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Die Wahrheit · 1929-01-11 · Heft 2 (11.1.1929) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 2 (11.1.1929)
Date
1929-01-11
Page
– (sequence 13)
Language
German
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fttE WAHRHEIT mmmmmmmmmmmmmummmmmmm zum besten gab, steigerte sich der Beifall zur Ovation. Hermann Leopoldi, der nach ihm das Publikum in den Bann seines Humors zwang, spielte und sang die von ihm komponierten Schlager, sich selbst begleitend, in übersprudelnder Laune. Den Beschluß des künstlerischen Programmes bildete Kurt Karsten, der junge liebenswürdige Humorist. Die künstlerischer Leitung des Abends lag in den Händen Dr. Wilhelm Steiners, der die Programmnummern mit liebenswürdig heiterer Conference verknüpfte. In Verlauf des Abends hatte Präsident Kommerzialrat Oskar Fischer Gelegenheit genommen, seinen engeren Mitarbeitern Frau Rat Betha Steiner als Ehren- und Vorstandsmitglied und Dr. W i 1helm Steiner als Vorstandsmitglied und Schriftführer für die ihm zuteil gewordene Unterstützung in der Leitung der Verbandsgeschäfte herzlichst zu danken. Er begrüßte die beiden als Nachfolger des verdienstvollen Vizepräsidenten Kais. Rates Viktor Steiner und gab der Erwartung Ausdruck, daß dieselben ihm nach weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen würden. Des weiteren überreichte er dem langjährigen verdienstvollen Vizepräsidenten Dr. D. Szamek das ihm in Anerkennung seines hervorragenden Wirkens für die Interessen des Verbandes verliehene Ehrendiplom zur Ernennung zum Ehrenmitgliede, worauf Dr. Szamek in einer lustigen Replik erwiderte. Dr. Szamek war Gegenstand herzlicher Begrüßung durch die Anwesenden. Hierauf hielt Regierungsrat Dr. Radvänyi, der vom Präsidenten Kommerzialrat Oskar Fischer als Vertreter der ungarischen Fachpresse und als alter Freund besonders begrüßt worden war, eine mit großer Herzlichkeit gehaltene kleine Ansprache, in welcher er mit Genugtuung darauf hinwies, daß die traditionelle Freundschaft zwischen österreichischen und ungarischen Fachschriftstellern durch alle Zeiten sich glänzend bewährt habe. Insbesonders habe sich um die Aufrechterhaltung und Ausgestaltung dieser Freundschaft Präsident Kommerzialrat Oskar Fischer und Frau Rat Betha Steiner verdient gemacht, welch letzterer auch sein Dank gebührt für den solennen Empfang, den die Freunde aus der Fremde gefunden hatten. In vorgerückter Stunde schloß dieser gesellschaftlich und künstlerisch so hervorragend verlaufene Abend in bester Stimmung. //mtlicke Tbrlauttarungen detbixielitifickenl^^ Wim Z. 28 ex 1929. W i e n, 8. Jänner 1929. KundmadinntS Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien gibt hiermit bekannt, daß die Privatisten- Prüfungen aus israelitischer Religion für Schüler (Schülerinnen) an Mittelschulen im I. Halbjahre des Schuljahres 192S/29 Dienstag, den 22. Jänner 1929, von 3—6 Uhr nachmittags, I., Seitenstettengasse 2, II. Stock (Rabbinats- Kanzlei), durch Herrn Schulrat Prof. Dr. Heinrich Pollak vorgenommen werden. Die Prüfungstaxe beträgt S 5.— pro Halbjahr und ist im vorhinein an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde Wien I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, zwischen 9 und 12 Uhr vormittags, zu entrichten. Die Quittung ist dem Examinator vorzulegen. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. RMRtuiiuttiiiimiiHniiitHitimiuiiHuiiuiiiiiiiHiHiiiiiHiiiiiuii« Q^ite 13 VmWochezulDo&e Hohe Auszeichnungen für jugoslawische Juden. Anläßlich des 10jährigen Staatsjubiläums erhielten der Philanthrop S. A. Alexander und der Großindustrielle O. Weiszmayer, den Weißen Adlerorden. Mehrere Juden wurden mit dem Sankt Savaorden ausgezeichnet. Achthundert jüdische Familien und keine Synagoge. Die gesamte Judenschaft des Städtchens Kibarti in Litauen, mehr als achthundert Familien, wurde seinerzeit gegen ihren Willen von den Behörden als ..Litauer" in die Listen eingetragen. Als sie vor kurzem um die Erlaubnis zur Erbauung einer Synagoge ersuchten, wurde ihnen dies mit der Begründung verweigert, daß in dem Städtchen kein einziger Jude wohne. Eine Abordnung der Judenschaft von Kibarti begab sich zum Ministerpräsidenten Woldemaras. um bei ihm gegen die Verfälschung ihrer Abstammung und Religion zu protestieren und um Abhilfe zu bitten. Woldemaras versprach, dre Angelegenheit untersuchen zu lassen. Ein neuer Tempel in Wien. Im Sommer dieses Jahres wird sich im 13. Bezirk, der wegen der Nähe von Schönbrunn zu den vornehmsten Villenvierteln Wiens zählt, ein Prachtbau erheben, der die zahlreichen jüdischen Bewohner Hietzings zur Anbetung des einig-einzigen Gottes versammeln wird. Damit geht ein Plan, der schon 1914 der Vollendung nahe war, in Erfüllung. Aber nun erhebt er sich nicht am linken Wienufer, sondern in der Mitte der vielen neuen und prächtigen Villen in der Neuen Weltgasse und bietet schon jetzt das Bild vollendeter Schönheit und Geräumigkeit, gepaart mit Würde und Angemessenheit an den erhabenen Zweck. Der Tempelverein des 13. Bezirkes, der unter der Führung des Präsidenten Hermann Kuner und des Vizepräsidenten Generaldirektor Siegfried Kubie steht, um nicht die anderen vielverdienten Vorstände jetzt schon zu nennen, da ihr aller Name einst der Nachwelt in Erinnerung bleiben soll, verdankt die schnelle und gründlich vorbereitete Lösung des Baues vor allem seinem Kassier, Herrn Karl K o h n. Ihm lag die Ausführung vor allem am Herzen und mit größter Umsicht und Geschicklichkeit bereitete er alles vor, daß der „Friedenstemper ohne schwere Betastung für die Zukunft entstehen kann. Es war ein hartes Stück Arbeit, das von Herrn Karl Kohn in weiser Erwägung geleistet wurde, und es zeigt wieder, wie Hingabe, gepaart mit Berechnung und Tatkraft, die allen Hindernissen gewachsen war, obsiegt. Der Vorstand der Kultusgemeinde selbst wird seinem Versprechen gemäß diese neue Zierde Hietzings und diese neue große Tat jüdischen Opfermuts voll unterstützen. Auf diese Weise wird auch für die Erhaltung des Judentums Großes getan. Dr. S. Kr. Israelitische Kinderbewabranstalt des Vereines „Wohlfahrt" (Wien IL, Schiffamtsgasse). Zu dem Bericht über die von diesem rührigen Verein veranstaltete Chanukafeier haben wir noch nachzutragen, daß im Anschluß an dieselbe eine Betei.lung der Zöglinge stattfand, und zwar erhielten 106 Kinder Wäsche und Kleider, 60 hiervon auch Schuhe und alle Kinder Spielsachen. Es ist ein großes Verdienst des vorbildlich wirkenden Vorstandes, dem die Herren Rabbiner Dr. Max Q r u n w a 1 d, Simon W e i n e r. Moritz Oesterreicher, Dr. Ernst Feldsberg. Direktor Max L a s s n e r, Kommerzialrat Emil Abraham, Direktor Henry Bondy, Kultusrat David D o h a n, Sigmund Ernst. Max F r e n k e 1, Paul Fries. David Gold mann, Oskar Grosser. Kultusrat Edmund Hofmann. E. Juszkovits, Siegmund Kornmehl, Wilhelm Lustig, J. Müller. Bernhard Münz.

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