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Die Wahrheit · 1929-01-11 · Heft 2 (11.1.1929) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 2 (11.1.1929)
Date
1929-01-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 llllillMlllllllllllltlM^^ kund und Literatur Uni versitäts-Vor träge über hebräische Literatur und Geschichte des Judentums, im Hörsaal 34 der phil. Fakultät vom Dozenten am Institut Herrn Dr. A. Kaminka. Mittwoch, den 16. Jänner 192i\ findet um %1 Uhr abends ein Vortrag über „S a a d j a G a o n s Leben und Wirken" statt. C.-V.-Kalender 1929. Zum dritten Male erscheint zum Beginn des neuen Jahres, herausgegeben vom Landesverband Groß-Berlin des „Centrai-Vereines", der Kalender, der sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit erfreut. Der Kalender enthält außer dem Kalendarium zahlreiche kleinere Beiträge über Geschichte, Aufgaben und Ziele des Cenrral- Vereines, statistisches Material über das deutsche Judentum, die Reichstagswahlen im Jahre 1928, die Anschriften der Führer des Centrai-Vereines sowie fast aller deutscher jüdischen Organisationen und vieles andere. Das mit großer Sorgfalt zusammengestellte und drucktechnisch klar gegliederte Bändchen wird vielen ein willkommenes Hilfsmittel bei ihrem Interesse für das deutsche Judentum sein. Der Kalender ist gegen Voreinsendung von 55 Pfennig in Briefmarken durch das Bureau des Centrai-Vereines, Landesverband Groß-Berlin. Berlin SW 68, Lindenstraße 13, III, zu beziehen. Alter-Konzert in Dortmund. Die Ostjüdische Vereinigung e. V. Dortmund veranstaltete im großen Saale des Gewerbevereines einen Liederabend unter Mitwirkung von Oberkantor Israel Alter (Hannover). Der auch in Wien bestens bekannte Tenor sang vor nahezu ausverkauftem Hause sowohl Arien aus deutschen Opern wie synagogale und jüdische Lieder. Der Sänger hatte einen außerordentlich starken Erfolg, so daß er zum Schluß noch zu einigen Zugaben sich entschließen mußte. Wiener Jüdischer Gesangverein. Der „Wiener jüdische Gesangverein" veranstaltet Samstag, den 12. Jänner 1929. HS Uhr abends, im Festsaale des „Industrie-Haus". Wien I.. Schwarzenbergplatz 4. ein jüdisches Vokalkonzert, wobei Chöre von Achron. Engel, Liow. Ssaminsky usw.. unter der Leitung des Chordirigenten A. Dzimitrovsky. zur Aufführung gelangen. Mitwirkend: Igor Grünberg (Bariton) und Jakob Gimpel (Klaviervirtuose). Restliche Karten bei: Buchhandlung R. Löwit. Wien L. RotenturmstraBe. Buchhandlung Rat. Wien II.. Taborstraße 20 und F. Seliger & Co„ Wien IL. PraterstraBe 23 sowie an der Abendkassa im „Industrie-Haus". AI Joison, der jüdische Jazzsänger. AI Joison, der Hauptdarsteller des Films „Der Jazzsänger", der demnächst in Wien im Zentral-Kino zur Uraufführung gelangt, ist heute der höchstbezahlte Darsteller Amerikas. Seine Berühmtheit gründet sich in erster Linie auf seine unerhörte mimische Ausdrucksfähigkeit, mit der er. der weiße jüdische Amerikaner, den Niggersänger der amerikanischen Revue spielt. Der Film „Der Jazzsänger" bringt die eigene Lebensgeschichte des Künstlers selbst, natürlich mit den für die dramatische Lösung unerläßlichen Romanzutaten. Asa J o e 1 s o n, wie AI Joison vom Hause aus heißt, wurde in Rußland als Sohn des Kantors Joelson geboren. Wie viele ihres Stammes wanderten seine Eltern nach Amerika aus und wir treffen den kleinen Asa mit acht Jahren in Washington D. C. und bald darauf im New Yorker Ghetto in den berüchtigten Tenements. Des Vaters größter Stolz war der Gedanke, eines Tages seinen Sohn Asa als seinen Nachfolger zu sehen. Aber die Neigungen des Sohnes bewegten sich in einer anderen Richtung. Noch als Schulknabe spielte er bereits mit bemerkenswertem Erfolg auf dem jüdischen Theater und weigerte sich nach seinem ersten Auftreten entschieden, die Schule weiter zu besuchen. Der Zwiespalt zwischen ihm und dem Vaterhaus wurde immer größer und er verließ es. Zuerst trat er in einem Wanderzirkus auf. dann als Kabarettsänger. Er hatte Engagements, aber noch nicht den erwünschten Erfolg. Gerade in diese Zeit fiel das entscheidende Ereignis seiner Künstlerlaufbahn. Bereits in Washington hatte Joison reichliche Gelegenheit, das Leben und Treiben der Neger zu studieren und ein besonders einprägsamer Schwarzer war zeitweise sein Garderobier. Eines Abends saß AI Joison ziemlich niedergeschlagen in seiner Garderobe. Seine Nummer hatte wenig gefallen. In sein Grübeln hinein sagte plötzlich sein treuer schwarzer Garderobier: „Du Massah müssen aussehen als mich!" Die Idee gefiel Joison, er greift den Rat auf und wird über Nacht als Niggersänger berühmt In wenigen Stunden war AI Jonson die große Sensation und ist es bis heute geblieben. Jahrelang weigerte sich Joison, im Film zu spielen, bis ihm Warner Bros., der Filmkonzern der hamilie Warner, die selbst aus einem russischen Ghetto stammt, die Idee unterbreiteten, in einem Film mitzuwirken, dessen Thema ihm zusagte, weil es seinem eigenen Leben ähnlich war. Der Film Jazzsänger" nach dem gleichnamigen erfolgreichen Theaterstütck von Samson Raphaelson wurde in Hollywood unter Mitwirkung von Kantor Josef Rosenblatt und hervorragender Kenner jüdischer Gebräuche gedreht. Neues Jüdisches Theater (Künstlerkabarett, II., Praterstraße 60). Wochenspielplan: Freitag, den 11. Jänner, gelangt zur Erstaufführung: „Ihr cibrochen Leben", Lebensbild mit Gesang in 4 Akten von M. G e b e 1. Die Novität wird Samstag, den 12. und Sonntag, den 13. Jänner wiederholt. — Montag, 14. Jänner: „Eine Nacht in Kalifornien". — Dienstag, 15. Jänner: „Masel Tow". — Mittwoch, 16. Jänner: „Reisele von China". — Donnerstag, 17. Jänner: „Anständige Mensche n". In sämtlichen Vorstellungen wirkt das ganze Ensemble mit. Festakademie des Oesterreichischen Fachschriftstellerverbandes. Im Rahmen der aus Anlaß des 35 j ähr i ge n Bestandsjubiläum des Oester reichischen Fachschriftsteller Verbandes stattgefundenen Feierlichkeiten fand am 1. Dezember 1928 im Aufischers „Hotel Münchnerhof" eine Festakademie unter Mitwirkung einer Reihe prominenter Künstler statt, die sich dem Verbände in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt hatten. Nachdem der Präsident des Verbandes, Komm.-Rat Oskar Fischer, die erschienenen Festgäste, unter welchen man Stadtrat Breitner und Frau, Frau Vizebürgermeister Emmerling, den bulgarischen Gesandten Exzellenz Nedkoff, Ministerialrat Dr. Fuchs vom Bundespressedienst, Minister a. D. Schuster-Bonott und Frau, Regierungsrat Schlag von den Bundesbahnen, Regierungsrat Schiffmann und Frau, Regierungsrat Dr. Radvanyi und Frau, Sektionsrat Hagmüller bemerken konnte, begrüßt hatte, leitete den künstlerischen Teil des Abends das Horntrio von Brahms, ausgeführt von Fräulein Christa Richter, Regierungsrat Professor Karl Sticgler und Professor Edgar Schiffmann ein, das mit selten gehörter künstlerischer Feinfühligkeit gespielt wurde, wofür die Ausführenden herzlichst akklamiert wurden. Hiernach tanzten die Damen Anna Squarena, Bea Skoedopole, Trude Emmerling und die hochbegabten Kinder Erich und Maria Schiffter, sämtlich Schüler der ehemaligen Primaballerina der ehemaligen Staatsoper Cacilia Cerri, mit vollendeter Meisterschaft Piecen nach klassischer und moderner Musik und holten sich stürmischen Beifall. Jubelnd begrüßt erschien sodann Staatsopernsänger Josef Manowarda, der wieder einmal eine Probe seines unerhörten Könnens ablegte. Die von ihm gesungenen Loewe-Balladen „Heinrich der Vogler" und „Odins Meeresritt" erklangen in wuchtiger Gestaltung. Zu immer neuen Zugaben zwang ihn das Publikum. Musikdirektor Bert Sil Ving, herzlichst begrüßt, spielte mit gewohnter Meisterschaft eine französische und italienische Serenade, welchen er Wiener Musik anschloß. Burgschauspieler Franz H ö b 1 i n g sang, wie Manowarda von Pröfessor Edgar Schiffmann am Flügel liebenswürdig begleitet u. a. die berühmte Arie aus „Die drei Fintos" von Weber glänzend disponiert und als er beifallumrauscht das „Wiener Fiakerlied" FLE ISCHH AUEREI^ SIEGMUND KORNMEHL WIEN IX.. BERGGASSE NR. 19 FILIALE i XVIII., wAHRINdEftSTRASSE NR. 97 Telephon Nr. A 17-349 and A 16-8-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilung für Koscherfleisch IX., iirggassi IS and XVIII., ButirififliiWBßi 97 unter Aufsieht des ehrst. Rabbinates der Isr. Kultusgemeinde Wlnn. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima- Qualität zu den billigsten Marktpreisen

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