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Die Wahrheit · 1929-01-25 · Heft 4 (25.1.1929) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 4 (25.1.1929)
Date
1929-01-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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S°ite 10 lüiBnnuiiimu^ /Jmtliche Tbrlauthacungerv dzclmaditi^^ Z. 28 ex 1929. Wien, im Jänner 1929. Kandmachunä* Die Privatistenprüfungen aus israelitischer Religion für Schüler und Schülerinnen an Volks-, Bürger- und fiauptschulen für das erste Halbjahr des Schuljahres 1928/29 finden durch die zuständigen Religionslehrer in den Sammelstationen statt. Die Termine für die Prüfungen können bei den Schulleitungen oder im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, 3. Stock, in der Zeit von 9—12 Uhr vormittags ab 20. Jänner 1929 erfragt werden. Die Prüfungstaxe beträgt S 5.— pro Halbjahr und ist im vorhinein an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, oder bei den Kultusbezirksämtern XV., Turnergasse Nr. 22, XVI., Hubergasse 8 und XXI., Holzmeistergasse 12, in der Zeit von 9—12 Uhr vormittags, bzw. beim Kultusbezirksamte XVIII., Schopenhauerstraße Nr. 39, von 3—5 Uhr nachmittags zu erlegen. Die Quittung ist dem zuständigen Religionslehrer vor der Prüfung zu übergeben. Der schriftliche Bescheid des Stadt-, bzw. Ortsschulrates über die bewilligte Dispens vom Besuche des öffentlichen israelitischen Religionsunterrichtes ist dem Prüfer vorzuweisen. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Z. 354 ex 1929. Wien, 21. Jänner 1929. Kundmadiun^. Mit Beginn des II. Semesters des Schuljahres 1928/29 wird neben dem allgemeinen auch ein spezieller Barmizwah-Kurs für Schüler der Haupt-, Bürger- und Mittelschulen an der Bibelschule der israelitischen Kultusgemeinde Wien XX., Othmargasse 46, eröffnet. Die Schüler des Spezial-Barmizwah-Kurses haben Gelegenheit, sich Kenntnisse aus Liturgie, Pentateuch und die hebräische Kursivschrift anzueignen. Die Einschreibungen für diese Kurse finden ab Dienstag, den 1. Februar 1929, bis auf weiteres jeden Dienstag von 3—4 Uhr nachmittag s im genannten Lokale statt. DerUnterrichtistunentgeltlich. Der Vorstand. DIE WAHRHEIT fwhrfiiiM Iii nll\ililllUm||i||||||ii|[|ii|iMiQM Hl UUUlblllb Seltenstettingasse2 Tel. U 28-1-28 XI., Zentralffriedhof, neben dem 1. Tor, Tel. U18-0-85 Bei den Karaiten in Halicz. (Eine aussterbende Sekte.) Von Hermann Blumenthal. Die Sekte der Karaim oder Karaiten wurde im achten Jahrhundert von Oman ben David gegründet. Ihre Religion baut sich nur auf den Wortlaut der Heiligen Schrift auf. Sie leugnen alle mündlichen Ueberlieferungen, die der Talmud zur Grundlage hat, und leben mit den Juden in fortwährender religiöser Fehde. In Europa gibt es, außer in der Krim, nur eine karaitische Gemeinde in Halicz am Dnjester. Halicz, die einstige Hauptstadt Ostgaliziens, ist heute eine unbedeutende Ortschaft mit verfallenen Lehmhütten. Die Stadt befand sich lange unter russischer Herrschaft und hat im Kriege viel gelitten. Vor mehr als sechs Jahrhunderten, als Halicz noch eine bedeutende Handelsstadt war, siedelten sich dort hundert karaitische Familien an. Sie waren von der Judensteuer befreit und genossen alle Rechte, deren sich die Christen erfreuten. Als unter Kaiser Josef II. die Juden zum Militärdienst herangezogen wurden, wurde den Karaiten, denen der Gebrauch der Waffe untersagt ist, das Recht eingeräumt, bei der Sanität zu dienen. Heute wohnen in Halicz nur noch etwa vierzig karaitische Familien. Der hebräische Schriftsteller R. Fahn hat ihr Leben studiert und ich will im Nachfolgenden seine Wahrnehmungen wiedergeben: Ich zögere eine Weile, ehe ich die Gasse betrete. Da kommt ein alter Jude des Weges, ich wende mich an ihn: „Ich bin hier fremd. Da mich der Zufall hierher führte, möchte ich gerne die Karaiten sehen ..." „Was ist da zu sehen? Eine sonderbare Religion, weder Wolf, noch Hund, Jude und Christ zugleich," erwiderte der Alte. „Die Juden und Christen hier kümmern sich gar nicht um sie." „Vielleicht könnt Ihr mir etwas von ihren Sitten und Gebräuchen erzählen?" fragte ich. „Was ist da zu erzählen? Es sind ganz merkwürdige Leute. Haben dieselbe Thora wie wir und halten doch nicht alle Gebote. Ihre Gebetbücher sind nicht wie bei uns. Manche Abschnitte fehlen ganz. Purim wird gefeiert, Chanuka nicht. Und so wummammmamm^mmmmmammmmmmmmm S. Gruners Restaurant II., Zirkusgasse 30 Telephon E 43-1-60 Vorzugl. Wiener, ungarische und orientalische (rumänische) Küche. Mittag und Abend Menll nach Wahl. Erstklassige Getränke.

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