Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 1 (4.1.1929)
- Date
- 1929-01-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Rosenberg, Eddie Kid Wagner, Jack Bernstein, Battling Levinsky, Abe Goldstein, Jimmy Duffy, Leach Groß, A b e A11 e 1 genannt Erst in der zweiten Junihälfte 1928 schlug der jüdisch-amerikanische Boxer Maxie R o s e n b 1 o o m in einem sensationellen Kampfe in England einen der besten Boxer. Die hervorragenden Leistungen jüdischer Sportsleute auf fast allen Gebieten sportlicher Betätigung haben zweifellos außerordentlichen Anteil an der verhältnismäßig schnellen und reibungslosen Einwurzelung der Juden in England, wo der Sport „mehr Helden und Heldenverehrung hervorbringt als irgendeine andere Tätigkeit des Körpers und des Geistes", wie einer der besten Kenner englischer Verhältnisse kürzlich feststellte. Gegenüber persönlicher Tüchtigkeit und sportlichem Können müssen sogar die Erinnyen des Rassenhasses verstummen. Wie wäre es sonst möglich, daß gerade Ungarn als Trainer für seine Nationalmannsciiaft zur Amsterdamer Olympiade einen amerikanischen Boxer jüdischen Glaubens, den früheren Weltmeister Ted Kid Lewis verpflichtete. Auch in Deutschland sieht man Juden unter den besten im Ring, sowohl bei den Amateuren wie bei den Professionals. Namen wie Harry Stein, Felix Friede mann, Buchbaum, Preis haben einen guten Klang. Noch viel mehr interessante Einzelheiten dieser Art finden wir in einem kürzlich erschienenen Buch*) „Boxen4' — der Weltsport" von „Kosmopolit", ein Pseudonym, unter dem sich ein im Boxschrifttum bekannter und geschätzter Autor verbirgt. Der sehr sachkundige Verfasser untersucht jedoch nicht nur die historische und sportlich-technische, sondern auch die anthropologisch-biologische Seite seines Themas. Er kommt zu dem Schluß, daß zwar „der Boxsport jedem etwas für Gesundheit und Charakter zu bieten habe", anderseits jedoch nicht zu verkennen sei, daß zur Vollbringung hervorragender Kampfleistungen eine gewisse Veranlagung Voraussetzung sei. In diesem Zusammenhange untersucht er auch die boxsportlichen Qualitäten der Juden und kommt aus seiner reichen Erfahrung heraus zu sehr interessanten Feststellungen, die in extenso auch hier wiedergegeben seien: In Deutschland gilt der Jude im allgemeinen als für den Kampf untüchtig und wurde meist auch als Soldat wenig geachtet. Im Ring zeigt es sich jedoch, daß dies Vorurteile sind, die durch nichts begründet werden können. Ich habe bei den Kämpfen, die ich von Juden gesehen habe — und ich glaube, daß ich mehr davon gesehen habe als sonst ein Kritiker Deutschlands —, noch nie erlebt, daß ein Jude aufgegeben hätte. Er nahm lieber eine klare Niederlage hin, als daß er sich vor dem Kampfende geschlagen bekannt hätte. Das beweist aber m. E. wirklichen persönlichen Mut. Des weiteren bringt der Jude durchschnittlich mehr Intelligenz in den Ring als die Vertreter anderer Rassen. Drittens kann man gerade beim Juden etwas beobachten, was sehr vielen anderen Boxern abgeht: Sie gehen mit absolutem und unbeirrbarem Ernst und mit dem Bewußtsein der vollen Aufgabe, der sie sich unterziehen, sowie mit *) „Voran-Verlag" Ges. m. b. Ii, Berlin-Steglitz 1. RICHARD HERZOG, Wien I., Jldlergasse 5 Telephon R 23-4.90 II., Kl. Pfarrgassa 28 Telephon A 41-6-24 Gr«»i»cMr Inweniurauswerkauf von. jUdfscnen, nebrfiischen und original englischen < anzschlager- Platten zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Lassen Sie diese Gelegenheit nicht ungenützt vorübergehen! Beste Sprechapparate zu Teilzahlungen bis zu 18 Monatsraten. einer allgemeinen, die jüdische Rasse auszeichnenden unbeugsamen Zähigkeit an die Ausübung des Boxsports und damit auch ans Training Heran. Diesen Ernst, das Seriöse im Denken und Handeln von der ersten Minute des Trainings bis zum letzten Gongschlag des Kampfes, kann sich jeder andere zum Beispiel nehmen, es wird ihm nur zum Vorteil gereichen. Dr. Werner Rosenberg, Berlin. „Juden" in Meyers Lexikon. Von B. Jacob (Dortmund). Wir haben schon einmal, gelegentlich des Artikels „Antisemitismus", über mangelhafte und irreführende Berichterstattung in der neuen Auflage von „Meyers Lexikon" Klage führen müssen, was wir bei dem im übrigen wohlverdienten Rufe dieses Werkes um so mehr bedauerten. Der Briefwechsel mit dem sich daraufhin meldenden Verfasser hat (vorausgesetzt, daß er derselbe geblieben ist, und Stil und Standpunkt lassen es vermuten) leider nicht den erwünschten Erfolg gehabt; so sind wir genötigt, unsere Klage zu wiederholen. Und zwar bietet uns diesmal der Artikel „Juden" in dem letzthin erschienenen sechsten Bande den Anlaß. Bei dem ersten Teil „Geschichte" erkennen wir gern die Unparteilichkeit und das Geschick an, einen großen Stoff in präziser Form zusammenzudrängen. Um so stärker ist unser Befremden über den zweiten Teil: „Anthropologisches und Ethnographisches." Während der Verfasser in dem ersten Teil guten und wirklich wissenschaftlichen Quellen gefolgt ist, hat er sich im zweiten von höchst zweifelhaften Autoritäten ins Schlepptau nehmen und zu Urteilen verführen lassen, die nicht unwidersprochen bleiben dürfen. Wir glauben nicht fehlzugehen, wenn wir als die vorzüglichste Autorität das, wie wir mit vollem Bedacht sagen, minderwertige Buch von Hans F. K. Günther: „Rassenkunde des deutschen Volkes" mit seinem Anhang: „Rassenkunde des jüdischen Volkes" wiedererkennen. Wenn der Verfasser als den Grundstock des jüdischen Volkes die vorderasiatische und orientalische Rasse annimmt, zu der nordische, mediterrane, negroide und mongolische Bestandteile hinzugekommen seien, wenn er ferner die Juden in zwei Gruppen teilt die „Südiuden" (Sephardim), die ein Zehntel, und Ostjuden (Aschkenasim), die neun Zehntel (!) ausmachen, so ist dies nichts anderes als der abgekürzte Günther. Nach ihm ist das Ostjudentum, neun Zehntel aller Juden, eine (man halte den Atem an!) vorderasiatisch - mongolisch - ostisch - nordischhamitisch - negerische Mischung unter Vorwiegen des Vorderasiatischen; die Südjuden, das übrige Zehntel, können unter Vorwiegen des orientalischen Elementes als orientalisch - vorderasiatisch - hamitisch - nordisch - negerisch gemischt gelten.