Gefühl, daß der Tod einen der Besten aus dem Kreise seiner Familie und Freunde geholt; einen Mann, der anspruchslos für seine eigene Person, stets hilfsbereit dastand, wo man seines Rates und seiner Tatkraft bedurfte. Schon die Einholung der Leiche dieses allgemein geschätzten Mannes fand unter außerordentlich starker Teilnahme vom Trauerhause statt, dann bewegte sich der imposante Zug, an dem sich der gesamte Vorstand des Tempelvereines „Aeschel Awrohom" mit Obmann Oskar Schramek an der Spitze beteiligte, als Zeichen besonderer Ehrung für den Verblichenen durch die Rueppgasse und Heinestraße an dem hellbeleuchteten Pazmanitentempel vorbei. Bei dem am 10. März 1929 am Neuen Friedhofe stattgefundenen Leichenbegängnisse scharten sich ebenfalls viele Hunderte um den Sarg des Verewigten wie um einen verstorbenen Verwandten und lauschten unter Tränen den trefflichen Worten Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Max Qrunwald, der bewegten Herzens die schönen Eigenschaften und Tugenden des braven Mannes schilderte, sein offenes, liebenswürdiges Wesen, seine Selbstlosigkeit, seine Opferwilligkeit als Gatte, Vater, Bruder und Schwager, sowie seine besondere Treue den Freunden gegenüber hervorhob. Mit tief empfundenen Worten dankte Herr Redakteur Ludwig Hirschfeld dem Verblichenen für seine hingebungsvolle Tätigkeit im Dienste des Tempelvereines „Aeschel A w r o h o m" und versicherte, daß der Verein seine hervorragenden Leistungen als langjähriges Vorstandsmitglied stets in ehrenvoller Erinnerung, behalten werde. Zum Schlüsse seines Nachrufes verlieh Redner dem tiefen Dank der engeren Freunde des Verblichenen beredten Ausdruck. Oberkantor I. Müller stimmte unter Assistenz des ersten Kantors A. Stift die Trauergesänge in der Zeremonienhalle und am Grabe in ergreifender Weise an. Eine unübersehbare Menge Teilnehmender gab Siegmund Chlamtatsch das letzte Geleite, wobei dessen engere Freunde die Bahre zur letzten Ruhestätte trugen. Um den Dahingeschiedenen trauern seine gramgebeugte Gattin, zwei Söhne, seine Tochter, Schwiegertochter und Schwiegersohn, sowie eine große Anzahl Familienmitglieder. L. H. — Kommerzialrat Siegfried Oppenheim, eine der rührigsten Persönlichkeiten im öffentlichen wirtschaftlichen Leben Wiens, wurde mitten aus seiner weitverzweigten öffentlichen Arbeit durch einen plötzlichen Tod gerissen. Kommerzialrat Oppenheim, der erst im 53. Lebensjahre stand. wrar seit einem Jahr Präsident des Detaillistenverbandes und gehörte dem Präsidialrat des Gremiums an. Kommerzialrat Oppenheim ist auf einem Ausflug nach Mönichkirchen. Sonntag, den 10. d. M. einem Gehirnschlag erregen. Mit seiner Frau und seinem Sohn, der im Geschäft des Vaters tätig ist, trauern an der Bahre des Dahingeschiedenen die- Kaufleute, deren Interessen er in energischer Weise vertreten hat. Auch für jüdische Angelegenheiten zeigte der Verglichene stets besonderes Interesse. — Am 5. März 1929 ist Herr Samuel Neu mann, Mitglied des Bethausvorstandes für den 16. und 17. Bezirk. Vorstandsmitglied der „Chewra Kadischa" Ottakring. Vorstands¬ und Ehrenmitglied des Vereines zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder, im 77. Lebensjahre sanft verschieden. Der Verblichene, welcher jahrzehntelang auf dem Gebiete der Kultus und der Wohltätigkeit in vorbildlicher Weise tätig war, hatte sich durch seine Liebenswürdigkeit und Hilfsbereitschaft allgemeine Achtung und Verehrung erworben. Die große Beliebtheit des Verstorbenen kam bei seinem Leichenbegängnis, welches am 8. März 1929, auf dem Zentralfriedhof, I. Tor, stattfand, zum Ausdruck, indem eine stattliche Anzahl von Trauergästen sich eingefunden hatte. Unter den Anwesenden bemerkte man den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Professor Dr. A. Pick, den Kultus Vorsteher Medizinalrat Dr. J. Deutsch, Amtsleiter W. F r e i s t a d t, die Mitglieder des Bethausvorstandes, die Vorstandsmitglieder der „Chewra Kadischa" und des Ausspeisungsvereines sowie Vertreter der anderen Wohltätigkeitsvereine. Nachdem Herr Oberkantor Rudolf Kogan die Trauergesänge zum Vortrag gebracht hatte, hielt Herr Rabbiner Dr. Bach einen tiefempfundenen Nachruf, in dem er:die edlen Herzenseigenschaften des Verblichenen besonders Würdigte. Sodann sprach Präsident Professor Dr. Pick namens der Kültüsgemeinde dem Verewigten Worte des i Friedauer i Beitel WIEN I.» Seltensten »nguM 2 TO. I» 28-1-28 Xl.f Zentralfriedhof, neben dem 1. Tor, Tel. U18-0-85 Dankes für dessen ersprießliche Tätigkeit im Bethausvorstande und in der „Chewra Kadischa" aus. Für den Ausspeisungsverein sprach der Präsident Herr Direktor Benno Kahanc und für den Verein der „Kinderireunde" der Obmann Herr Oberveterinärrat Heinrich Rosen zweig herzliche Worte des Dankes und Abschiedes. Hierauf wurden die irdischen Ueberreste dieses wahrhaft guten Menschen zur letzten Ruhestätte geleitet. Ehre seinem Angedenken. G- H. — Am 10. d. M. wurde unter großer Beteiligung Herr Josef Fanta im 83. Lebensjahre zu Grabe getragen. An seiner Bahre trauern seine Kinder: Anna Fischer, Wien, Franz Fanta, Chikago, Leonoldine Fanta. Else Heinz. Berlin, Erna Kor ni tzer. Wien. Arthur Fanta, Berlin. Der Verstorbene war wegen seines lauteren und echt iüdischen Charakters allgemein geachtet. Herr Rabbiner Dr. Max O r u n w a 1 d widmete in seinem allen zu Herzen gehenden Nachrufe dem Dahingeschiedenen Worte der Anerkennung und Liebe, die er stets seiner Familie entgegenbrachte. Die kantora.Ic Funktion versah Herr Oberkantor G. Margulies in hervorragender Weise. Der gramgebeugten Familie möge zum Trost dienen, daß der Verstorbene eine Zierde jüdischer Männer war und als Vorbild im steten Angedenken weiter leben wird. Waisenhaus für israelitische Mädchen Charlotte Merores Itzeles (XTX.. Bauernfeldgasse 40). Sonntag, den 17. März 1029. nr-äzise 1/^5 Uhr. findet im Waisenhaus unter Mitwirkung erster Knnstkräite zugunsten des Heimes ein musikalischer Nachmittag statt. In uneigennütziger Weise wirken mit: Frau Staatsonernsängerin Bella Paalen (Wiener Staatsoper), Frau Grete Schwarzmann-Lehnert (Professorin am Neuen Wiener Konservatorium). Herr Oskar Beregi (KomödieX Violinvirtuose Kurt Fuchsgelb und Klaviervirtuose Robert Goldsand. Azudas Jisroel. Unter außerordentlich großer Beteiligung fand Sonntatr, den 10. März, die diesjährige Generalversammlung statt. Wir werden über den hochinteressanten Verlauf der Versammhing in der nächsten Nummer unseres Blattes ausführlich berichten. Israelitischer Bethaus-Verein „Chewra Beth Hatfttah". Hie 61. ordentliche Generalversammlung des Vereines findet Donnerstag, den 21. März 1929, präzise 6 Uhr abends, im Zeremoniensaale des Müllnertempel (Müllnergasse 21), statt. Jüdischer Frauenverein Leopoldstadt (Sitz Ferdinandstraße 23). Sonntag, den 17. März 1929. findet im Festsaale des Hotel Continental. Wien II., Taborstraße 4, die so beliebt gewordene Nachmittagsunterhaltung mit Vorträgen und Tanz, statt. Anfang präzise 4 Uhr. Da das Reinerträgnis zur Unterstützung der Aermsten der Armen des so notleidenden Bezirkes verwendet wird, ersucht die Vereinsleitung um recht zahlreichen Zuspruch. Regiebeitrag S 1.—, an der Kasse S 1.50. Karten sind bei den Vorstandsdamen zu haben. Israel Tempel- und Schulverein Favoriten. In dem Berichte in Nummer 10 unseres Blattes ist nachzutragen, daß in der am 25. Februar 1929 stattgehabten Konstituierung des Vorstandes des Israelitischen Tempel- und Schulveremes für den X. Gemeindebezirk Favoriten in Wien. Herr Benjamin Scher zum 1. Obmann-Stellvertreter und Herr Simon Steiner zum II. Obmann-Stellvertreter gewählt wurden. Konzert Samstag, den 30. März 1929, rindet im Olympiasaal, I., Rothgasse 5, ein großes Konzert der Vereinigten Synagogen-Sänger und Chorknaben unter Leitung des bekannten Chordirigenten B. Hirschmann statt. Mitwirkend die Oberkantoren J. Müller, L. Funke und J. Schächter. Beginn 8 Uhr abends. Karten sind erhältlich im Vorverkauf im Cafe Carltheater (Praterstraße 29). Die Jugendgruppe „Emunas Awes" veranstaltet am 15. März 1929, um ^8 Uhr abends, im Vereinshause," XIV.,