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Die Wahrheit · 1929-02-08 · Heft 6 (8.2.1929) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 6 (8.2.1929)
Date
1929-02-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT wümw ifniwiiiiiiiiiiiiniiiinniinniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiuiiiuiüiiiiu Seite 5 in der Obmännerkonferenz aufgeworfen wurde, und zwar geschah dies, wie ich ausdrücklich hervorhob, gerade deshalb, weil mein Klub das Hauptgewicht darauf legt, die ungestörte Geschäftsführung der Gemeinde durch die Arbeitsfähigkeit des Vorstandes zu sichern. Ich habe dem Klub der unionistischen Vertreter berichtet, daß sowohl von Deiner Seite, als auch von seiten des Obmannes der Werktätigen hervorgehoben wurde, daß sich zwischen Euern Parteien ein Zweckverband gebildet hat und daß beide Parteien ablehnen, die Wahlreformfrage zurückzustellen und das Budgetprovisorium zu bewilligen. Aus Deinem Briefe geht nun hervor, daß dieser Standpunkt aufrecht erhalten wird, wenn auch die Formulierung gewählt wurde, „daß der zionistische Klub vorderhand, das ist insolange ihm der gebührende proportioneile Anteil in der Leitung und Verwaltung der Gemeinde, sowie der Kontrolle der Gebarung nicht eingeräumt wird, es grundsätzlich ablehnen muß. zu anderen Fragen irgendwelche ihn bindende Stellung zu nehmen." Demgegenüber steht mein Klub gerade mit Rücksicht auf die Haltung des „ZweckVerbandes" auf dem Standpunkte, daß vor Schaffung der eingangs erwähnten Garantien, nämlich Zusicherung der Bewilligung des Budgetprovisoriums, bzw. Budgets und Zurückstellung der Wahlreform bis unmittelbar vor Ablauf der Funktionsperiode des jetzigen Vorstandes, mit Rücksicht auf die derzeitigen Kräfteverhältnisse eine gedeihliche Arbeit und eine Fortführung der Geschäfte überhaupt nicht möglich ist, weshalb erst nach Schaffung der vorbezeichneten Garantien der Anwendung des Proporzes, und zwar im Verhältnisse der Parteien, gegen den dann kein Einwand bestehen würde, zugestimmt werden könnte. Ich bitte Dich daher, mir in der allerkürzesten Zeit bekanntgeben zu wollen, ob Deine Partei gewillt ist, diese im Interesse der Gemeinde unbedingt erforderlichen Garantien zu leisten. Ich zeichne mit besten Grüßen Dr. Ticho. Der Brief vom 15. Jänner blieb zunächst ohne jede Antwort seitens des zionistischen Klubs. Erst am 23. Jänner 1929 langte das Schreiben des zionistischen Klubs vom 22. Jänner ein. Dieses Schreiben lautete: Wien, am 22. Jänner 1929. Klob zionistischer Kultusvorsteher. An den Klub der auf das Programm der „Jüdische Union, Vereinigte Parteien zur Hintanhaltung jedweder Politik in der Kultusstube" gewählten Vorsteher, Wien. In Beantwortung des von Ihrem Klubobmann an den Obmann unseres Klubs gerichteten Schreibens vom 15. d. M. teilen wir Ihnen nachstehendes mit: 1. Wir stellen vor allem richtig, daß bei der am 13. d. M. über. Einladung des Herrn Präsidenten Prof. Dr. Pick stattgehabten Obmännerkonferenz weder durch Herrn Kultusvorsteher Moriz, als Obmann des Klubs werktätiger Juden, noch auch durch unseren Klubobmann das Zustandekommen eines Zweckverbandes Ihrem Klubobmann notifiziert wurde. Herr Kultusvorsteher Moriz und unser Klubobmann sind vielmehr lediglich, als Herr Dr. Ticho für Ihren Klub die Majorität und den Vorsitz in allen vom Kultusvorstand zu wählenden Kommissionen mit der Begründung in Anspruch nahm, daß die Parteien des Kultusvorstandes sich nicht in gleicher Stärke, sondern im Verhältnis von 18 zu 12, 5 und 1 gegenüberstehen, dieser sonderbaren Argumentation unter anderem auch mit dem Hinweis entgegengetreten, daß die 18. Kultusvorsteher zählende andere Hälfte des Vorstandes jederzeit die Möglichkeit habe, sich zur Verhinderung der von Ihnen beabsichtigten Benachteiligung bei Aufteilung der Kommissionsmitgliederstellen zu einem Zweckverband zu vereinigen. Die Ihrem Klub von Ihrem Obmann gemachte Mitteilung der bereits vollzogenen Bildung eines solchen Zweckverbandes entspricht somit — wenigstens für den gegenwärtigen Zeitpunkt — nicht den Tatsachen. Wir sind über Ihre unrichtige Informierung durch Ihren Klubobmann um so mehr erstaunt, als wir ohnedies die — wie sich zeigt — nicht unangebrachte Vorsicht beobachtet haben, das Ergebnis der stattgefundenen Aussprache durch das CENTRALKINO Wien II., Taboratraae 8 — Tal. R 42-3-41 UR- UND ALLEINAUFFÜHRUNG AI 30LSON in dem Warner Mondialfilm DERMXZSHKER TONEINLAGE: KANTOR JOSEF ROSENBLATT Beginn der Vorstellungen: 786, und 9 Uhr Schreiben unseres Obmannes vom 14. d. M. authentisch festzulegen, in welchem in keiner Weise auf das angebliche Zustandekommen eines Zweckverbandes bezug genommen wird. 2. Unser Klub legt zumindest den gleichen Wert wie Sie auf eine gedeihliche Arbeit des Kultusvorstandes, glaubt jedoch, daß die Voraussetzungen hierfür nur dadurch geschaffen werden können, daß Sie den derzeit bestehenden, jeder Raison und jedem Rechtsgefühl hohnsprechenden Zustand der Ausschließung der Hälfte des Kultusvorstandes von der Leitung und Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten unverzüglich ein Ende machen. Ihr Klub hat sich bei der konstituierenden Sitzung mit Hilfe des Ihrer Vereinigung angehörenden Alterspräsidenten durch eine ebenso rabulistische, wie gewaltsame Auslegung der Bestimmungen der Geschäftsordnung, somit unrechtmäßig, sämtlicher leitenden Stellen des Vorstandes bemächtigt. Wir verlangen daher vor allem die Behebung der vorgefallenen Rechtswidrigkeiten. 3. Wenn es Ihnen ernstlich darum zu tun ist, „mit Rücksicht auf die derzeitigen Kräfteverhältnisse eine gedeihliche Arbeit und eine Fortführung der Geschäfte überhaupt" möglich zu machen, so wird es notwendig sein, daß Sie sich von der überheblichen Ansicht lossagen, daß Sie die alleinige, zur Wahrung der Interessen der Gemeinde berufenen Sachwalter sind. Wir ersuchen Sie demnach, zur Kenntnis zu nehmen, von uns Zusicherungen und Zurückstellung programmatischer Forderungen als Gegenleistung dafür zu verlangen, daß Sie den seit Jahren im Kultusvorstand anerkannten, selbstverständlichen Grundsatz der proportionellen Verteilung der leitenden Stellen, welcher heuzutage in der Gemeindevorstehung des letzten Gebirgsdorfes respektiert wird, anerkennen. Wir ersuchen Sie demnach zur Kenntnis zn nehmen, daß wir nicht gesonnen sind, mit Ihnen andere Verhandlungen zu führen als solche, welche den Zweck verfolgen, durch Schaffung eines legalen, den bisher im Vorstand beobachteten Grundsätzen entsprechenden Zustandes einen Ausweg aus der von Ihnen verschuldeten, unhaltbaren Situation im Interesse der Gemeinde zu finden. Mit vorzüglicher Hochachtung für den Klub der zionistischen Kultusvorsteher der Schriftführer: der Obmann: Dr. Isidor K1 a b e r m. p. Dr. Desider Friedmann m. p. Inzwischen hatte bereits der Obmann des Klubs der unionistischen Kultusvorsteher das Ultimativschreiben vom 22. Jänner an Herrn Doktor Friedmann abgefertigt. Dieses Schreiben lautet wie folgt: Wien, am 22. Jänner 1929. Herrn Rechtsanwalt Dr. Desider F r i e d m a n n, Wien I. Lieber Freund! In meinem Schreiben vom 15. Jänner 1929 ersuchte ich Dich, mir in der allerkürzesten Zeit bekanntgeben zu wollen, ob Deine Partei gewillt ist, die in diesem Schreiben im Interesse der Gemeinde begehrten Garantien zu leisten. Auf dieses Schreiben habe ich bis heute gar keine Antwort erhalten; dagegen wurde zwischenzeitig von Deiner Partei eine Reihe von ä" f W}*> >U\> ml \fh f\tf i 4. *t» ■m;4 •:>'! 5 t ■W I "^j,"^^" ^r^^^^sS^''^**^''^^

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