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Die Wahrheit · 1929-01-04 · Heft 1 (4.1.1929) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 1 (4.1.1929)
Date
1929-01-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite 5 daß der Hauptangriff des Strickerschen Rechtfertigungsartikels sich gegen sein zionistisches Schwesterblatt „Die Stimme" richtet, stellen wir doch — nun zu unserer eigenen Rechtfertigung — fest, daß in unserer Redaktion keine Abordnung von Herren aus Innsbruck erschienen ist, die gemäß dem Ratschlage des Herrn Stricker uns die gleiche Bitte wie ihm vorgetragen hätte. Wir haben daher auch niemandem eine diesbezügliche „Zusage" gemacht, die wir dann — „aus Gründen, deren Natur Herr Stricker nicht kennt" — nicht eingehalten haben. Herr Robert Stricker schließt seinen Artikel mit den Worten: „Ich habe mein Gewissen und handle darnach, und die anderen haben ihr Gewissen und handeln darnach." Wir danken für diese allerhöchste Attestierung unserer Gewissenhaftigkeit, von der sich auch unsere Leser hiermit überzeugen konnten. Denn auch wir waren ihnen „diese Aufklärung schuldig". * * * Der Fall Wassermann. Manche jüdischnationale Blätter, vor allem die Wiener „Neue Welt" des „demokratischen" Zionisten Stricker glaubten der vernichtenden Kritik des nationalen Zionismus, wie sie in dem auch von uns auszugsweise wiedergegebenen Vortrag des großen deutschen Dichters Jakob Wassermann enthalten war, nicht anders begegnen zu können, als daß sie kurzerhand ein Kind des Juden Wassermann für getauft erklärten. Lügen haben aber kurze Beine und so konnte auch dieses Märchen nicht sehr lange bestehen. Denn in einem Schreiben, welches dem „IsraelitischenWochenbl att fürdieSchweiz" vorliegt, erklärt Jakob Wassermann, die von einzelnen jüdischnationalen Blättern verbreitete Behauptung, er habe sein unmündiges Kind taufen lassen, sei unzutreffend. Wassermann erklärt die Entstehung des Gerüchtes dadurch, daß ein uneheliches Kind von ihm von Staats wegen als christlich in das Standesregister eingetragen worden ist. Somit ist diese von der „Neuen Welt" aufgebauschte Affäre endgültig erledigt. Im übrigen sollte man gerade in jüdischnationalen Zeitungen vorsichtig sein, bestimmte Personen in solchen Zusammenhängen anzugreifen. Es könnte sonst z. B. jemand darauf hinweisen, daß der bekannte englische Zionistenführer Lord M e 1c h e 11 als Brautvater seine Tochter am Traualtar einer Kirche dem getauften Sohn des Lord Reading zugeführt habe, und daß trotzdem die englischen Zionisten ihn als Führer betrachten und ihm eine Handlungsweise ohne weiteres verzeihen, die sie unzutreffend Jakob Wassermann schwer verübelt haben. Tüdrtiae, flotte Verhäuferin wird zum ehesten Eintritt von einem größeren PlanataKtur Mode-und Konlehttonsaesdiatt aesucnt. Bewerberinnen, die auch nahen können, wollen Offerte mit Angabe von Referenzen und bisheriger Verwendung unter Beischluß eines Lichtbildes unter »Salzkammergut" an die Admin. d. Blattes richten. |9H CENTRALKINO üüUppi Hl Wien II., TaborstraBe 8 — Tal. R 42-3-41 l|| 1 EM ndsterwerK ier Dt 1 I Looplnfllhcloop 1 Hl fPie Yodessdileife} ||| HU Werner Krauss, Jennu jugo und ||| II Wärwich ward. |J|J HU Beginn der Vorstellungen : 5, 7 und 9 Uhr ||| Von jüdischen Boxern. Der Boxsport, als Faustkampf eine der ältesten athletischen Uebungen überhaupt, hat sich in den Jahren nach dem Kriegsende auch in Deutschland jene bevorzugte Stellung errungen, der er sich bei der internationalen Sportgemeinde bereits seit Dezennien erfreut. An der Entwicklung dieses jüngsten Weltsports waren seit jeher Europäer und Amerikaner jüdischer Abstammung maßgebend beteiligt, ja, ein jungerenglischerJude, Daniel M e nd o z a, hat den modernen Boxsport — so paradox das klingen mag — überhaupt erst aus der Taufe gehoben. Die Zeit seines ersten sportlichen Auftretens (um 1780 herum) füllt in eine Niedergangsperiode des damals in England bereits ziemlich populären Boxsports. Schiebungen, schlechte Kämpfe und dergleichen hatten das öffentliche Interesse am Boxen stark herabgemindert. Erst Mendoz a s faszinierende Persönlichkeit, seine harten und interessanten, dabei doch sportlich sauberen Kämpfe, nicht zuletzt auch seine propagandistische Meisterschaft gaben dem Boxsport in England wieder seine angesehene Stellung zurück, die er in diesem Mutterlande des Sports von nun an unverändert bewahrt hat. Mendozas berühmte Kämpfe mit Humphrcys im Jahre 1789 erfüllten ganz England mit einem in diesem Grade bis dato unbekannten Sportenthusiasmus. Nach seinem Siege im zweiten Kampf brachte ihm die vornehmste englische Jugend, an der Spitze der Prince of Wales, Huldigungen dar, die fast an die Ovationen erinnern, mit denen heute unsere Ozeanhelden überschüttet werden. Mendoza war — und dies ist vielleicht sein Hauptverdienst — nicht nur ein hervorragender Kämpfer, sondern auch der erfolgreichste Propagandist des jungen Sportes. Er war der erste Boxer von Format, der nicht nur Wettkämpfe austrug, sondern auch in ganz England Schaukämpfe vorführte und so in allen Teilen des Landes dem Boxen neue Anhänger gewann. Mendozas Tradition haben Hunderte von jüdischen Boxern innerhalb des angelsächsischen Sprachgebietes fortgesetzt. Eine stattliche Anzahl von Weltmeistern ging aus ihren Reihen hervor. Um nur die bekanntesten hervorzuheben, seien H a r r y Q r e b, K i d Kaplan, Benny Leonard, Ted Kid Lewis. Lew Tendier, N a t Siegel, Joe Benjamin, Kid W o 1 f e, D a v e

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