Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 11 (15.3.1929)
- Date
- 1929-03-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 DIE WAHRHEIT Storchengasse 21, eine Gründungsfeier, verbunden mit einem Bankett, mit folgendem Programm: 1. Begrüßung durch den Obmann Alexander Kövesky. 2. Festrede Seiner Ehrw. Rabbiner A. Weiß. 3. Vortrag des Herrn Oberkantor Einhorn. 4. Vortrag des Herrn H e 11 r e i c h. 5. Vortrag des Herrn Kantor Schwarz. Eintrittspreis S 2.50. Das eventuelle Reinerträgnis dient zum Ankauf einer Bibliothek für die Jugendgruppe. Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur hat arn 4. März 1929 Herr Professor Julius W o 1 f s o h n, der bekannte Klaviervirtuose, mit großer Liebe und Sachkenntnis über „Juden in der Musik" gesprochen. Er widerlegte mit kräftigsten Argumenten die besonders laut von Richard Wagner und Pfitzner in die Welt hinausgeschrieene Behauptung, daß es keine hervorragenden schaffenden Künstler, keine mit eigener Erfindung unter den Juden gäbe. Das läßt sich angesichts eines Mendelssohn-Bartholdi, Meyerbeer, eines Bizet, Halevy, Goldmark und anderer vom Vortragenden gewürdigten Großen füglich nicht aufrecht halten. Als Meister von größter Schaffenskraft, mit spezifisch-jüdischem Einschlag gilt ihm Gustav Mahler; bei diesem möchten wir, was den jüdischen Einschlag anlangt, bescheiden meinen, daß dabei das Wörtchen „unbewußt" zumindest am Platz wäre. Nach erschöpfender Aufzählung der modernen Komponisten wurde das große Verdienst gerade der jüdischen reproduzierenden Künstler hervorgehoben, das in der Betonung von Gefühl und Empfindung gegenüber der überspannten akrobatischen Kunststücktechnik besteht, wie sieLiszt undPaganini getätigt haben. So wirkten drei besonders große jüdische Meister: Rubinstein, Joachim und Davidorf. Die erstaunliche Anpassungsfähigkeit bei unleugbarer Originalität wurde an Beispielen gerade der Wienerischen Note, an Alexander Krakauer und Pick (Fiakerlied) aufgezeigt. Von bedeutenden im Verhältnis beinahe allzu zahlreichen Klavierkünstlern, Geigern, Cellisten und Operettenkomponisten, von Offenbach bis Oscar Straus. wurde keiner übergangen. Zuletzt würdigte der Redner Guido Adlers Verdienste um die Musikgeschichte und sprach sein Bedauern darüber aus, daß der neugegründeten Gesellschaft zur Förderung moderner jüdischer Musik noch nicht die gebührende Teilnahme seitens der Wiener Judenschaft geschenkt werde. Die hochinteressante Revue jüdischer Leistungen auf dem Gebiete der Musik hat den lebhaftesten, wohlverdienten Beifall ausgelöst. Medizinalrat Dr. H. Haase. ilQülenlsdics Königslicht Seit vielen Jahren das anerkannt beste I lizii «rtTTDW Man achte auf die »s. gesch. Marke lyglen. Königslicht* Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhlrschengasse 3 Telephon R 33-1-87 LeopoldftädterTempelvereln .. » Äeschel Awrohom II., Pazmanltengasse 6, Tel, R47«8-63 Anmeldungen von Aufgeboten, Trauungen fauch unl. freiem Himmel) und Barmlswaus ParUlanvorkehr an Werktagen von 5 bis y«7 Uhi nachmittag» an Sonntagen von 10 bis 12 Uhr vormittags Qebetstunden Adar II. S. bis 9. 5*89 - 15. bis 21. MSrz 1929 Adar U. 3. Sabbat-Eingang......6 — . II. 4. . früh. . . 645 und 9- „ II. 4. . Mlncha......3 30 . II. 4. . -Ausgang.....6 40 Adar II. 5 — 9................6 — Barmizwavorbereitungen für Unbemittelte unentgeltlich Todesfall. Bei Drucklegung der vorliegenden Nummer erhalten wir die traurige Nachricht, daß Herr Kultusvorsteher Direktor Adolf Reich, Obmann des Krankenunterstützungsvereines „Nächstenliebe", nach langem schwerem Leiden gestorben ist. Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien, IL, Ferdinandstraße 23/8, veranstaltet Montag, den 18. März 1929, im Klubsaale der „Hakoah". IM Wipplingerstraße 24—26 (Cafe Altes Rathaus, Eingang durchs Haustor), einen Vortrag des Herrn Dr. N. M. Gelber: „Marquis de Langallerie's Judenstaatprojekt" (1656—1717). Beginn M% Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen. Clnzeleicmplarc der „Wahrhcir4 sind in der Großtrafik Lloydhof, Wien II., Praterstraße 11, erhältlich. Bethausverein „Talmud Thora". Der Vorstand bringt zur Kenntnis, diaß Samstag, den 16. & M., 8 Uhr abends, im Restaurant Wienea, II., Ob. Donaustraße 91, die Begrüßung Sr. Entw. Herrn Rabbiner Schenk anläßlich seiner Heimkehr aus Erez Jisroel stattfindet. Herr Rabbiner Schenk wird lüber seine Reise berichten. Anschließend findet ein Festbankett statt. Musik ist das geeignetste Mittel, um die im Kampf um den Lebensunterhalt angestrengten Nerven zu beruhigen. Deshalb lohnt sich die Anschaffung einer Sprechmaschine. Diese mit Hilfe der neuesten elektrisch aufgenommenen Schallplatten ermöglichen zu Hause jederzeit gesellschaftliche Unterhaltungen. Alle bekannten Musikgrößen und Künstler sind zu Jeder Tages- und Nachtzeit zu hören, bei Tanz und leichter Unterhaltungsmusik können wir neue Kräfte für den Alltag sammeln. Das Zahlungserleichterungssystem ermöglicht es jedem, sich eine Sprechmaschine zu beschaffen. Das Musikhaus Excelsior, Wien I.. Adlergasse 5, Telephon R 23-4-90, IL, Kleine Pfarrgasse 28, Telephon A 41-6-24, hat in seinen Schaufenstern und im Lokale Adlergasse 5 eine für jedermann ohne Kaufzwang frei zugängliche Schaustellung von nur erstklassigen Apparaten (jedes Stück mit dem Kostenpreis bezeichnet) arrangiert. Zahlungserleichterungen bis zu 18 Monatsraten. Dasselbe ist bereit, die Vorzüge der modernen Sprechmaschinen unverbindlichst vorzuführen. Wir sind fest überzeugt, daß die Freude, die jeder Familie durch diese Erfindung bereitet wird, den geringen Betrag voll aufwiegt. SUCHE intelligentes PRlVlEIN zu meinem 7jährigen Sohn Alberi »ttcfti ler, Zalaegerszeg, Ungarn